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„Mannes Lieder kann man nicht trällern“

„Mannes Lieder kann man nicht trällern“

Thomas Putensen samt Beat-Ensemble gastiert im Theater Putbus mit Songs von Manfred Krug

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Thomas Putensen am Klavier mit kräftvoller Stimme in Aktion. FOTO: PETER BINDER

Putbus . „Gestern war der Ball“ – unter diesem Titel sind der Greifswalder Musiker Thomas Putensen und Freunde am morgigen Sonnabend im Theater Putbus zu erleben. Von 19.30 Uhr an erklingen dort die schönsten und legendärsten Songs von Manfred Krug und Günther Fischer. Eigentlich wollte Putensen Live-Mitschnitte Krug zu dessen 80. Geburtstag Anfang nächsten Jahres schenken. Nun ist der Schauspieler und begnadete Sänger tot. Doch das Konzert wird es geben – in memoriam.

Karten im OZ-Service-Center

Konzert „Gestern war der Ball“ am 26. November ab 19.30 im Theater Putbus. Zu hören sind von Günther Fischer komponierte und arrangierte Musik sowie Krug-Texte. Karten gibt es im OZ-Service-Center in Bergen, Markt 25, unter ☎ 038301/808330 sowie an der Abendkasse.

Vor ziemlich genau zehn Jahren haben Sie in Berlin, im Prenzlauer Berg, ein ähnliches Krug-Fischer-Programm gemacht ...

Thomas Putensen: Ja, stimmt. Damals war Günther Fischer meiner Einladung gefolgt, Manne leider nicht. Ich glaube, er fremdelte immer ein bisschen damit, dass ich seine Songs sang. Jemand anderes machte und macht es in dieser Größenordnung bis heute aber nicht. Dennoch war das Konzert in Berlin etwas Besonderes, wir tourten noch jahrelang erfolgreich damit.

Nun gibt es de facto eine Neuauflage. Berührt Sie Krugs Tod als Künstler und Fan seiner Musik?

Natürlich geht mir sein Tod sehr nahe, deshalb ist das Spielen dieser Lieder etwas ganz Besonderes.

Wird Günther Fischer dabei sein?

Leider nicht. Er hatte im Sommer einen leichten Schlaganfall. Wir sind für das nächste Jahr im Volkstheater Rostock mit diesem Programm verabredet.

Auf wen können sich dann die Musikfreunde am Sonnabend freuen?

Wir sind als Ensemble sechs bis neun Leute inklusive zwei Backgroundsängerinnen. Und gemeinsam werden wir zwei Stunden lang die schönsten Krug/Fischer-Lieder singen und spielen. „Gestern war der Ball“ oder „Das war nur ein Moment“ waren im deutschen Osten legendär. Nur leider hat Krug sie – mit wenigen Ausnahmen – nie live gesungen. Es gab nur Studioaufnahmen. Jetzt kommen sie mit uns auf die Bühne. Und einige der Mitschnitte werde ich Manne via Facebook hinterher senden.

Eine Herausforderung das Ganze?

Klar, vor allem, weil viele seiner Songs ohne entsprechend energetischer Ausstattung nicht singbar sind. Mit anderen Worten: Die kann man nicht wie einen Schlager trällern, sondern man muss sich umfassend auf diese Lieder einlassen.

Auch mal Luft holen und Geschichten erzählen?

Genau. Einige kleine Geschichten über die beiden großen Musiker werden schon dabei sein.

Zum Beispiel? Hatten Sie eine persönliche Beziehung zu Krug?

Eigentlich nicht, er war ja immer ziemlich unnahbar, konnte recht unwirsch reagieren. Aber beim vorletzten Silvester hab‘ ich ihn mal in Heringsdorf auf Usedom getroffen. Da stand ich aber nur am Rande, denn er unterhielt sich mit meiner Freundin, die ihm erzählte, dass sie sein Lied „Wenn Du schläfst, mein Kind“ auf der Geige ein paar Mal aufgeführt hat. Krug, ganz Charmeur, fand dies natürlich viel interessanter als meine, seine Lieder singende Wenigkeit und nahm ihre Hände und sagte, dass sie wunderbare „Geigenpfötchen“ hätte.

Sie hatten aber engeren Kontakt zu Krugs Tochter Fanny, die zunächst ja durchaus Interesse zeigte, in ihrem Programm mitzuwirken ...

Das stimmt. Sie war von der Idee, bei uns mitzumachen, zunächst sehr angetan. Später lehnte sie aber plötzlich rundweg ab. Warum – das hat sie uns nicht verraten.

Es gab und gibt ja eine riesige Fanszene, die Krug als Schauspieler und als Sänger huldigt. Gehören Sie dazu?

Diese Frage ist eigentlich völlig überflüssig, denn jeder, der Freude am Jazz oder DEFA Filmen hatte, kam an Krug nicht vorbei ohne ihn zu mögen. Deshalb machen wir jetzt aus dem geplanten Geburtstags- nicht ein Abschiedskonzert, sondern eher das große Weitermachkonzert. Denn diese Lieder sind einmalig. Ich liebe sie, und ich hoffe, viele Leute kommen, um sich davon zu überzeugen.

Was macht der Künstler Putensen, wenn er nicht mit Krug und Fischer beschäftigt ist?

Neben dem „Wunderwalzer“, den ich meiner Tochter Isabelle gewidmet habe, entsteht die Kinder-CD „Josephine – Dampfmaschine“. Ich hab‘ ja zwei Töchter, drei und sieben Jahre jung. Und mit denen zu singen und zu musizieren, bringt mich ziemlich schnell so richtig auf Trab. Vor allem brauche ich ihnen nicht mit halbherzigem Kram zu kommen. Das merken sie sofort und fordern mich unverzüglich auf, richtig zu singen und in die Tasten zu hauen.

Wann werden Sie wieder auf der Insel Rügen zu erleben sein?

Ende des Jahres bin ich mit „Josephine – Dampfmaschine“ im Gingster Museum. Im Sommer 2017 folgen Konzerte in Sellin und Putbus.

Interview: Steffen Adler/

        Chris-Marco Herold

OZ

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