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Rügen Momentaufnahmen aus Rügens „Meereszauberwald“
Vorpommern Rügen Momentaufnahmen aus Rügens „Meereszauberwald“
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00:00 24.08.2016
Eine der durch Mehrfachbelichtung entstandenen Fotografien aus der Ausstellung „Meereszauberwald“ von Anne Kemmling.

Kreideküste, Buchenwald, Meer – Rüganer und Gäste haben das tausendfach gesehen und im Bild festgehalten. Es sind vermutlich auch nicht die „Zutaten“, die die Passanten an den Bildern vor den neuen Ausstellungsräumen in der Sassnitzer Hafenstraße stoppen lassen. Es ist die Komposition dieser Ingredienzien, die die Fotografien so besonders macht: Die Stubnitz scheint eine versunkene Unterwasserwelt zu sein, die Kreidefelsen ein zerklüfteter Meeresboden. Rein technisch handelt es sich um eine Mehrfachbelichtung eines Bildes, emotional dagegen lässt es sich nicht so leicht in eine Schublade stecken.

Die Fotografien stammen von einer jungen Frau, die wenigstens ebenso mehrschichtig zu sein scheint wie ihre Bilder: Anne Kemmling. Sie ist Wissenschaftlerin genauso wie Künstlerin, arbeitet als Biologin, Illustratorin und Fotografin. Die aus Niedersachsen stammende Frau, die vor anderthalb Jahren nach Sassnitz zog, bringt das alles unter einen Hut. Zwischen Hobby und Beruf unterscheidet sie bei den aufgezählten Arbeiten nicht. Ob am Mikroskop, bei einer Illustration oder am Sucher der Kamera – die Augen sind für Anne Kemmling immer wichtig. Sie habe einen Blick für Details, denke eher visuell, sagt sie.

Durch das Auge der Fotografin sieht der Betrachter den Ausschnitt einer Welt, die er zu kennen glaubte, die in dieser Zusammenstellung der Motive aber wie unentdecktes Land wirkt, dass er mit seinen Augen, dem Geist und vor allem seinen Emotionen für sich ganz allein erforschen muss. So wie es auch Anne Kemmling immer wieder tut. „Ich plane meine Bilder nicht, arbeite nur bei Nachtaufnahmen mit dem Stativ“, sagt sie. Bei manchen Wanderungen spüre sie erst auf dem Rückweg, dass an einem Ort etwas auf die warte. Was, das erfährt auch Anne Kemmling meist erst hinterher: „Ich merke oft erst beim fertigen Foto, was der Moment und der Ort emotional mit mir gemacht haben.“ Anfangs dachte sie, dass die Fotos nur auf sie wirken würden. Bis sie sie Menschen aus ihrem ganz persönlichen Umfeld zeigte. Die hätten sie ermuntert, diese Bilder nicht allein für sich selbst aufzubewahren, sondern auch anderen zu zeigen. Für Anne Kemmling wurde daraus die erste eigene Ausstellung, die noch bis Mitte September täglich in den eigens dafür hergerichteten Räumen in der Hafenstraße 18 zu sehen ist.

Ursprünglich sollte die Schau unter freiem Himmel zu sehen sein. „Seit ich auf Rügen lebe, bin ich viel mehr draußen unterwegs“, sagt Anne Kemmling. Wegen des wechselhaften Sommerwetters hatte sie ihre Ausstellungspläne modifiziert und sich einen passenden Raum gesucht. Vielleicht gibt es nach der diesjährigen Galerie-Premiere im nächsten Sommer eine Freilicht-Schau.

Maik Trettin

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