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Rügener Junge wurde mit Lied vom Kilimandscharo zum Star

Binz Rügener Junge wurde mit Lied vom Kilimandscharo zum Star

Thomas Lück war gefeierter Gast beim Binzer Show Talk / Der DDR-Schlagersänger ist 1943 in Dranske auf Wittow geboren worden / Seine beste Zeit hatte er in den 70ern

Binz. Eine ganz persönliche Wiederbegegnung der besonderen Art erlebte Helga Weinhold beim Binzer Show-Talk im Arkona-Strandhotel, als sie am Rande der beliebten Veranstaltungsreihe dem Schlagerstar Thomas Lück geradezu in die Arme lief. „Herr Lück, können Sie sich noch an meine Eisdiele an der Strandpromenade erinnern, wo sie mit Margot Ebert und Andreas Holm von mir bedient wurden?“, fragte die 79-jährige Binzerin den ostdeutschen Schlagersänger. „Na, klar, das muss in den 70er Jahren gewesen sein, als wir auf Rügen einen Film drehten“, antwortete Thomas Lück mit glänzenden Augen.

Helga Weinhold betrieb viele Jahrzehnte an der Binzer Promenade eine private Eisdiele, in der es nach ihrer Aussage die absolute Besonderheit, nämlich Erdbeerjoghurt in Flaschen, leckeres Softeis und den besten Kaffee von Binz gab. Bei dieser Gelegenheit sagte Thomas Lück gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG: „Ja, ich bin ein Rüganer“ und kam ins Erzählen.

Am 14. Februar 1943 wurde er in Dranske auf Rügen geboren, wo sein Vater als Pilot bei der Luftwaffe diente. Noch kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Lücks Vater von alliierten Luftstreitkräften in seinem Kampfflieger tödlich getroffen. Anfang der 50er Jahre verließ der kleine Thomas, dessen Name damals noch Frieder war, die Insel mit seiner Mutter in Richtung Dessau und Berlin. Schon als Jugendlicher war er total musikbegeistert und gründete während seiner Zeit bei der Nationalen Volksarmee (NVA) seine erste eigene Formation mit dem Namen Luch-Band. Bei einer sogenannten Mikrofonprobe beim Rundfunk wurde sein besonderer Stimmumfang festgestellt, der es ihm erlaubte, im Jahre 1965 seine erste Rundfunkproduktion, des Songs „Nimm den Nachtzug“, aufzunehmen.

Von nun an ging es Schlag auf Schlag steil nach oben in seiner Karriere, diverse, meist humorvolle Rollen beim DDR-Fernsehen und der Defa folgten. Mit seinem DDR- Schlagerhit „Wo kommt der Schnee auf dem Kilimandscharo her?“ wurde Lück republikweit bekannt.

Diesen Gassenhauer musste er natürlich auch beim Show-Talk am Sonntagabend zum Besten geben, bevor er sich überhaupt auf die rote Couch von Moderator André Holst setzen durfte. Frech wie gewohnt fragte Holst den Schlagerstar gleich auf den Kopf zu: „Willst Du eigentlich auch noch einmal Kinder in die Welt setzen wie Dein 80-jähriger Kollege Lutz Jahoda?“ „Davon habe ich die Schnauze endgültig voll“, lautete Lücks Antwort.

Die weiteren Talk-Show-Gäste an diesem Abend dürften den meisten Leuten im ausverkauftem Saal eher weniger bekannt gewesen sein. Zu den interessantesten Gästen auf der roten Couch zählte auf jeden Fall die aus Lettland stammende Sängerin Alva, die gerade für den deutschen Schlagersender B 2 eine Hymne geschrieben hat. „Wir lieben Schlager“ lautet das Motto des privaten Radiosenders, der von dem Berliner Medienunternehmer Oliver Dunk 2011 gegründet wurde. Gerade vor vier Wochen hat Oliver Dunk von der Landesmedienanstalt die Zusage für fünf UKW-Frequenzen erhalten, und schon im Herbst soll B2 in nahezu ganz Mecklenburg-Vorpommern über den Äther zu empfangen sein. „Wir wollen ausschließlich deutschsprachigen Schlager und deutschen Pop spielen und den Hörern in unserem Vollprogramm einen hohen Info-Anteil bieten“, sagt Funken, der bereits mit 14 Jahren beim Rias als Jugendmoderator begonnen hat und der als seinen ersten Studiogast Roland Kaiser interviewen durfte.

Kurzum: Der heute 52-jährige hat das Radiogeschäft von der Pike auf gelernt.

Der DSDS-Viertelfinalkandidat Robin Eichinger dürfte beim Schlagerkanal B2 keine Chance haben, weil er bisher ausschließlich englischsprachig singt. Der talentierte Mainzer erhielt beim Binzer Show-Talk dennoch viel Applaus für seine akustischen Kostproben. Birgit Langer, ehemalige Sängerin des Fernando Express, bot mit ihrer Sangeskollegin Andrea ein lupenreines Schlager-Duett. Den skurrilsten Vogel des Showabends schoss der Hamburger Entertainer und Comedian Ralph Glomp ab, der mit Perücke den ARD-Nachrichtensprecher Jan Hofer so herzerfrischend imitierte, dass der ausverkaufte Saal tobte. Er verlas so seriös die Nachrichten des Tages, dass man ihm fast alles hätte glauben können. Spätestens als Glomp verkündete, dass die britische Queen mit Kate und William nebst Nachwuchs in dieser Woche Rügen besuchen werde, weil es hier zur Zeit tatsächlich drei Grad wärmer ist als in Nizza, war allen klar: Glomp spielte mit der Illusion.

Christian Rödel

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