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Musikfestival an einem „magischen Ort“

Landow Musikfestival an einem „magischen Ort“

Die Festspiele MV machten in der Wegekirche Landow Station / Junge Künstler aus Rostock waren zu erleben

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In der ausverkauften Wegekirche: Die beiden Posaunisten Daniel Téllez (l.) und Amit Rosenzweig (r.) brillierten mit Kompositionen von Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Bodin de Boismortier.

Quelle: Fotos: Christian Rödel

Landow. Ein entspanntes Lächeln glitt gestern Punkt 11 Uhr über Carsten Zillichs Gesicht, als er das Glockengeläut der Landower Wegekirche in Gang gesetzt hatte. „Es kann losgehen mit den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern“, meinte der ehemalige Chef des Stralsunder Stadtplanungsamtes, der sich seit seiner Pensionierung im Jahre 2002 unermüdlich um die Pflege der klassischen Musikkultur auf Westrügen verdient gemacht hat.

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Die Festspiele MV machten in der Wegekirche Landow Station / Junge Künstler aus Rostock waren zu erleben

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Der 79-jährige Rüganer und seine Frau Christina wurden nur wenige Minuten später vom Festspielintendanten Dr. Markus Fein mit huldvollen Worten geradezu in den Himmel gehoben. „Familie Zillich ist die gute Seele der Landower Kultur- und Wegekirche, die für mich der ultimative magische Ort für unsere Festspiele auf Rügen ist“, sagte der Intendant in seiner offiziellen Eröffnungsrede im Chorraum des mittelalterlichen Gotteshauses, das von Bauhistorikern auf Grundlage dendro-chronologischer Gutachten (Zeitbestimmung durch Analyse der Jahresringe im Holzgebälk) als älteste Fachwerkkirche in Norddeutschland klassifiziert wurde.

Dieser magische Ort wurde gestern zur Eröffnung des Landower Musikfestes zudem in ein magisches Licht getaucht. Kerzenschein und kunstvoll auf den Altar fokussierte Scheinwerferspots gaben dem Inneren des Backsteinbaues mit Fundamenten aus großen Findlingen ein festlich geweihtes Ambiente. Nicht umsonst zieht dieser Ort allsommerlich Musikfreunde aus ganz Deutschland magnetisch an – das war gestern Vormittag nicht anders.

Die Kennzeichen der rund um die Wegekirche abgestellten Fahrzeuge stammten aus aller Herren Bundesländer. Die gesamte Organisation des diesjährigen, nunmehr 17. Landower Musikfestes wird offensichtlich zu einer immer größer werdenden logistischen Herausforderung.

Für die kulinarischen Genüsse des geneigten Publikums sorgt inzwischen ein professionelles Catering-Unternehmen von der Insel. Der Kochkunst von Elke Neugebauer aus Samtens war es zu verdanken, dass die Gaumen der Gäste unter anderem mit Sesam-Backkartoffeln und Mangold-Suppe verwöhnt wurden. Doch die Mammut-Aufgaben dieses Musikereignisses erledigen die engagierten Mitglieder des Freundeskreises „Kirche zu Landow“ immer noch selbst. Da sind beispielsweise die beiden Landower Monika Morawietz und ihr Mann Reinhard, die sich nicht zu schade sind, beim Aufbau des Festzeltes selbst kräftig mit anzupacken.

Das aus Hessen stammende Ehepaar lebt seit 2005 in unmittelbarer Nachbarschaft der Wegekirche. Die 61-jährige Pädagogin Monika Morawietz leitet die Freie Schule in Dreschwitz, wohingegen ihr Mann, der als Geschäftsführer eines großen Wohnungsbauunternehmens in Gießen arbeitet, beruflich pendeln muss.

Die Landower sind eine durch und durch eingeschworene Gemeinschaft, in die jeder seine beruflichen Fähigkeiten mit einbringt. Die beiden neben Familie Zillich lebenden, aus Oldenburg stammenden ehemaligen Landschaftsarchitekten Vera Leo-Strasser und ihr Mann Helmut kümmern sich um die parkähnlichen Grünanlagen der Kirche. Um die individuelle Betreuung der Musikelite kümmert sich wie eine Herbergsmutter die Frau von Carsten Zillich. „Die Musiker fühlen sich bei uns heimisch und umsorgt“, meinte Christina Zillich lachend, als sie den jungen Rostocker Musikhochschulstudenten um Professor Stephan Imorde den Frühstückstisch im eigenen Haus deckte.

Das hochkarätige musikalische Programm, das in zwei Konzerten von Studenten und Lehrern der Hochschule für Musik und Theater Rostock (HMT) und von herausragenden Talenten der „young academy rostock“

bestritten wurde, hatte man in diesem Jahr übrigens so gestaltet, dass die Gäste den ganzen Sonntag über bis zum frühen Abend dem Musikgenuss frönen konnten und nicht wie in den Jahren zuvor bis spät in die Nacht der Musik lauschten.

Das geänderte Konzept kam bei den Musikliebhabern bestens an, weil sie nach dem Konzert die Rückfahrt noch bei Tageslicht antreten konnten.

Christian Rödel

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