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Rügener Regie-Talent beim Filmfestival

Göhren Rügener Regie-Talent beim Filmfestival

Christoph Eder mit Wettbewerbsbeitrag dabei / Der 29-Jährige plant Film über seine Heimat Göhren

Göhren. Die Insel hat mit dem Rügen International Film Festival nicht nur ein eigenes Filmfest, sie hat auch einen eigenen, berühmten Nachwuchs-Filmemacher. Regisseur Christoph Eder, 29 Jahre alt, hat in Greifswald eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild/Ton absolviert und danach ein Studium der Medienkunst an der Bauhaus-Universität Weimar abgeschlossen. Aktuell ist er selbstständig und studiert nebenbei Regie für Dokumentarfilm an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf in Potsdam.

 

OZ-Bild

Christoph Eder bei den Dreharbeiten zu seinem Film „Imbiss“.

Quelle: Foto: Daniela König/filmfestival

Eder stammt von der Insel, wurde in Göhren geboren, ist dort aufgewachsen. Und hier hat er auch seine ersten filmischen Erfahrungen gemacht. Als Junge, beim Skateboarding. „Mein Cousin hatte mir den Hi8-Camcorder seines Vaters in die Hand gedrückt und ich habe uns dann beim skaten gefilmt. Das hat mir super viel Spaß gemacht und motiviert eigene Filme zu machen“, erinnert er sich. Filmen, schneiden, Bilder einfangen – das wollte er machen. „Gereizt hatte mich vor allem das dokumentarische Genre“, sagt er. Und so hatte er dann als Jugendlicher auch keine Probleme mit der Berufswahl.

Sein Weg war für ihn klar: „Ich werde Filmemacher“. Auf diesem langen Weg lernte er viele Freunde und Gleichgesinnte kennen, er gründete gemeinsam mit vier Kommilitonen das Filmkollektiv „Kammer 11“, ein Netzwerk von Filmemachern, die sich gegenseitig in ihrer Arbeit unterstützen. „Der Name ’Kammer 11’ klingt interessant. Dahinter steckt aber eine profane Geschichte“, berichtet er. „Wir hatten in der Uni einen gemeinsamen Arbeitsraum, auf dessen Tür die Nummer 11 geschrieben stand. So kam der Name ,Kammer 11’ zustande“, sagt er. Neben seinen Dokumentarfilmen arbeitet Eder auch als Regisseur und Produzent bei Online-Produktionen und Musikvideos und wurde mehrfach mit Filmpreisen ausgezeichnet.

 Die Besucher des Filmfestivals, das vom 4. bis 8. Oktober auf Rügen stattfindet, können ihm und Teilen seines jungen Filmschaffens begegnen. Christoph Eder hat den Trailer für das Festival gedreht, der an allen zehn Spielorten (Unter anderem: Seebrücke Sellin, Marstall Putbus, und Yachthafen Im Jaich Lauterbach) jeweils zum Auftakt der Filmvorführung zu sehen sein wird. Und er beteiligt sich mit einem eigenen Werk am Wettbewerb in der Reihe „Inselwelten“. „Imbiss“ ist ein 13-minütiger Dokumentarfilm, den er gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Jonas Eisenschmidt vor zwei Jahren auf der griechischen Insel Lesbos drehte. Der Film ist eine Momentaufnahme aus der heißen Phase und begleitet einen griechischen Imbissbesitzer, der seine Bude direkt an ein Flüchtlingscamp auf der Insel Lesbos stellt, dorthin wo die Flüchtlinge anlanden. Er versorgt sie mit Brötchen und Strom, damit sie ihre Smartphones aufladen können. Der Film zeigt einen Spagat zwischen uneigennütziger Hilfe und Geldgier. Dürfen die Flüchtlinge ihre Telefone zunächst noch kostenfrei aufladen, kostet das wenige Tage später schon einen Euro.  Christoph Eder liefert eine schnörkellose, kommentarfreie Beobachtung der Szenerie und macht damit die Ausnahmesituation der Flüchtlingssituation erlebbar. Gezeigt wird der mehrfach bei Festivals prämierte Film übrigens in seinem Heimatort: Am Freitag, dem 6. Oktober im Kino Regenbogencamp Göhren.

 Christophs Lebensmittelpunkt ist schon seit vielen Jahren nicht mehr Rügen. „Als Filmemacher muss ich leider in die Großstadt, hier ist die Szene zu Hause, hier gibt es die Aufträge, hier sind die Netzwerke“, sagt er. Aber die Insel fehlt ihm. Er vermisst das abendliche Rauschen der Wellen vor dem Einschlafen, den Geruch des Meeres und die ganz eigene Mentalität der Rüganer. Und so wirkt es wenig verwunderlich, dass sein aktuelles Filmprojekt ihn zumindest zeitweise  auf die Insel zurückführen wird. „Ich möchte einen Film über meine Heimat machen,  darüber, vor welchen Herausforderungen Rügen steht und wie es sich in den letzten Jahren gewandelt hat. Im Mittelpunkt steht mein Heimatort Göhren“, verrät er.

Wann der Film fertig sein wird, weiß er noch nicht. Das Projekt steckt noch in den Anfängen. Aber vielleicht kann er ja 2018 gezeigt werden, wenn das International Rügen Festival zum zweiten Mal stattfindet und wieder internationale Filme aus den Anrainerstaaten der Ostsee auf die Insel holen wird.

1. Internationales Filmfestival auf Rügen

Das Filmfestival wird am Mittwoch, dem 4. Oktober, auf der Seebrücke Sellin eröffnet – Voraufführung des neuen Usedom-Krimis „Trugspur“ mit Katrin Sass, 19 Uhr.

Wettbewerb:

„To See The Sea“

Die Filme des Wettbewerbsprogramms „To See The Sea“ sind in den Ostsee-Anrainerstaaten entstanden. Dort erreichen sie ein großes Publikum. Eine hochkarätig besetzte internationale Jury entscheidet über den mit 7500 Euro dotierten Preis, den die OSTSEE-ZEITUNG für den besten Film gestiftet hat.

Alltag am Wasser:

„Inselwelten“

Das Programm „Inselwelten“ zeigt ein vielseitiges Panorama über das Leben auf anderen Inseln – von Muhu bis Malta. Die Filme dieser Reihe laufen u.a. im Theater in Putbus, im Grundtvighaus Sassnitz und im Marstall Putbus.

Pommern im Fokus:

„Local Heroes“

In der Reihe „Local Heroes“ präsentiert sich die Region. In Kurzfilmen, Spielfilmen, TV-Produktionen und Dokumentationen entdeckt das Publikum die Identität der Pommeraner durch kenntnisreiche Blicke auf die deutsch-polnische Küste und ihr Hinterland. Die lokalen Helden stellen sich Ihnen auf der Leinwand im Kino im Cliff Hotel in Sellin, im Grundtvighaus in Sassnitz und im Marstall in Putbus vor.

Das vollständige Film- und Veranstaltungsprogramm kann man sich auf der Seite www.ruegenfilmfestival. de ansehen. Karten gibt’s seit dem 4. September im Service- Center der OSTSEE-ZEITUNG am Bergener Markt.

Maximilian Baer

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