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Rügen Rügen-Maler auf den Spuren von Landschaften und Fischern
Vorpommern Rügen Rügen-Maler auf den Spuren von Landschaften und Fischern
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04:08 16.07.2013
Kirche von Middelhagen: Lyonel Feiniger malte gerne auf Rügen.

Rügen und die Malerei? Den meisten fällt nur Caspar David Friedrich ein und sein berühmtes Kreidefelsen-Gemälde. Aber weit gefehlt: Deutschlands größte Insel ist schon lange Mekka naturbegeisterter Maler. Prominente und weniger prominente bildende Künstler bannen die landschaftlichen Schönheiten schon jahrzehntelang auf Leinwände, aber auch die Besonderheiten des rügenschen Alltagslebens waren und sind immer wieder beliebte Motive.

„Rügen wurde in den letzten 200 Jahren von Künstlern besucht wie nicht viele deutsche Landschaften“, urteilt Klaus Haese. Er hat sich als ehemaliger Professor der Kunstgeschichte an der Universität Greifswald intensiv mit der Malerei in seiner unmittelbaren Umgebung beschäftigt und stellte seine Ergebnisse jetzt in einem Dia-Vortrag auf Einladung des Fördervereins Mönchguter Museen vor.

Weil der Rügen-Boom mit Pinsel und Farbe beinahe unüberschaubar ist, beschränkte sich Haese auf die Region Mönchgut. Richtig beliebt bei den Malern wurde der Südosten Rügens erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die Stubbenkammer mit ihren monumentalen Steilküsten nicht mehr so interessant erschien. „Die Vielfalt der südöstlichen Küste der Insel und das Leben der Fischer dort lockte jetzt mehr“, sagt Haese. Auch der Greifswalder Caspar David Friedrich wanderte gerne in derMönchguter Landschaft und setzte mit Zeichenblock und Bleistift Akzente. Blicke von den hügeligen Anhöhen auf Groß Stresow, Alt Reddevitz, Thiessow und Gager sind uns von Friedrich überliefert.

Sicherlich traf er bei seinen Wanderungen auch den einheimischen Künstler Johann Jakob Grümbke, der die Insel nicht nur in seinen „Streifzügen durch das Rügenland“ literarisch beachtete, sondern auch bildnerisch, überwiegend in Aquarellen. Was zum ersten Mal auftaucht in der Landschaft: Gebäude, beispielsweise das Schloss Putbus, die Dorfkirche in Middelhagen (Adolf Menzel, 1851) oder Fischerhäuser in Gager. „Erst viel später wagten sich die Maler Bewegung, an das Alltagsleben in der Mönchgut-Region“, erklärt der Wissenschaftler.

Einer der ersten, dem es gelang, fast fotografisch genau die körperlichen Anstrengungen von Fischern auf Leinwand zu fixieren, war der Norweger Hans Fredrik Gude mit seinem 1885 entstandenen Ölbild „Landende Fischer“. Das Gemälde entstand, als Gude bereits Professor für Landschaftsmalerei an der Berliner Kunstakademie war und von dort aus immer wieder Ausflüge nach Rügen unternahm, auch mit seinen Schülern.

Der neue Mönchgut-Trend erfasste mehr und mehr auch Touristen- und Hobbymaler, die ihre Staffelei irgendwo in der Landschaft zur Entspannung aufstellten. Wilhelm Ostwald zum Beispiel, 1909 Nobelpreisträger für Chemie. „Er kam in seiner Freizeit immer wieder in die Gegend und malte, ein Ausgleich zur strengen Naturwissenschaft“, berichtet Haese. Ähnlich ging es zahlreichen bekannten und unbekannten Laienkünstlern, auch nach dem Zweiten Weltkrieg, bis heute. Haese: „Viele kommen vom Caspar-David-Friedrich-Institut in Greifswald, aber auch sonst von überall her, und immer wieder landen alle auf Rügen.“

Rügen: Berühmte Maler
Drei wirklich berühmte Maler sind es mindestens, deren Karriere eng mit Rügen verbunden ist. Caspar David Friedrich gilt mit seinem Kreidefelsen-Motiv (1818) als der bedeutendste Maler der deutschen Früh-Romantik. Ganz „naturwissenschaftlich“ malte hingegen Adolph Menzel , er reiste von Berlin aus nach Rügen (1851). Schließlich Lyonel Feiniger, der am Anfang seiner künstlerischen Laufbahn bis 1907 sieben Sommer auf der Insel verbrachte, meist auf Mönchgut.

Lena Roosen

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