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Rügen Neues Gewand für metallene Prunksärge
Vorpommern Rügen Neues Gewand für metallene Prunksärge
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03:45 09.09.2013
Gottfried Biermann deutet auf den Metallsarg von 1637, der als nächster restauriert wird, während Carlo Wloch Besucherinnen am Tag des offenen Denkmals den Ablauf der Sanierung erläutert. Quelle: Uwe Driest

Am Tag des offenen Denkmals präsentierte sich die Gruft der Fürsten zu Putbus in der Vilmnitzer Kirche in neuem Gewandt. In den vergangenen zwölf Monaten waren das Gewölbe und der Fußboden saniert worden — dabei waren ein Hüftknochen mit Textilresten sowie weitere Knochenteile gefunden worden.

Im Einvernehmen mit dem Förderverein der Vilmnitzer Kirche unter Vorsitz des ehemaligen Pfarrers Gottfried Biermann habe sich die Denkmalschutzbehörde des Landkreises jedoch dafür entschieden, den Funden nicht weiter nachzugehen. Es sei so schon schwer genug, mit der Restaurierung des Objekts voranzukommen, sagte Biermann als Erklärung.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei einer anderen Kirche in Deutschland ebenso entschieden worden wäre“, bedauert Anwohnerin Ingrid Schmidt den Umstand, dass weitere Erkenntnisse über die Geschichte des Ortes — und damit der Insel — aller Voraussicht nach für immer unter einer Betondecke verborgen bleiben werden.

Biermann und sein Mitstreiter, Steinmetzmeister Carlo Wloch, organisieren derzeit die Sanierung der 27 Metall- und Holzsärge, die nach und nach restauriert, kopiert und beschriftet werden sollen.

„Selbst wenn wir jedes Jahr die Mittel zur Restaurierung zweier Särge aufbringen können, werde ich die Fertigstellung wohl nicht mehr erleben“, sagte Biermann.

Erst am Vortag hatte das Duo unter tatkräftiger Mithilfe des neuen Putbusser Pastors, Bodo Winkler, fünf Nachbildungen von Holzsärgen in das Mausoleum des Schlossparks transportiert, um Platz zu schaffen für die Restaurierung der Metallsärge, die ihrer Größe wegen nicht aus dem schmalen, erst später angelegten Zugang bewegt werden können. Bis zu 80 Zentner bringt so eine letzte Ruhestätte wie jener aus dem Jahr 1637 auf die Waage.

„Die Restaurierung historischer Metallsärge ist eine eigene Forschungsrichtung, die uns in die Lage versetzt, zu sagen, welches Gold und welches Bindemittel seinerzeit verwendet wurde“, erklärte Wloch.

Die zügige Fertigstellung scheitere jedoch immer wieder am Geld. „Wir haben hier eine komplette Generationenfolge“, betonte Biermann, „ich glaube, auf Landesebene ist gar nicht bekannt, was für einen Schatz das bedeutet.“ Auch von der Stadt Putbus würde er sich mehr Unterstützung wünschen, „wenn die Stadt als Kulturhauptstadt und Sitz des größten und ältesten Rügener Adelsgeschlechts gesehen werden möchte“.

Dies gelte auch für das Mausoleum, das dringend sanierungsbedürftig sei. Umso mehr, als sich dort nun die aufwendig erstellten Nachbauten befinden. Zwei originale Holzsärge will ein Stralsunder Restaurator nun aus der Sakristei in seine Werkstatt überführen.

Die heutige Kirche gliedert sich in die drei Bauabschnitte Turm, Langhaus und Chor. Ältester Teil ist der auf Feldsteinen errichtete Chor. Das Langhaus stammt aus der Mitte des 14. Jahrhunderts, wurde aber im 15. Jahrhundert erneuert und besitzt vier Joche. Kurz nach der Erneuerung des Langhauses wurde auch der Turm fertiggestellt. Als Meisterwerk der Spätrenaissance gelten die im Chor befindlichen vier großen Sandstein-Epitaphe von Klaus Midow, der möglicherweise auch den Sandsteinaltar von 1603 schuf.

Tag des offenen Denkmals auf Rügen
5 Millionen kulturinteressierte Menschen besuchen jährlich zum Tag des offenen Denkmals bundesweit rund 10 000 Besichtigungsstätten in mehr als 3000 Städten und Gemeinden.

„Unbequeme Denkmale“ lautete das Motto der Veranstaltung des Rügener Kuratoriums der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag im Sellner Cliff-Hotel.

Geöffnet waren in diesem Jahr vor allem Gebäude auf der Insel Hiddensee, darunter waren das Asta-Nielsen-Haus von 1923, das heutige Doktorandenhaus der Biologischen Station (1924), die ehemalige Seenotrettungsstation von 1890 und das Haus des Malers Oskar Lietzenburg. Auch das 1755 in Vitte als Fischerkate erbaute „Hexenhaus“ sowie das Leuchtfeuer Dornbusch, das seit über 100 Jahren das Wahrzeichen der Insel ist, hatten ihre Pforten für die Insulaner geöffnet.

Der „Tag des offenen Denkmals“ ist der deutsche Beitrag zu den „European Heritage Days“ unter der Schirmherrschaft des Europarats, an dem sich alle 49 Länder der europäischen Kulturkonvention beteiligen.

Uwe Driest

Maria Pakulla hat sich um einen Insel-Sohn verdient gemacht und war bis zum Jahr 2006 Ehrenvorsitzende der Ernst-Moritz-Arndt-Gesellschaft.

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