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Rügen Musik mit viel Dapduda und Quimbara
Vorpommern Rügen Musik mit viel Dapduda und Quimbara
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00:25 25.08.2014
Ich hätte die Organisation des Festivals nach den zwölf Jahren fast aufgegeben.“Ingelore Marquardt, Vereinsvorsitzende und Initiatorin des Jugend-Jazz-Festivals „Blueboat“
Sassnitz

Laura steht auf der Bühne des Grundtvighauses und singt. Was, das versteht kein Mensch. Nur, dass es irgendwie ein Zwiegespräch mit ihrer Gesangspartnerin Lea ist, das die beiden zu den Klängen von E-Gitarre, Schlagzeug und Kontrabass führen. „Dapduda, dududa“, ein paar immer wieder unterschiedlich aneinandergereihte Silben, ein Zischen, Schnalzen, Kuckuck-Rufe und das lateinamerikanische „Quimbara“ — wie schrill Jazz sein kann, zeigten junge Frauen und Männer beim Abschlusskonzert des Jugend-Jazz- Festivals Blueboat. Eine Woche lang hatten sie in verschiedenen Konstellationen mit ihren Dozenten geprobt — und letztere immer wieder in Erstaunen versetzt. „Da war manchmal gar nicht so ganz klar, wer eigentlich Schüler und wer Dozent ist“, sagte Schlagzeuger Karl-Friedrich Degenhardt, der zu den Unterrichtenden gehörte. Auch sein Kollege, der Gitarrist Tim Bücher, war voll des Lobes über die diesjährigen Teilnehmer, die seinen „Lehrplan“ völlig über den Haufen warfen: „Die waren mit den Sachen, für die ich eine Stunde eingeplant hatte, schon in einer halben fertig“, erzählte er schmunzelnd.

Und das, obwohl viele von ihnen in Sachen Jazz musikalische Anfänger sind. So wie die schon erwähnte 24-jährige Laura. Wenn die Spanisch-Studentin aus Berlin das Radio oder irgendein anderes Musikgerät einschaltet, hört sie unter anderem Bossa Nova, Pink Floyd, aber auch mal gut gemachte Musik aus den aktuellen Hitlisten. Erst im Februar hat sie — „nebenbei“, wie sie betont — ernsthaft mit Jazzgesangsunterricht begonnen und singt mehr als „dudapduda“. Für den Zuhörer mag das mitunter etwas abgedreht wirken, weiß sie. „Aber es macht denjenigen, die auf der Bühne stehen und zusammen Musik machen, richtig Spaß“, versichert sie, die mit „Lullaby of Birdland“ auch noch einen echten Jazz-Klassiker lieferte.

Zu einem solchen entwickelt sich das Festival, das 2002 zum ersten Mal auf Rügen stattfand, mittlerweile selbst. Ingelore Marquardt, deren Sohn nach der Schule gern Jazz spielte, gehörte damals zu den Initiatoren. Nils Marquardt ist mittlerweile Berufsmusiker geworden. Dennoch bereiten die Putbusserin und ihre Mitstreiter von Verein Kultur & Bildung Blueboat Jahr für Jahr diese Woche mit Workshops für junge Jazzer vor. Mit vielen Helfern natürlich, wie sie sagt und von den Vereinsmitgliedern Martina Bielefeld und Stephan Busse benennt. Dennoch: Es sei immer wieder ein Kraftakt, das Festival finanziell und organisatorisch abzusichern. „Ich hätte das nach den zwölf Jahren fast aufgegeben“, gesteht sie. Was sie daran hindert, sind die Musiker selbst. Ehemalige Schüler schicken Fotos von ihrer Hochzeit oder ihren mittlerweile geborenen Kindern. Andere, die einst beim Blueboat „mitsegelten“, kommen als Dozenten wieder und unterrichten die nächste Generation. „Das ist wie eine große Familie, die in Kontakt bleibt“, sagt Ingelore Marquardt, für die schon klar ist: 2015 wird wieder gejazzt.



Maik Trettin

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