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Postkarten für die Zukunft des Museumskutters

Sassnitz Postkarten für die Zukunft des Museumskutters

Der Förderverein muss die 57 Jahre alte „Havel“ im Sassnitzer Stadthafen gründlich überholen und will sie auf Land setzen. Dabei hofft er auf finanzielle Unterstützung.

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Apotheker Hubert Ellers, Bundestagsabgeordnete Kerstin Kassner und Peter Poppitz vom Förderverein Sassnitzer Fischerei- und Hafenmuseum e.V. bei der Übergabe der Spendenpostkarten.

Quelle: Andreas Pfaffe

Sassnitz. Der Museumskutter „Havel“ ist eine der wichtigsten Attraktionen des Sassnitzer Fischerei- und Hafenmuseums. Und auch wenn die Stahlkonstruktion robust und dauerhaft erscheint — so langsam ist der Zeitpunkt gekommen, an dem mit ein bisschen Farbe nicht mehr viel zu kaschieren ist. „Da müsste so einiges gemacht werden“, sagt Andreas Pfaffe, Vorsitzender des Museum-Fördervereins. Er und seine Mitstreiter wollen mit einer ungewöhnlichen Aktion Geld zur Sanierung des Gefährts einwerben: Auf Postkarten, die in ganz Deutschland und die weite Welt verschickt werden können, wird um Spenden für den Erhalt der „Havel“ geworben.

Die Idee stammt von Rügens früherer Landrätin und heutigen Bundestagsabgeordneten Kerstin Kassner (Linke). Sie ist genau wie der Sassnitzer Apotheker Hubert Ellers, der seinerzeit die Aktion „Helft der Havel“ startete, Ehrenmitglied des Fördervereins. In einer Auflage von 500 Stück ließ sie Karten drucken, die auf der Vorderseite den 26,5 Meter langen Kutter an der Kaikante vor dem Hafenmuseum zeigen. Auf der Rückseite findet sich ein kurzer Abriss über die geschichtliche Bedeutung des 57 Jahre alten Fischereifahrzeugs, das zur einstigen Flotte des Sassnitzer Fischkombinats gehörte. Im letzten Absatz wird um Geldspenden gebeten.

„Diese Karte kann man bei uns mitnehmen und an Leute verschicken, die sich diesen Kuttern oder dem Fischereistandort Sassnitz verbunden fühlen“, sagt der Vereinsvorsitzende. Mögliche Adressaten könnten nach seinen Vorstellungen Leute sein, die früher einmal zur See fuhren und fischten und eine besondere Beziehung zu dieser Tradition haben. „Das waren ja nicht nur unbedingt Rüganer“, erinnert Pfaffe daran, dass viele Seeleute und Fischer aus dem Süden der Republik angeworben wurden und einige als Rentner dorthin wieder zurückkehrten. „Das kann funktionieren“, zeigt sich der Sassnitzer überzeugt. Er verweist dabei auf die Drehleiter-Aktie, die der Förderverein der Feuerwehr aufgelegt hatte, um an Spenden zum Kauf des Geräts zu kommen. Diese Aktion wurde ein großer Erfolg und half der Kommune, die Eigenmittel für den geförderten Kauf der Leiter bereitzustellen. Auf ähnlichen Zuspruch hofft auch der Museumsverein. „Es wird nicht die Riesen-Summe zusammenkommen, mit der wir alle Probleme rund um den Erhalt des Kutters los sind. Aber es hilft ganz sicher beim Einwerben von Fördermitteln“, hofft Andreas Pfaffe.

Um die kümmert sich die Stadtverwaltung. Laut einem Beschluss des Stiftungsrates soll der Kutter künftig nicht mehr im Wasser, sondern unmittelbar am Museum liegen. Wie das technisch gestaltet werde, sei noch nicht abschließend geklärt, sagt Pfaffe. Aber durch das „Zusammenrücken“ erhofft man sich auch für das Museum endlich wieder steigende Besucherzahlen. Auf diese Weise wollen Museumsstiftung und Förderverein zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Das gespendete Geld werde aber ausschließlich für den Erhalt des Kutters eingesetzt, versichert Andreas Pfaffe. „Das werden wir auch gut dafür brauchen können.“ Allein der benötigte Spezialkran, um das Boot aus dem Wasser zu holen, koste pro Tag eine fünfstellige Summe. Insgesamt rechnet man zum gegenwärtigen Zeitpunk, ohne Details zum Projekt festgelegt zu haben, schon mit einem sechsstelligen Betrag, der für die Sanierung und die Platzierung des Kutters an Land gebraucht würden. Kein Pappenstiel, weiß auch Andreas Pfaffe. „Aber auch wenn wir das nicht täten, müsste der Kutter demnächst in einer Werft gründlich überholt werden.“ Und auch das würde nicht billig und sei ohne finanzielle Spritzen genauso wenig zu finanzieren.

Einst Hering gefischt

1957 wurde die „Havel“ als fünftes Schiff der 26,5- Meter-Stahl-Fischkutter-Serie mit der Kennung SAS 274 in Dienst gestellt. Bis 1990 fischten die Besatzungen mit diesem Kutter in Nord- und Ostsee vor allem nach Hering. 1993 erwarb der Verein Sassnitzer Fischerei- und Hafenmuseum das Schiff von der Treuhand. Es ist der letzte original erhaltene Kutter von einst 50 seiner Art im Fischkombinat Sassnitz.
Spenden unter dem Kennwort „Havel“ auf das Konto des Vereins, (IBAN) DE39130510420037100369, (BIC) NOLADE21RUE

 



Maik Trettin

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Apotheker Hubert Ellers, Bundestagsabgeordnete Kerstin Kassner und Peter Poppitz vom Förderverein Sassnitzer Fischerei- und Hafenmuseum  bei der Übergabe der Spendenpostkarten zum Erhalt des Museumskutters „Havel“.

Der Museumskutter „Havel“ soll aus dem Sassnitzer Hafenbecken geholt und neben den Eingang des Museums platziert werden. Dafür sammelt der Verein Spenden.

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