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„Juligesang“ ist seit 20 Jahren Tradition

Baabe „Juligesang“ ist seit 20 Jahren Tradition

Seit 1996 machen Gaby Rückert und Ingo Koster jedes Jahr auf Rügen Urlaub und geben Konzerte

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Gaby Rückert und Ingo Koster kommen seit 20 Jahren für die Sommerkonzerte nach Rügen – und um hier Urlaub zu machen.

Quelle: Maik Trettin

Baabe. Gaby Rückert sitzt pünktlich zum verabredeten Termin in der Lobby des Baaber Hotels: in Jeans, dunklem Shirt, mit Bernsteinkette. Die Sängerin inszeniert sich nicht, alles Künstliche scheint ihr fremd. Gaby Rückert mag es natürlich. Vielleicht hat sie deshalb vor 20 Jahren ihre Liebe zu Rügen entdeckt. In Thiessow gab sie mit ihrem Mann und musikalischen Begleiter Ingo Koster ein Konzert vor der Gaststätte am Hafen. Alles war schlicht und einfach, die Mücken surrten vor dem Bühnenscheinwerfer, die Leute saßen in ihren Rollkragenpullis auf Stühlen im Sand – und waren begeistert. „Diese Stimmung war riesig“, erinnert sich die Berlinerin. An diesem Abend begann eine Tradition. Wirtin Dorothea Tebus lud die beiden Musiker sofort zu einem Auftritt im folgenden Jahr ein. Seitdem kommen Gaby Rückert und Ingo Koster jeden Sommer auf die Insel – um zu musizieren und um Urlaub zu machen.

Damals standen noch viele der zerzausten Bäume, die es heute teilweise nicht mehr gibt.“Gaby Rückert, Sängerin

„Juligesang“ haben sie ihre Traditionstour, die gestern in Baabe begann und Sonntag in Thiessow fortgesetzt wird, in Anlehnung an den Titel ihrer im vergangenen Jahr erschienenen CD genannt. Viele der Lieder sind Klassiker auf den Sommertourneen, wie „Berührung“, „Schneewittchen“ und natürlich „So ging noch nie die Sonne auf“, eine Ballade, mit der sie 1978 als Musikerin bekannt wurde. Mit ihrer Musik sind viele Menschen in der DDR groß geworden. Ingo Koster lächelt versonnen, wenn er sich an den Freundeskreis von Lehrern erinnert, die jede Zeile eines Titels mitsingen können, in dem es heißt „lass uns noch mal durch die alte Schule gehen“.

Das mag nach Nostalgie klingen und um Erinnerungen geht es auch immer in den Konzerten der beiden. Aber eben nicht nur. Mit „Der Sand von Rügen“ haben Rückert und Koster eine musikalische Liebeserklärung an die Insel geschrieben und auf die Bühne gebracht. Vor 16 Jahren brachte sie das in die Radio-Charts in Mecklenburg-Vorpommern. Heute sei der von Kurt Demmler geschriebene Text leider nicht mehr ganz aktuell, seufzen einige Musik- und Inselfreunde und führen dabei oft die Zeile „Der Sand von Rügen / hat mich Bescheidenheit gelehrt / und dass die Erde / nicht dem Geld gehört“ ins Feld. Auch Gaby Rückert vermisst zunehmend das Natürliche, Wilde, Ursprüngliche an der Insel, die vielerorts mehr und mehr einer aufgehübschten Puppenstube gleiche. „Aber damals, zu der Zeit, war der Inhalt aktuell und passte in die Zeit. Da standen noch viele der zerzausten Bäume, die es heute teilweise nicht mehr gibt.“

Gaby Rückert und Ingo Koster haben auf ihren Rügen-Touren ein Stammpublikum. Einige Besucher legen ihren Urlaub extra so, dass sie die Konzerte besuchen können. Daneben gibt es jedes Jahr wieder jede Menge neue Gesichter in den Zuhörerreihen. Denn nach wie vor kann Gaby Rückert mit ihrer leisen, sanften Stimme begeistern – und mit den Themen der gemeinsam produzierten Lieder. „Die Geschichte geht ja weiter“, sagt Ingo Koster. „Wir alle entwickeln uns, das Leben verändert sich, wir werden älter.“

Damit rücken auch immer wieder neue Themen in den Blickpunkt, die die beiden mit ihrer Musik aufgreifen. Auf der für das kommende Jahr angekündigten neuen Platte „Herbstlaub“ wird es einen Titel geben, der sich mit der Einsamkeit vieler alter Menschen beschäftigt. In einem anderen Liedtext dreht sich alles um die Liebe – aber eben nicht um die frische Verliebtheit, sondern darum, wie Partner, die jahrzehntelang zusammenleben, miteinander umgehen. Die Musik der beiden mag so authentisch wirken, weil sich die Zuhörer darin oft wiedererkennen: „Das bin ich, das ist meine Geschichte“.

Ihre Geschichten werden die beiden auf ihrer diesjährigen Sommertour erzählen. Ganz bestimmt auch wieder die von Wirtin Thea Tebus, der sie ein Lied widmeten oder das vom „Silber des Meeres“, das sie für den Vater der Thiessowerin schrieben.

Traditionskonzerte Sonntag um 20 Uhr in Thiessow „Zum Hafen“, nächsten Mittwoch um 19.30 Uhr in der Kirche Lancken-Granitz sowie am 4. August um 20 Uhr in Waase

Maik Trettin

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