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Mittler zwischen Kunstwerk und Publikum

Putbus Mittler zwischen Kunstwerk und Publikum

Ekkehard Ochs über den Klavierabend mit Matthias Kirschnereit im Theater Putbus

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Matthias Kirschnereit

Quelle: Foto: Agentur

Putbus. Der Klavierabend mit Matthias Kirschnereit im Theater Putbus war wohl das, was man eine sichere Bank nennt. Auch wenn die Veranstaltungszeit mit Sonntag 18 Uhr nicht eben gängig schien und das Programm den erwartbaren Kunstgenuss an nicht geringe mentale Anstrengungen band. Aber Rostocks Musikhochschulprofessor ist eben auch hier längst kein Unbekannter – man denke nur an seine Festspielkonzerte in Landow – und nicht zuletzt geschätzt als ein von seiner Kunst besessener Mittler zwischen Kunstwerk und Publikum. Dass er Letzterem absichtsvoll eine auch mal unbequeme Repertoire-Vielfalt zumutet und damit den Mainstream des nur „Beliebten“ und „Berühmten“ konterkariert, darf als weiterer Vorteil gelten. Zumindest hat man es im nahezu vollen Haus wohl auch so gesehen und ihm – nach einem wahrlich anspruchsvollen Programm – beifallsfreudig auch noch drei Zugaben abgetrotzt. Davor aber galt es aufmerksam zu sein. Etwa für Mendelssohns „Variations sérieuses“ op. 54, denen Kirschnereit mit empfindsamem Rubato-Spiel und sparsamem Pedalgebrauch sehr klare Strukturen und prägnante Artikulation abzugewinnen vermochte, oder für Debussys „Images“

(Heft 1), mit denen er die Aufmerksamkeit nicht auf festgefügte Strukturen, sondern auf schwebend irrisierende „Farben“ und neuartig impressionistischen Umgang mit alten Formen richtete. War das schon spannend, so konnte Kirschnereit mit der zwischen kantiger Motorik und aggressiven Repetitionen, aber auch fantasieartig freier, klangversponnener Lyrik der Sonate op. 22 des Argentiniers Alberto Ginastera neue Ausdrucksbereiche erschließen, ehe er die Sonate f-Moll op. 5 des 20-jährigen Brahms als – wie er sagte – „gewagte“ Idee einer vorweggenommenen Künstlerbiographie präsentierte:

klanglich voluminös, enorm kontrastgeschärft, von ungewöhnlichen auch geistigen Dimensionen und als Dokument einer bedeutenden, geradezu sinfonisch konzipierten Aussage; Krönung eines Abends, der alle Aufmerksamkeit lohnte.

Ekkehard Ochs

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