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„Musik ist der beste Zugang zu Emotionen“

Göhren „Musik ist der beste Zugang zu Emotionen“

Im Vorfeld des Blue Wave Festivals vom 16. bis 19. Juni treffen sich Musiker zum Workshop-Camp in Göhren

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Didi Neumann kümmert sich um Mundharmonikaspieler, die sich noch nicht trauen bei den abendlichen Sessions einzusteigen. Begleitet werden sie dabei von Ferdinand Kramer vom Gitarrenduo „Black Patti“.

Göhren. „Einmal spielten wir gerade ,Mystery Train’, als der ,Rasende Roland’ hinter der Freilichtbühne durchfuhr“, hat sich Didi Neumann unvergesslich eingeprägt. Der Blues-Harp-Spieler ist zwar nicht mehr der Jüngste, „aber solche Momente oder eine Session am Strand kann ich nur auf Rügen erleben“. Das sehen auch hunderte von Anhängern der amerikanischen Musikrichtung so, die sich dieser Tage zum Blue Wave-Workshop-Camp auf dem Regenbogen- Campingplatz von Göhren einfinden und sich auf das ab Donnerstag stattfindende Festival freuen.

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Im Vorfeld des Blue Wave Festivals vom 16. bis 19. Juni treffen sich Musiker zum Workshop-Camp in Göhren

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Andreas Goßmann aus Kassel hörte über Bekannte der heimischen Band Chikago Line vom Camp und reiste mit seinen Freunden schon früher an, „um uns die Buchenwälder im Nationalpark anzusehen“. Thomas Kürzinger spielt in der Münchner Band Rocks N'Pebbles und bekam den Workshop zum 50. Geburtstag von seiner Frau geschenkt.

Auch die ungefähr halb so alte Jennifer Klose aus Berlin bekam den Kurs zum Geburtstag. „Ich liebe Blues, tanze gern dazu und möchte ihn jetzt auch spielen können“, sagt die gelernte Tischlerin, die den Blues mit der Muttermilch aufsog. In Niederlehme bei Königswusterhausen organisierten ihre Eltern Konzerte über den örtlichen Blues-Verein. „Dabei lernte mein Vater auch Peter Schmidt kennen, bei dem ich den Workshop zur E-Gitarre belege“, erzählt sie.

Schmidt ist der Sohn des Stralsunder Fußballtrainers Erhard Schmidt und lebte bis 1980 in der Hansestadt, wo er Mentor der Gruppe Blues Rausch war und eine Zeitlang an der Musikschule „Rock It!“

unterrichtete. In seinem Kurs ist auch Petra Meyer, deren Gitarre unter „Stratitis“ leidet, wie der Lehrer erklärt. Bei der betagten Stratocaster-Gitarre des berühmten kalifornischen Herstellers Leo Fender lässt sich der Abstand zwischen Tonabnehmer und Saite noch nicht einzeln verstellen. „Deswegen summieren sich die Oberwellen und die Saiten klingen unterschiedlich intensiv“, weiß Schmidt, der sogleich ein paar Praxis-Tipps zur Linderung bereithält.

Er selbst spielt die Gibson Les Paul aus einer im Jahr 2006 auf 57 Stück limitierten Serie. Die Nummer 1 hat Jimmy Page von Led Zeppelin, Schmidt zupft die Nummer 28, „heutiger Wert so um die 40

000 Euro“.

Petra Meyer nimmt mit ihrem Vater und dessen beiden Brüdern am Camp teil. Das Bruder-Trio hat sich beim Band-Workshop von Jan Mohr angemeldet. Die Familie stammt aus dem ostfriesischen Leer, aber einer davon, Georg Meyer, lebt inzwischen mit seiner Frau in Alt Reddevitz und ist bereits zum vierten Mal dabei. Nach seiner Pensionierung wollte der Physik- und Informatik-Lehrer endlich das Meer sehen. Georg spielt Blues- Harp und singt wie vor genau 50 Jahren, als die Gebrüder mit zwei weiteren Musikern in der Beatband – wie das damals noch hieß – The Random Five spielten.

Dazwischen klafft zwar eine jahrzehntelange Lücke, „aber wir überlegen gerade, ein Konzert zum 50-jährigen Jubiläum zu geben“, sagt der Neu-Alt-Reddevitzer.

„Ich will eine Übung wie einen Gegenstand in alle Richtungen drehen können“, beschreibt Micha Maass die hohe Schule, der er sich selber unterzog. Manchmal baue er sich dafür das Schlagzeug um und spiele seitenverkehrt. „So vermeide ich Routine und trainiere beide Gehirnhälften gleichermaßen“, erklärt der Organisator von Camp und Festival. Das Camp stelle eine Bereicherung auch für das eigentliche Festival dar. Erstmals mehr als hundert Workshop-Teilnehmer reisen mit ihren Familien an. Maass leitet auch den „Trommelkurs“, wie der mit dem German Blues Award als bester Schlagzeuger ausgezeichnete Musiker das nennt. Seine Schüler befreit er vom Ballast verkopften Denkens. „Musik ist der beste Zugang zu Emotionen“, meint Maass. Aufmachen sollen die Musiker und den Dingen freien Lauf lassen. Spaß steht im Vordergrund, wenn es nicht einen ernsten Auftrag gibt, wie ihn Werner Zimmermann mitbringt. Der Dresdner ging seinen Stammtischbrüdern solange mit schrägen Melodien seiner Mundharmonika auf die Nerven, bis die für den Workshop auf Rügen zusammenwarfen.

Uwe Driest

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