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Rügen Künstler knüpfen Netzwerk im Stadthafen
Vorpommern Rügen Künstler knüpfen Netzwerk im Stadthafen
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00:01 29.04.2016
Schiet Aprilwetter: Kunsthandwerkerin Marion Prager-Wiehn wirft sich im Molenfußgebäude des Stadthafens in Sassnitz eine Decke aus Norweger-Wolle über, die sie in ihrem Atelier in Lohme selbst gewebt hat, und nimmt „Tuchfühlung“ mit den Metallplastiken von Mario Kusel auf. Quelle: Udo Burwitz
Sassnitz

Bühne frei: In Sassnitz wird das Molenfußgebäude im Stadthafen zur Bühne für die Inselkunst. Die Kunsthandwerker von Rügen und aus der Region starten in die Saison und haben die Bühne mit ihren Werken dekoriert. Schmuck, Skulpturen, Keramik, Grafik und Malerei — das Molenfußgebäude wird zum Schaufenster der Inselkunst: Heute wird in dem markanten Bau unmittelbar an der Kaikante des Stadthafens eine große Schau eröffnet. „Netzwerk“ titelt die Ausstellung. Dieses Schaufenster der Inselkunst können Einheimische und Urlauber ab sofort nicht nur in Augenschein nehmen, sondern unikate Stücke der Exposition auch erwerben. Die Gelegenheit dazu besteht nicht nur heute. Das Schaufenster bleibt offen — bis zum Ende der Saison.

„Schiet Aprilwetter. Ganz schön frisch“, findet Marion Prager-Wiehn, als sie gestern Vormittag den Ausstellungsraum im Molenfußgebäude betritt. Der bietet auch einen Anblick, der alles andere als „erwärmend“ ist. Es herrscht gähnende Leere. Die Kunsthandwerkerin aus Lohme greift zu einer Decke, die sie aus Norweger-Wolle selbst gewebt hat und kuschelt sich ein. Viel Zeit zum Aufwärmen nimmt sie sich nicht. „Dann wollen wir mal.“ Marion Prager-Wiehn schleppt Kisten, der Aufbau der Ausstellung beginnt.

Wo ist mein Platz? Die Frage stellt sich für die Kunsthandwerkerin nicht. „Schließlich bin ich Wiederholungstäterin“, sagt Marion Prager-Wiehn. Und beginnt leise unter Zuhilfenahme ihrer Finger zu zählen: „Eins, zwei ...“ Sie landet bei elf. „Wir veranstalten bereits die elfte Netzwerk-Ausstellung im Molenfußgebäude. Und ich bin von Beginn an dabei“, erinnert sie an die Anfänge. Die Stadt sei vor einem Jahrzehnt auf die Künstler zugekommen und habe gefragt, ob die sich nicht vorstellen könnten, im Molenfußgebäude den großen Veranstaltungsraum mit Leben zu füllen. Die Kunsthandwerker reagierten darauf mit der Idee für ein Schaufenster der Inselkunst. 2006 präsentierten sie sich erstmals gemeinsam im Molenfußgebäude. „Am Anfang nur dreimal für jeweils 14 Tage in der Saison“, erinnert Marion Prager-Wiehn. Die elfte Auflage markiert bereits die dritte, in der das Schaufenster über Monate geöffnet bleibt. Nur im Juli werden es die Künstler für eine Woche schließen müssen, weil die Stadt selbst den Raum nutzen will. Abbau, Wiederaufbau — Marion Prager-Wiehn ist keinesfalls begeistert.

Mario Kusel baut gestern dennoch mit Begeisterung und Elan seine Exponate auf. Dabei hat er unter den teilnehmenden Künstlern die schwersten Exponate zu tragen. Kusel ist Metallplastiker und ebenfalls „Wiederholungstäter“. „Das sind inzwischen aber auch viele Ausstellungsbesucher“, begründet er seine Begeisterung. Die Schau wecke Interesse, mache neugierig. Viele, die die Schau in Augenschein genommen haben, finden im Anschluss sogar den Weg in die Werkstätten und Ateliers der teilnehmenden Künstler, von denen manche ziemlich jwd liegen. „Für uns ist die Ausstellung inzwischen ein wichtiges, wirtschaftliches Standbein geworden“, so Kusel.

Künstlergespräche

16 Künstler und Kunsthandwerker präsentieren sich in der Netzwerk-Ausstellung im Molenfußgebäude des Sassnitzer Stadthafens. Besucher der Schau haben dabei sogar die Möglichkeit, mit den Ausstellern ins Gespräch zu kommen, denn die Künstler und Kunsthandwerker sichern abwechseln auch den Ausstellungsbetrieb ab und sind vor Ort.Netzwerk-Ausstellung: von heute und bis 30. Oktober täglich von 11 bis 19 Uhr, Molenfußgebäude, Stadthafen Sassnitz

Von Udo Burwitz

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