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Rügen im Rennen um Landesmuseum

Putbus Rügen im Rennen um Landesmuseum

Putbus bewirbt sich als möglicher Standort für das Archäologische Museum MV

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Ein Ort für das künftige Landesmuseum? Das Pädagogium wurde allerdings im Dezember von einem privaten Käufer ersteigert. Ein Neubau auf den Grundmauern des Alten Schlosses ist eine mögliche Alternative.

Quelle: Uwe Driest

Putbus. Die Residenzstadt Putbus ist mit in das Rennen um den Standort des geplanten Archäologischen Landesmuseums eingestiegen. Das Museum soll in den kommenden Jahren entstehen und 2018 seinen Betrieb aufnehmen, über den Standort ist noch nicht entschieden. „Wir haben gegenüber dem Kulturministerium signalisiert, dass wir zur Verfügung stehen und die Antwort erhalten, dass die mit der Standortsuche beauftragte Agentur uns in die Liste der zu prüfenden Standorte aufnehmen werde“, bestätigt die parteilose Bürgermeisterin von Putbus, Beatrix Wilke.

 

OZ-Bild

Putbus weist mit dem Pädagogium eine vielleicht geeignete Immobilie vor, aber auch ein Neubau würde sich bestimmt lohnen, dessen Hülle dann aber schon repräsentativ sein müsste.“Martina Herfert, Leiterin Museum Bergen

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Im Gespräch für einen Standort waren zuletzt acht weitere Orte, darunter Rostock, Schwerin aber auch Greifswald oder Stralsund. Leiter des Museums soll nach Meinung des Kultusministers Mathias Brodkorb (SPD) der Inhaber einer neuen Professur für Ur- und Frühgeschichte an der Universität Rostock werden.

Wenn es nach dem Willen der Sozialdemokraten im Kreis Vorpommern-Rügen geht, kommt für das Museum nur ein Standort in Vorpommern in Frage, Rügen sei prädestiniert. „Die Insel nimmt mit der Slawensiedlung am Kap Arkona, dem Wikingerschatz von Hiddensee, den archäologischen Gräbern und vielen anderen Fundstätten eine herausragende Stellung in der Frühgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns und des gesamten südlichen Ostseeraums ein“, begründet der kulturpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Ingulf Donig die Wahl. „Wenn das geplante Landesmuseum nach Vorpom

mern kommt, würde damit auch die ungleiche Verteilung von Landesbehörden weiter ausgeglichen“, argumentiert Donig, der auch Bürgermeister von Altefähr ist.

Ingrid Schmidt, Autorin mehrerer Bücher zur Rügener Geschichte ist über den Vorschlag nicht überrascht. „Nirgendwo sonst in Deutschland findet sich eine so große Dichte an Bodendenkmälern, also Hünen- und Hügelgräbern, Burgwällen und andere Fundstellen wie auf Rügen“, weiß die ehemalige Leiterin des Bergener Museums. Leider seien die Funde in ganz Deutschland verstreut. So bestehe eine beachtliche Privatsammlung bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts in Nürnberg, zahlreiche Funde würden in Stralsund und der Greifswalder Uni lagern, wo sie nicht ausgestellt werden könnten. Auch das Museum für Ur- und Frühgeschichte in Berlin verfüge über Rügener Funde. Dessen Museumsleiter habe ihr bereits vor Jahren zugestanden: „Nehmen Sie alles mit nach Rügen, wenn Sie es dort ausstellen können.“— „Deswegen wäre es überaus wünschenswert, wenn diese hochbrisanten Funde der Insel Rügen eines Tages auf der Insel zusammengeführt würden“, sagt Schmidt, die sich in ihrer aktiven Berufslaufbahn stets für ein Museum auf der Insel engagiert hatte.

Auch Katrin Staude, die mit ihrer Firma ,Archäo Tour‘ auf Rügen archäologische Führungen auch unter Wasser anbietet, hält Rügen für den am besten geeigneten Standort: „Vor der Insel Rügen ist die größte Wrackdichte des Landes zu finden“, meint die promovierte Archäologin. „Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal besteht in den submarinen Strukturen, die von steinzeitlichen Fundstellen bis zu mittelalterlichen und neuzeitlichen Befunden reichen.“ Konkret wird der Kreistagsabgeordnete Norbert Benedict (SPD) bezüglich des Standorts: „Wir denken an Putbus. Der auf der Insel zentral gelegene Ort sticht mit seinem Landschaftspark, dem erhaltenen klassizistischen Stadtbild und kulturellem Engagement heraus“, meint er. „Ein Landesmuseum für Archäologie in Putbus würde die Kulturlandschaft enorm bereichern und wäre ein Statement für die gesamte Insel und den Landkreis.“

„Schön, dass man an Rügen denkt und wir nicht wieder außen vor bleiben", sagt dazu Martina Herfert, heutige Leiterin des Bergener Museums. Putbus weise eine zentrale Lage und mit dem Pädagogium auch eine möglicherweise geeignete Immobilie vor. Das Gebäude wurde allerdings im Dezember von einem privaten Käufer ersteigert, über Nutzung oder Wiederverkauf ist nichts bekannt. Eine andere Alternative bringt Hans Dieter Knapp,Vorsitzender des Verbands Insula Rugia, ins Spiel: „Mit dem Platz des zerstörten Schlosses steht ein Ort zur Verfügung, dessen historische Bedeutung durch einen Neubau des Landesmuseums gewürdigt und zu kultureller Wirkung gebracht würde“, meint er. „Dabei könnten die im Erdreich liegenden denkmalgeschützten Grundmauern in das Gesamtkonzept einbezogen und mit einem Neubau zu einem einzigartigen baulichen Ensemble verbunden werden.“

Archäologisches Landesmuseum

2018 könnte das Archäologische Landesmuseum eröffnen, in dem ur- und frühgeschichtliche Funde des Landes aussgestellt werden.

9 Bewerber buhlen um den Standort des Museums. Bisher gehören Schwerin, Rostock, Neustrelitz, Bad Kleinen und Groß

Raden, Region Tollensesee, Greifswald, Stralsund und jetzt auch Rügen dazu. Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) hofft, dass im Sommer eine Entscheidung getroffen wird.

Bis zum Einzug des Landtags 1992 gab es ein eigenes archäologisches Landesmuseum im Schweriner Schloss. Heute werden die Funde dezentral gelagert.

5857 Personen setzten ihre Unterschrift unter einen Online-Text der "Initiative pro Archäologisches Landesmuseum" (IPAL-MV).

Von Uwe Driest

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