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In Sassnitz probt ein Nachwuchsorchester

Sassnitz In Sassnitz probt ein Nachwuchsorchester

Sensationeller Zuwachs beim Jugendblasensemble / Zwölf Neulinge üben sich im Zusammenspiel

Sassnitz. „Wenn ich den Taktstock gehoben habe, ist die Trompete schon am Mund.“ Hannes setzt den Hinweis von Ralf Berger sofort um und das Blasinstrument an seine Lippen. Der Sassnitzer Grundschüler holt tief Luft. Mit vollem Einsatz presst er die Luft in das Mundstück und entlockt der Trompete die Melodie des bekannten Kanons „Bruder Jakob“. „Der Hannes, der kann es“, lobt Ralf Berger. Der Leiter des Jugendblasorchesters der Hafenstadt strahlt. Auch wenn die Geige als Instrument nicht in dem Sassnitzer Klangkörper vertreten ist - für Berger hängt der Himmel sprichwörtlich voller Geigen. „Das Orchester hat einen sensationellen Zulauf“, schwärmt er. Hannes gehört dazu und zu zwölf Neulingen, die nach gut einem Vierteljahr Instrumentalunterricht jetzt schon das Ensemblespiel üben.

„Da ist uns ein richtiger Coup bei der Nachwuchsgewinnung gelungen“, sagt Silke Buettler, die als Vorsitzende seit dem Frühjahr an der Spitze des Vereinsvorstandes des Jugendblasorchesters steht.

Ihre beiden Söhne sind Mitglied in dem traditionsreichen Klangkörper. „Einer will sogar Musiklehrer werden.“ Er studiert außerhalb und ist längst nicht der einzige Musiker des Orchesters, der das Kinder- und Jugendalter längst überschritten hat. Deshalb habe der neu gewählte Vereinsvorstand den Focus auch sofort auf die Nachwuchsgewinnung gelegt, erinnert die Sassnitzerin.

„Aufsteller, die wir dafür in Einkaufsmärkten postiert haben, brachten aber nichts“, räumt sie unumwunden ein. Neue Ideen mussten her. Und die wurden auch gefunden. Kurz vor dem Ende des vergangenen Schuljahres organisierten Verein und Orchester in Kooperation mit der Grundschule „Ostseeblick“ eine Instrumentenausstellung an der Schule. Die führten Orchestermitglieder auch vor und die Schüler durften Trompete, Flöte, Saxophon und Co. auch selbst ausprobieren. Interessierte Mädchen und Jungen wurden mit ihren Eltern daraufhin zu einem ersten Treffen eingeladen. „Die Resonanz war phänomenal. 21 Kinder kamen mit ihren Eltern“, blickt Silke Buettler zurück. Sechs Wochen und das sogar in der Zeit der Sommerferien absolvierten die Nachwuchsmusiker in spe einen Schnupperkurs an Flöte, Trompete und Co.. 18 von ihnen fingen Feuer. „Die haben wir bei einer erstmals veranstalteten Welcome-Party im September dann feierlich als neue Vereinsmitglieder aufgenommen“, so dessen Vorsitzende.

Ralf Berger klopft mit dem Taktstock auf das Dirigentenpult. „Ihr müsst nicht alle volle Pulle blasen, weil ihr Solisten seid. Wir sind jetzt ein Orchester, in dem jeder auf den anderen hören muss.

Also bitte dezenter spielen.“ Seit drei Wochen schiebt der Orchesterleiter sozusagen „Überstunden“. Mit Freude, versichert er. „Da sind richtige Talente dabei. Und die Eltern stehen voll dahinter.“

12 der Neulinge, die im Sommer überhaupt erstmals zum Instrument gegriffen haben, beherrschen es inzwischen so gut, dass sie den nächsten Schritt unternehmen können – gemeinsam musizieren. Für Ralf Berger steht damit neben der Probe mit dem großen Blasorchester seit drei Wochen eine zusätzliche Übungsstunde mit dem kleinen Nachwuchsorchester auf dem Plan. Immer dienstags probt er mit den Neuen in den Vereinsräumen im Stadthafen.

Vanessa Borchardt lässt – erstaunlich flott und virtuos – den „Bruder Jakob“ hören. „Saxophon ist mein Ding“, schwärmt die Elfjähre. Beteuert im gleichen Atemzug aber auch, dass ihr der Erfolg nicht zugeflogen sei. „Ich übe jeden Tag etwa eine halbe Stunde.“ Und nach dem Solo das Zusammenspiel mit Hannes und Co.. „Für den ersten, großen Auftritt“, kündigt Orchester-Urgestein Ralf Berger – seit 1970 Mitglied, seit 1998 Leiter – an. „Geplant ist, dass unsere neuen Vereinsmitglieder sich mit dem Stück beim traditionellen Weihnachtskonzert des Jugendblasorchesters am 18. des Monats in der Johanniskirche erstmals der Öffentlichkeit präsentieren.“

Udo Burwitz

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Sassnitz
Ganz konzentriert sind die „Neuen“ des Sassnitzer Jugendblasorchesters bei der Sache und intonieren den Kanon „Bruder Jakob“.

16 neue Vereinsmitglieder in das Sassnitzer Ensemble aufgenommen. 12 Neulinge üben das Zusammenspiel bereits in einem kleinen Nachwuchsorchester.

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