Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Mit Beatles-Legende zum „anderen Ufer“

Glowe Mit Beatles-Legende zum „anderen Ufer“

Poppiger John Lennon von Armin Mueller-Stahl wird in neuer Ausstellung im alten Wasserwerk Glowe gezeigt

Glowe. Er hat 1971 mit „Imagine“ die Hymne der Friedensbewegung komponiert – John Lennon. Jetzt schmückt sich Glowe mit dem einstigen Beatles-Star. Die Galeristen und Künstler Ina Handelmann und Günther Christiansen haben dafür gesorgt und den legendären Band-Anführer und Friedensaktivisten in poppiger Aufmachung auf die Insel geholt. Sie zeigen in ihrer Jahresausstellung 2016 das Konterfei von John Lennon – gleich in vierfacher und farbenfroher Ausführung, kunstvoll in Szene gesetzt von einem großen Multitalent, Armin Mueller-Stahl (AMS).

„Stell dir vor, all die Menschen, sie teilten sich die Welt, einfach so!“, heißt es im Song „Imagine“ von Lennon. Der sei mit seiner Friedenshymne zu anderen Ufern aufgebrochen, interpretiert Günter Christiansen. „Das passt richtig gut“, freut er sich über den gelungen Coup, Stahls-Mappenwerk mit den Siebdrucken von Lennon nach Glowe zu holen. „Denn unsere neue Ausstellung titelt genau so: Das andere Ufer.“

Das Thema passe wiederum gut zu Rügen, findet Günter Christiansen. „Die Insel ist sehr zerklüftet. Egal, wo man steht, man hat fast immer ein anderes Ufer oder gar eine andere Insel vor Augen.“ So wundert es nicht, dass Lennon in der neuen Exposition unter dem Dach im alten Wasserwerk an der Glower Hauptstraße zum Beispiel auf den „Sommer am Kreidefelsen“, einer aus einer Plastik und einem Holzobjekt bestehenden Gemeinschaftsarbeit von Charlott Szukalla und Günter Christiansen, oder auf das „Café am Bodden“, Malerei von Karin Wurlitzer, trifft.

Doch was haben Kunstobjekte wie Glühbirne oder Schlüssel am Haken von Antje Wichtrey mit der Insel und Ostsee gemein? „Licht aus, Licht an – was sehe ich?“, kommt Günter Christiansen ins Philosophieren und hinterfragt, was ich mit dem Schlüssel öffnen kann. „Das andere Ufer ist nicht nur topografisch gemeint, sondern auch auf das Leben gemünzt. Denn der Mensch bricht nicht erst seit der aktuell gewordenen Flüchtlingsproblematik, sondern von der Geburt bis zum Tod ständig auf zu anderen Ufern. Mit der Ausstellung wollen wir das vor Augen führen.“ Dabei seien Flucht und Vertreibung auch kein Phänomen unserer Tage, legt Günter Christiansen nach und erinnert an die Flüchtlingsströme des Zweiten Weltkrieges. „Einer, der in dem Dorf dazu gehörte, in dem ich vor ein paar Jahren auf Rügen meine Zelte aufgeschlagen habe, wurde – Jahrzehnte nach der Flucht – immer noch ’der Flüchtling’ und nicht bei seinem Namen genannt“, erinnert er und hinterfragt Integration und Miteinander. „Die Ausstellung soll diesbezüglich zum Nachdenken anregen.“

Für solche Denkanstöße haben Ina Handelmann und Günter Christiansen den Friedensaktivisten Lennon und die Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen – kunstvoll in Szene gesetzt – unter dem Dach des Kunstraums Wasserwerk in Glowe vereint. „Eine sprechende Stille“ oder „Ewigkeit einer Stunde“ titeln Holzschnitte von Antje Wichtrey, die neben Stahls Siebdrucken mit dem Konterfei des Beatles-Stars in der neuen Schau gezeigt werden. Diese Holzschnitte hat die in Granada und München arbeitende Künstlerin zum 60. Geburtstag der im Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verkündeten Erklärung der Menschenrechte gefertigt. Zu jedem Artikel der Charta schuf sie ein Kunstwerk. 2013 wurde Antje Wichtrey dafür mit der „Goldenen Taube“, dem Friedenspreis, geehrt.

Zum anderen Ufer sind auch Ina Handelmann und Günter Christiansen aufgebrochen. Dafür zieht sich das Künstlerpaar, das im Jahr 2011 das damals verwaiste, ehemalige Wasserwerk in Glowe für sich entdeckte, sogar den Blaumann an. Der Kunstraum Wasserwerk wächst. Hinter dem alten Gebäude hat das Duo angebaut. Die Arbeiten an dem mit einer Holzfassade versehenen Neubau sind weit fortgeschritten. Im Obergeschoss richtet sich Ina Handelmann, die mit ihrer Collage „Duft“ den dritten Preis des vom Kulturverein Lisa ausgelobten Frauen-Kunst-Preis 2015 gewonnen hat, ein neues Reich ein – ihre Werkstatt. Mit dem Erdgeschoss des Anbaus gewinnt der Kunstraum Wasserwerk mehr Platz. Das Parterre wird ein großer Galerieraum. „Der steht kurz vor der Fertigstellung“, kündigt Günter Christiansen an.

Die Ausstellung „Das andere Ufer“ kann bis zum 31. Oktober täglich in der Zeit von 11 bis 18 Uhr im alten Wasserwerk Glowe, Hauptstraße 1, besichtigt werden.

Udo Burwitz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Kultur
Verlagshaus Rügen

Markt 25
18528 Bergen auf Rügen

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag:
9.00 bis 12.30 Uhr und von 13.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Jens-Uwe Berndt
Telefon: 0 38 38 / 20 14 53
E-Mail: ruegen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.