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Rügen Pailletten, Federn und ein Bier auf ex
Vorpommern Rügen Pailletten, Federn und ein Bier auf ex
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07:32 27.03.2017
Meret Becker beim Festspielfrühling in Göhren. Quelle: Geert Maciejewski
Göhren

Mit einem extravaganten Auftritt der Sängerin und Schauspielerin Meret Becker in der Göhrener Nordperdhalle ging am Wochenende der Festspielfrühling 2017 zu Ende. Das Publikum bekam eine mitreißende, wilde Show zu sehen, die einen krassen Kontrast zum sonstigen Festspielprogramm bot. Eine „Singende Säge“, die beinahe unheimliche Töne hervorbrachte, eine Flüstertüte, in die Meret Becker auch gerne mal brüllte und zerschmetterte Scherben auf der Bühne – Manch einem Zuschauer war das doch etwas zuviel, einige Menschen verließen die Halle in der Pause. Die, die sich auf das unberechenbare Gesamtkunstwerk Meret Becker einließen, wurden belohnt.

Meret Becker faszinierte das Festspiel-Publikum mit der außergewöhnlichen Show „Le Grand Ordinaire“ in der Nordperdhalle.

Zirkus war das übergreifende Thema des Abends, und Meret Becker behandelte in ihren zum Teil selbst komponierten Songs alle Facetten, die das Leben unter der Zirkuskuppel mit sich bringt. Sowohl die tiefe Melancholie über den ständigen Abschied, welche die Weiterziehenden in sich tragen, als auch die überschäumende Lebensfreude und Freiheit des fahrenden Volks waren für das Publikum fassbar. Den herausragenden Musikern von „Tiny Teeth“ gelang das Kunststück, die Zirkusatmosphäre nie abreißen zu lassen: Nicht nur Schlagzeug, Gitarre, Klavier, Akkordeon, Tuba, Trompete und Posaune berherrschten die fünf Musiker mit Leichtigkeit und Spielfreude, auch ungewöhnliche Intrumente wie die sogenannte Glasharfe, bei der Töne auf mit Flüssigkeit gefüllten Gläsern erzeugt werden, fügten sich in das bunte Zirkuskonzept ein.

Meret Becker war an diesem Abend scheinbar überall gleichzeitig. Sie spielte Instrumente, sang in ihrer wundervoll direkten Altstimme, rezitierte und beherrschte die Bühne mit enormer Präsenz. Trotzdem blieb die Künstlerin zum Publikum stets etwas distanziert, ein wenig wirkte sie zunächst selbst wie der ferne Stern unter der Zirkuskuppel. Einlagen wie das Gurgeln von „La vie en rose“ und das Trinken einer Flasche Bier auf Ex kamen bei den Zuschauern gut an. „Jaja. Sowas mag das Publikum“, kommentierte Becker lachend und hinterließ einen peinlichen Moment der Selbsterkenntnis bei manchem Besucher. Beim gemeinsamen Musizieren von Meret Becker und dem Festspielorchester mit Nils Mönkemeyer war die Welt dann wieder rund: Emotional, synergetisch und voller Spielfreude klangen di e Lieder von Meret Becker, die sich im Arrangement des Pianisten Jarkko Riihimäki fast noch besser anhörten als im Original.

Anne Friederike Ziebarth

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