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Rügen Menschliches in farbenfrohen Holzschnitten
Vorpommern Rügen Menschliches in farbenfrohen Holzschnitten
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00:01 31.08.2016
Günter Christiansen zeigt einen von Antje Wichtreys Holzschnitten aus dem Zyklus „Menschenrechte“. Quelle: Maik Trettin

Die Holzschnitte von Antje Wichtrey sind im Glower Kunstraum Wasserwerk schwer auszumachen. Nicht dass Ina Handelmann und Günter Christiansen den Arbeiten der im spanischen Granada lebenden Künstlerin nicht den gebührenden Platz in ihrer Jasmunder Galerie zugeteilt hätten. Doch was sich dort an den Wänden der Galerie findet, hat aber auch so gar nichts mit den oft knöchern und spröde wirkenden Schwarz-Weiß- Arbeiten zu tun, die viele oft mit diesem Genre assoziieren. Klare und gleichzeitig weiche Linien trennen farbige Flächen voneinander, ziehen den Blick des Betrachters kraftvoll und zugleich sanft zur Kernaussage des Bildes. Dorthin stellt die 50-Jährige oft einen – oder auch mehrere – Menschen. Kein Wunder: „Menschenrechte“ ist der Titel des Zyklus, aus dem einige Arbeiten seit wenigen Tagen im Glower Wasserwerk zu sehen sind. Mit dem Thema hat sich die Künstlerin 60 Jahre nach der Verkündung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen im Dezember 1948 auseinandergesetzt. In einer Mappe und einem Künstlerbuch hat sie zu jedem der 30 Artikel der Menschenrechtserklärung einen Farbholzschnitt gefertigt. Dabei geht es nicht um Verfehlungen und Abweichungen von den in dem Papier festgelegten Grundregeln. Antje Wichtrey „illustriert“ im besten Sinne des Wortes die Absicht der Verfasser, die hinter jedem einzelnen Artikel steht. Genauso positiv und optimistisch wie die Aussagen der Erklärung wirken auch ihre farbenfrohen Holzschnitte. Für das Mappenwerk wurde ihr der Menschrechtspreis „Goldene Taube“ verliehen.

Farbexperimente

Geboren wurde Antje Wichtrey 1966 in Hannover. Sie wuchs in München auf, wo sie heute noch wohnt, wenn sie sich nicht gerade in Granada aufhält. Die Holzschneiderin experimentiert mit transparenten und gesättigten Farben, Farbdifferenzierungen, Schichten und verschiedenen Farb- und Pigmentmischungen.

Diese Text-Bild-Kombinationen finden sich im Schaffen der gebürtigen Hannoveranerin öfter. Sie stellt zu ihren Arbeiten Passagen etwa aus Christa Wolfs „Kassandra“, Texte von Pablo Neruda oder Pina Bausch.

Um das Motto der aktuellen Schau im Kunstraum Wasserwerk „Das andere Ufer“, in der beispielsweise auch Holzskulpturen von Charlott Szukalla oder Malerei von Armin Mueller-Stahl gezeigt werden, auch in den Arbeiten von Antje Wichtrey zu erkennen, braucht es ein wenig Phantasie. Ina Handelmann und Günter Christiansen hatten bei vielen Werken sofort Assoziationen zum Thema ihrer Ausstellung. Etwa bei den Tänzerinnen aus der Pina-Bausch-Reihe. „Ina tanzt leidenschaftlich gern Flamenco“, erzählt Christiansen. Beim Tanzen sei es so, als betrete man ein anderes Ufer, die andere Seite einer bekannt zu scheinenden Welt. Erkunden können Besucher „das andere Ufer“ und die Arbeiten beispielsweise von Antje Wichtrey derzeit täglich in der Zeit von 11 bis 18 Uhr.

Maik Trettin

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