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Kooperation von Stadt und Rugardwelt vorerst auf Eis gelegt

Bergen Kooperation von Stadt und Rugardwelt vorerst auf Eis gelegt

Wegen einer Werbeausschlussklausel soll der Vertrag noch einmal geprüft werden / Präsident der Stadtvertretung, Eike Bunge, will städtisches Engagement in der Wirtschaft

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Die Inselrodelbahn ist eines der Aushängeschilder der Rugard Erlebniswelt.

Quelle: Udo Burwitz/archiv

Bergen. Der Kooperationsvertrag zwischen der Stadt Bergen und der Rugard-Erlebniswelt wird vorerst nicht zustande kommen. Auf Antrag eines Mitglieds des Präsidiums der Stadtvertretung wurde die Beschlussvorlage für die Volksvertretersitzung am 6. Juni noch einmal von der Tagesordnung genommen. Ursache ist ein kurzfristig eingefügter Satz durch die Stadtverwaltung.

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Wegen einer Werbeausschlussklausel soll der Vertrag noch einmal geprüft werden / Präsident der Stadtvertretung, Eike Bunge, will städtisches Engagement in der Wirtschaft

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Demnach sollen künftig „Werbeanzeigen in parteipolitischen Veröffentlichungen ausgeschlossen“ sein. Hintergrund: Die Stadt beteiligt sich laut Vertrag anteilig an den Kosten „zu realisierender Projekte“ mit einer Summe von maximal 3000 Euro. Es soll verhindert werden, dass kommunales Geld in die Finanzierung solcher Anzeigen fließt.

„Ich weiß nicht, wo die Rugard-Erlebniswelt bisher in parteipolitischen Publikationen geworben haben soll – außer in der Bergener CDU-Zeitung“, sagt Eike Bunge (CDU), Präsident der Stadtvertretung.

„Wir wollen jetzt prüfen lassen, ob der Satz rechtskonform ist oder nicht.“ Bunge rechnet damit, dass es dazu in den nächsten zwei, drei Wochen eine Antwort geben wird, weshalb der Kooperationsvertrag aus seiner Sicht definitiv in der Juli-Sitzung zur Debatte stehen kann. „Und ich bin sehr optimistisch, dass er dann auch beschlossen wird.“

Thomas Dehn, Betreiber der Inselrodelbahn und Sprecher der Rugard Erlebniswelt, ärgert sich über die aus seiner Sicht unnötigen Querelen um den Vertrag. „Vor drei Jahren haben wir die Erlebniswelt ins Leben gerufen“, sagt Dehn. „Und seitdem hatten wir einen perfekt funktionierenden Vertrag. Mit der neuen Bürgermeisterin hat sich alles auf Schlag geändert.“ Der Vertrag sei wegen rechtlicher Bedenken gekündigt worden. Allerdings seien Punkte wie eine fehlende Kündigungsfrist aus Dehns Sicht unkompliziert einfügbar gewesen.

Ganz so einfach sei das nicht, meint Bürgermeisterin Anja Ratzke. Denn: „Verträge, die länger als fünf Jahre laufen sollen, bedürfen eines Stadtvertreterbeschlusses.“ Und genau das stehe jetzt kurz bevor.

Sauer ist Thomas Dehn trotzdem, denn die von der Stadt in Aussicht gestellte Beteiligung sieht er nicht als Zuschuss, würden doch für jeden Euro, den die Rugardwelt-Unternehmen bekämen, Rechnungen geschrieben. „Bergen hat doch nur Gutes durch uns“, findet der Rodelbahnbetreiber. Wolle man die Innenstadt beleben, ginge das nur mit der Erlebniswelt. Um das zu belegen, nennt Dehn eine Publikumszahl von 150000 pro Jahr. Geschätzt.

Für Wolfgang Kannengießer, Mitglied des Rechnungsprüfungsausschusses für das Grüne Bündnis Bergen (GBB), ist das zu hoch gegriffen. „Ich bin da skeptisch“, sagt er. „Da im Winter ja niemand kommt, müssten in der Saison täglich wenigstens 18000 Leute die Erlebniswelt besuchen. Und danach sieht es mir dort einfach nicht aus.“ Kannengießer kritisiert die Vereinbarung, da er sie für eine Bevorzugung der Unternehmen der Rugard-Erlebniswelt hält (die OZ berichtete).

Eike Bunge ist von der Haltung der Kritiker der Kooperationsvereinbarung enttäuscht. „Wir müssen alles tun, um den Unternehmen von Bergen zu helfen“, sagt er. „Und da sollten wir partei- und fraktionsübergreifend arbeiten.“ Gerade jetzt sei es falsch, würde sich „die Kommune aus der Wirtschaft zurückziehen“. Und Thomas Dehn hofft, die Zusammenarbeit mit Bergen möge wieder zustandekommen.

„So wie wir immer zur Stadt standen, sollte die Stadt auch zu uns stehen“, sagt er.

Jens-Uwe Berndt

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