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Rügen Mehr Zeit fürs Kind statt für den Job
Vorpommern Rügen Mehr Zeit fürs Kind statt für den Job
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00:55 22.08.2014

Sagard — Henriette Grawwert ist auf Jasmund aufgewachsen und hat später als Musical-Darstellerin die Bühnen der Welt erobert. Wenigstens einmal im Jahr gibt die Rügener Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin ein Konzert in ihrer Heimat. In diesem Jahr bringt sie einen ganz besonderen Gast mit. Wir sprachen mit ihr am Telefon.

OSTSEE-ZEITUNG: Hallo, Frau Grawwert. Müssen wir uns nach Ihrer Hochzeit vor zwei Jahren an einen neuen Nachnamen gewöhnen?

Henriette Grawwert: Nein, nein, keine Sorge. Ich heiße jetzt zwar offiziell Boeck wie mein Mann, habe aber meinen Mädchennamen Grawwert als Künstlernamen behalten. Der hat sich inzwischen eingeprägt und so muss ich nicht bei jedem Vorsingen oder ähnlichem jedesmal erklären, wer ich bin und das ich früher ja anders hieß.

OZ: Apropos Familie: Im Hintergrund ist ein Babystimmchen zu hören . . .

Grawwert: Das ist unsere Tochter Valerie! Sie ist Mitte Mai geboren und ganz aufgeweckt.

OZ: Herzlichen Glückwunsch auch von uns! Dann sind Sie momentan also in der Babypause?

Grawwert: Ja, schon seit ein paar Monaten. Ich bin ja von Stuttgart nach Oberhausen zu „Sister Act“ gewechselt, habe da aber praktisch noch nicht auf der Bühne gestanden, weil ich schwanger war.

Ich wurde dort sofort freigestellt und habe seitdem sehr viel Zeit für mich und seit Mitte Mai eben auch für unsere Valerie. Das ist eine wunderbare Zeit.

OZ: Und wann geht es auf der Musical-Bühne weiter?

Grawwert: Ich denke, da wird sich jetzt für mich einiges ändern, auch beruflich. Die Zeit der Großproduktionen ist vermutlich vorbei. Dazu ist der Job einfach zu kinderunfreundlich. Wenn ich bei den Proben zehn Stunden auf der Bühne stehen muss, könnte ich mich nicht um Valerie kümmern. Mein Mann arbeitet im Schichtdienst, ist also auch nicht immer zu festen Zeiten zu Hause.

OZ: Sie wollen doch der Bühne nun nicht den Rücken kehren?

Grawwert: Nein, nein, soweit geht es nicht. Aber ich möchte mich künftig auf andere Sachen konzentrieren, bei denen man Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren kann.

OZ: Zum Beispiel?

Grawwert: Die Zusammenarbeit mit meinem Musicalpartner Daniel Pabst möchte ich verstärken. Das, was wir als Duo „Pajette — Die Musicalkomödianten“ machen, wollen wir ausbauen. Das macht uns einfach Spaß. Wir sind schon dabei, das Programm auszuweiten, konzipieren unter anderem noch zwei Kinderstücke und wollen Musical-Workshops sowie unsere Dienste als Trauredner anbieten. Bei solchen kleineren Auftritten kann man das Kind schon mal eher mitnehmen als bei einer Probe für eine große Produktion.

OZ: Sie werden am Wochenende von Hamburg nach Rügen kommen und am Sonntag ein Konzert in der Sagarder Kirche geben. Wo bleibt dann Valerie?

Grawwert: Die kommt selbstverständlich mit! Das wird ihr erstes Konzert. Ihre Oma (Heike Grawwert, Leiterin der Jasmunder Plattdänzer. Anm.d.Red.) ist doch ganz verliebt in die Kleine. Und die wiederum liebt die Musik.

OZ: Ganz sicher?

Grawwert: Aber ja! Wenn ich mich jetzt auf das Konzert vorbereite, Texte lerne und singe, liegt sie daneben und versucht mitzusingen. Auch wenn ich tausendmal das Gleiche übe — das stört sie überhaupt nicht.

OZ: Scheint Valerie denn ein Lied aus dem Konzertprogramm besonders zu mögen?

Grawwert: Ich denke ja. Bei „Mister Brown“ aus dem „Ball im Savoy“ lacht sie sich jedesmal fast scheckig.

OZ: Auf welche Titel dürfen sich die Zuhörer in der Sagarder Kirche noch freuen?

Grawwert: Für das Rügen-Konzert, bei dem ich von Kantor Thomas Klee am E-Piano begleitet werde, habe ich wieder einen bunten Mix zusammengestellt. Klassisches von Schumann ist ebenso dabei wie eine Pop-Ballade von Celine Dion, „Reizend“ von Friedrich Hollaender oder „Mylord“ von Edith Piaf in der deutschen Fassung.

OZ: Ist die schöner als die französische?

Grawwert: Auf Französisch klingt es natürlich gut. Aber da versteht ja kaum ein Mensch, worum es in dem Lied geht. Mir ist es wichtig, dass die Leute einen leichten Zugang zu den Texten und Inhalten haben. Deshalb versuche ich so viel wie möglich auf Deutsch zu singen.

OZ: Das Programm heiß „Musik ist Farbe zum Hören“. Das ist deutsch, klingt aber trotzdem kryptisch. Was ist damit gemeint?

Grawwert: Wenn irgendwelche Musik erklingt, höre ich die nicht nur. Ich sehe auch Farben dazu. Bei „You Are The Sunshine Of My Life“ von Steve Wonder etwa ganz viel Gelb. Und ich denke, dass es vielen anderen Musikfreunden am Sonntag in Sagard auch so gehen wird.



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