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Küstenzwerge in schickem Zwirn

Bergen Küstenzwerge in schickem Zwirn

Mandy Tonn näht in ihrer Freizeit Kinderkleidung im maritimen Design

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„Mein Model“ nennt Mandy Tonn ihre kleine Tochter Dinah (5), die am liebsten Pullis von Mama trägt.

Quelle: Steffi Besch

Bergen. Stricken, Häkeln, Sticken und Nähen erleben eine Renaissance. Früher als reine Hausfrauenbeschäftigung verpönt, gelten Handarbeiten heute als lässige Freizeitbeschäftigung, als ein Ausdruck von Kreativität und Geschick. Die Kurse an der Kreisvolkshochschule sind ausgebucht, der Umgang mit Schnittmustern und der Nähmaschine stark nachgefragt. Auch bei Mandy Tonn dreht sich seit gut einem Jahr alles um Garn, Spulen, Füßchen und schöne Stoffe. Die 28-jährige Bergenerin ist dem Nähen verfallen, entwickelte und steigerte sich binnen weniger Monate.

Einen Stand mit Küstenzwerg-Kleidung gibt es auf dem Selliner Weihnachtsmarkt vom 16. bis 18. Dezember. Die Mode von der Küste gibt es auch im „Inselgenuss“ in der Gingster Chaussee in Bergen.

Meine Familie schenkte mir zum Geburtstag eine Nähmaschine. Und dann habe ich einfach angefangen.“ Mandy Tonn (28),

Bergen

„Meine Familie schenkte mir zum Geburtstag im Februar eine neue Maschine, eine W6. Eine Overlock-Maschine kam bald hinzu. Und dann habe ich einfach angefangen, mich getraut. Meine Freundin Michi zeigte mir dann ein paar Kniffe und Tricks“, erzählt Mandy Tonn. „Begonnen habe ich mit den typischen Einsteigersachen, nähte hauptsächlich Mützen. Als diese immer besser gelangen, fing ich an Kinderpullover zu nähen.“ Schneiderpuppe und Model zugleich ist ihre kleine Tochter Dinah. Die Fünfjährige liebt es, von Mama eingekleidet zu werden. Und so wurde von Februar bis Juli genäht was das Zeug hält. Da musste auch Mandys Partner und Papa von Dinah, Kersten Haß, als ausgewachsener Mann hin und wieder ein Küstenzwerg-Produkt für Große überwerfen. Denn so heißt die neue Marke von der Insel für Küstenbewohner und solche, die es werden wollen.

„Ende August saß ich beim Gewerbeamt und habe mich mit dem Label Küstenzwerg angemeldet“, sagt die junge Mutter mit den feinen Händen, während sie die von ihr genähten Sachen zusammenlegt und drapiert. Im neuen Bergener Geschäft „Inselgenuss“ von Karola Zöllmann und Oliver Wernicke hat sie ein Regal für Kindersachen im Erdgeschoss gemietet und präsentiert ihre Kleidung für Erwachsene in einer Textilnische im Obergeschoss. „Ich komme regelmäßig her, schaue was verkauft wurde und fülle die Regale auf.“ Und so wandern süße Mützen, Kuschelkragen und Halssocken, Pullover, Leggins und Mitwachshosen in die Regale und werden erneut mit sorgfältigem Blick inspiziert.

Die Stoffe kauft Mandy hauptsächlich auf Messen und kleinen Märkten. „Ich kaufe nicht so gern im Internet. Vertraue lieber meinen Augen und Fingerspitzen. Ich möchte die Stoffe anfassen, sehen wie der ein oder andere im Licht fällt und mir dabei vielleicht schon eine erste Idee kommt, was ich daraus machen könnte.“

Viele Stoffe haben heimatbezogene, maritime Designs. So finden sich auf den Kleidungsstücken Anker und Steuerräder, Leuchttürme und Möwen. Hin und wieder steht die Nähmaschine auch mal still. Dann nämlich, wenn Mandy lieber etwas häkelt oder strickt. Auch solche Modestücke finden sich nämlich im Geschäft in der Gingster Chaussee.

Damit hier ausreichend Sachen für Kunden bereit liegen, hat die Mutter selten zur Tagesschau Feierabend. Seit Oktober arbeitet sie Vollzeit in einer Kurverwaltung, berät und informiert dort Gäste, hilft in der Buchhaltung und Organisation von Veranstaltungen. Wenn der Dienst beendet ist, ruft der nächste. Ihre Tochter Dinah muss in Bergen aus dem Kindergarten geholt werden. Denn Papa Kersten ist unter der Woche als Lkw-Fahrer unterwegs. So bleibt Mandy Tonn nicht immer soviel Zeit wie sie sich zum Nähen wünscht. „Trotzdem ist Kersten eine große Unterstützung. Er steht voll und ganz hinter mir und den Küstenzwergen“, sagt sie. „Wenn Dinah und meine Lust und Laune es zulassen, dann nähe ich, nachdem sie eingeschlafen ist, immer noch einiges fertig.“ Dafür hat sie es sich gemütlich gemacht. In ihrem Wohnzimmer richtete sich die Modedesignerin eine kleine Nähecke ein.

Über dem Tisch hängt ein Bild ihres Opas Walter, der 1999 starb. Er war früher Schneidermeister in Putbus. Auf dem Foto sitzt er im Schneidersitz mit Nadel und Faden in den Händen. „Ich hoffe, er ist stolz auf mich“, sagt Mandy Tonn.

Steffi Besch

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