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Neue Skulptur am Wieker Hafen: Seehase will gestreichelt werden

Wiek Neue Skulptur am Wieker Hafen: Seehase will gestreichelt werden

Die 4 Tonnen schwere Arbeit von Mile Prerad stellt einen seltenen Meeresbewohner dar / Kinder und Erwachsene können sich auf den Rücken des Steinkolosses schwingen

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Stieven (7), Maren (9) und Antonia (8) aus Wiek haben sofort Freundschaft mit dem steinernen Fisch geschlossen.

Quelle: Anne Ziebarth

Wiek. So stürmisch wurde wohl noch keine Enthüllung eines Kunstwerkes gefeiert, wie die des steinernen Seehasen an der Promenade des Wieker Hafens. Nur Sekunden nachdem Wieks Bürgermeisterin Petra Harder gemeinsam mit dem Bildhauer Mile Prerad das Tuch von der rund 1,50 Meter hohen Skulptur gezogen hatten, war der Fisch bereits fest in Kinderhand.

OZ-Bild

Die 4 Tonnen schwere Arbeit von Mile Prerad stellt einen seltenen Meeresbewohner dar / Kinder und Erwachsene können sich auf den Rücken des Steinkolosses schwingen

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Der siebenjährige Stieven aus Wiek war der erste der auf den Rücken des Tieres kletterte. „Ich mag Fische. Und natürlich auch, dass man auf diesem Reiten kann.“

Die Skulptur aus Wittower Granit zeigt einen Seehasen, einen in der Ostsee vorkommenden aber seltenen Meeresbewohner mit Knochenknubbeln auf der Körperoberfläche. Mile Prerad hat diese in das Abbild aus Stein einfließen lassen. „Den mittleren Bereich habe ich nicht poliert, sondern nur wenig bearbeitet“, berichtet er. „Zum einen, weil der Seehase in diesem Bereich auch rau ist, zum anderen auch, um zu zeigen, wie der Stein aussieht wenn er nicht poliert ist.“

Es sei ein außergewöhnlich schöner Stein, von spezieller Farbe, lobt der Künstler. „Und ein echter Wittower“, ergänzt Bürgermeisterin Petra Harder. „Mile hat den Stein auf einem Feld entdeckt.

Der Landwirt hat ihn nicht nur zur Verfügung gestellt, sondern das vier Tonnen schwere Stück auch noch bis ins Atelier des Künstlers nach Lobkevitz transportiert.“ Nach einem knappen halben Jahr Arbeit und einem Abtrag von fast einer Tonne Gestein war es geschafft. Aus dem wuchtigen Granitstein hat Prerad einen freundlichen Fisch gehauen. Sehr zur Freude der Gemeinde. „Er ist noch viel schöner geworden, als wir gedacht haben!“, begeistert sich die Bürgermeisterin. Bezahlt hat die Gemeinde einen Freundschaftspreis. Für 5000 Euro wechselte der Seehase den Besitzer.

Den Transport der Skulptur zum Hafen übernahmen Bauern der Agrar GmbH Wittow Süd und der Landwirtschafts GmbH Wieker Bodden. „Das sind eben unsere Landwirte“, freut sich Petra Harder.

„Sie waren sofort mit dabei und haben den Transport in einem Wieker Gemeinschaftsprojekt gestemmt.“

Der Standort für das Kunstwerk wurde sorgfältig ausgesucht. „Der Fisch soll für Besucher des Hafens sofort zu sehen sein. Und zwar egal, ob sie mit dem Schiff oder zu Fuß kommen“, betont die Bürgermeisterin. Und tatsächlich: Auch die Fahrgäste, die gerade von der Fähre „Gellen“ abgestiegen sind, zieht es als erstes zu dem steinernen Fisch. Nahezu alle Passanten streichen mit der Hand über den Stein.

„Das ist auch so gedacht. Die Menschen sollen kommen und ihn sehen, ihn anfassen und erleben. Dafür ist er da!“, meint Prerad. Auch eine steile Karriere als beliebtes Fotomotiv scheint für den Seehasen vorgezeichnet – kaum ein Besucher des Wieker Hafens geht ohne einen Schnappschuss des Fisches nach Hause. „Gut so. Das Bild von Wiek soll um die Welt gehen“, freut sich der Künstler und verweist auf seine Robbenskulpturen vor dem Stralsunder Ozeaneum. „Die sind millionenfach fotografiert worden“, berichtet er. „Wer weiß, wo diese Bilder schon überall angesehen wurden. Ich hoffe, dass der Seehase auch so ein internationaler Fisch wird.“

Und noch einen Tipp gibt der Künstler den Betrachtern seines Seehasen mit auf den Weg. „Beobachten Sie ihn doch mal bei unterschiedlichem Wetter“, sagt er. „Der Stein sieht bei jeder Witterung unterschiedlich aus. Bei Regen und Wolken schimmert er richtiggehend blau.“

Für den gerade 70 Jahre alt gewordenen Bildhauer Mile Prerad geht die Arbeit aber auch nach dem Seehasen weiter. „Ich hoffe, die Gesundheit spielt mit und ich kann noch lange arbeiten. Im Kurpark von Glowe warten noch viele Skulpturen auf ihre Fertigstellung.“ Dort sind bereits zahlreiche Arbeiten – meist handelt es sich um Tiere der Ostsee– von Prerad zu sehen, andere Findlinge warten noch an Ort und Stelle auf ihre Vollendung. Wer Glück hat, kann auf einem Spaziergang den Bildhauer bei seiner Arbeit im Kurpark beobachten.

Anne Ziebarth

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