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Kanonenkugeln als Glücksbringer

Stralsund Kanonenkugeln als Glücksbringer

Die Hansestadt Stralsund verzaubert auch mit unbekannten Sehenswürdigkeiten

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Kanonenkugeln sind in der Heilgeistkirche eingemauert.

Stralsund. Bei einem Spaziergang durch die Straßen der Hansestadt gibt es viel zu entdecken – vor allem auch abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten. Die Hansestadt hat viele verborgene Schätze, die im Schatten von Marienkirche und Co. manchmal fast übersehen werden. Dabei lohnt sich oft der Blick in verwinkelte Gassen und Seitenstraßen.

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Die Hansestadt Stralsund verzaubert auch mit unbekannten Sehenswürdigkeiten

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Die Stralsunder Tourismuszentrale bietet verschiedene Stadtführungen durch die Hansestadt an. Bis zum März werden Besucher jeden Sonnabend ab 11 Uhr durch Stralsunds Innenstadt geführt.

Tägliche Führungen um 11 Uhr gibt es wieder ab April. Einen Monat später wird zusätzlich um 14 Uhr ein geführter Rundgang angeboten.

Zu den bekanntesten Häusern der Stadt zählt das Wulflam-Haus am Alten Markt. Es entstand vor 1358, hatte zunächst vier gleich hohe Pfeiler und sollte ursprünglich wie die Schaufassade des Rathauses wirken, nur im Kleinformat. Ein Gang in das Giebelhaus lohnt sich nicht nur wegen des mit reichen Wandmalereien verzierten Saals in der ersten Etage.

Bereits im Flur sollte man einmal stehenbleiben und sich das dort hängende große Gemälde anschauen, das der Krummenhagener Eduard Albrecht-Hagen malte. Es entstand im Mai 1993 im Rahmen einer Projektwoche für Malerei zum Thema: „Europa ohne Grenzen“ in Stralsund. Eine Woche lang haben Künstler aus den Partnerstädten im Dielenhaus nebeneinander Kunst geschaffen. „Im Original war das Bild übrigens noch größer“, erklärt Stadtsprecher Peter Koslik. „Es wurde allerdings abgeschnitten, vielleicht finden wir deshalb keine Signatur.“

Erst vor ein paar Wochen wurde die Eröffnung der Jakobikirche nach ihrer Sanierung gefeiert. Doch ein weiterer echter Hingucker an der kleinsten der drei großen Stadtkirchen befindet sich außerhalb:

In der Papenstraße ist das barocke Südportal zu bewundern.

Die Heilgeistkirche ist vielen Einheimischen und Besuchern bekannt. Dort lohnt sich ein Blick nicht nur auf das imposante Portal und den Innenraum, sondern auch auf die Außenwände. Vereinzelt gibt es dort Kanonenkugeln zu sehen. Diese sind allerdings nicht bei einer der zahlreichen Belagerungen im Mauerwerk steckengeblieben, sondern wurden vielmehr als Erinnerung dort eingemauert. Denn die Kirche wurde 1650 und noch einmal 1715 nach Zerstörungen wieder aufgebaut. Stadthistoriker Andreas Neumerkel hat eine weitere Erklärung für die Kugeln: „Die Menschen glaubten damals, wenn eine Kanonenkugel bereits im Haus ist – und sei sie auch nur eingemauert –, so schütze das vor weiteren Zerstörungen der Bauwerke.“

Unweit der Heilgeistkirche befindet sich am Frankenkronwerk eine etwas unscheinbare Gedenkplatte, die an die Zeit der Belagerung Stralsunds im Jahr 1715 durch die Preußen, Sachsen und Dänen erinnert.

Genau an dieser Stelle soll der schwedische König Carl XII. häufig übernachtet haben. Der Text auf der Tafel lautet: „Schwedens König Carl XII. hatte hier ein gewöhnliches Nachtlager, als Stralsund von drei Königen belagert wurde. Vom 1. Oktober bis 22. Dezember 1715.“

„Nachgewiesen ist allerdings nur die Anwesenheit von zwei Königen: Friedrich IV. von Dänemark und Friedrich Wilhelm I. von Preußen“, erklärt Stadthistoriker Andreas Neumerkel und

ergänzt: „Die Gedenktafel wurde von Stralsunder Bürgern im Jahr 1718, nach dem Tod Carl XII., in das damalige Frankentor eingebracht.“

Miriam Weber

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