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Sanierungsstau: Theater soll zum Jubiläum wieder glänzen

Putbus Sanierungsstau: Theater soll zum Jubiläum wieder glänzen

1. Bauabschnitt im Putbusser Musentempel abgeschlossen / Zwei weitere folgen bis 2020 / Erstmals wurde das Zierelement des Giebels restauriert

Putbus. Das Gerüst ist gefallen. Die Marktfront des Residenztheaters Putbus erstrahlt in neuem altem Glanz. Damit ist der erste von drei Bauabschnitten beendet, deren Ziel es ist, das Theater bis zum 200-jährigen Jubiläum 2020 wie aus dem Ei gepellt zu präsentieren.

Es soll die erste große Investition ins Haus nach dessen grundlegender Sanierung gewesen sein, sagt der Theaterleiter, der seit Mai 2012 die Geschicke im Fürstenbau lenkt. Das war von 1992 bis 1998 vom damaligen Kreis Rügen für etwa 16,5 Millionen Mark auf Vordermann gebracht worden. Fast 20 Jahre später war das Theater zum Markt hin eingerüstet. Fenster des Hauses waren undicht, ein Stück Stuck war im Winter von der Fassade abgefallen, ebenso blätterte Farbe an der großen hölzernen Eingangstür ab. Über die Jahre sei immer mehr hinzu gekommen. Früher habe man für Reparaturen einen eigenen Etat gehabt – seit Jahren nicht mehr. Nunmehr sollen 170000 Euro für die Wetterseite zur Verfügung gestanden haben. Nach Informationen der OZ soll Landrat Ralf Drescher (CDU) beim Besuch des Theaters mit dessen „Krankenakte“ konfrontiert worden sein. Im Cafébereich hatte es schon reingeregnet.

Einen früheren Lernprozess hätte sich Klaus Möbus gewünscht, der bis 2012 das Theater leitete. Der Fries über der Tür habe schon lange gebröckelt und diverse Risse seien ebenfalls zu sehen gewesen.

„Ich kann nicht verstehen, warum Reparaturen nicht zu einem Zeitpunkt vorgenommen werden, zu dem sie noch kostengünstig sind.“

Zuletzt war das Haus auch durch die rötliche Färbung aufgefallen, die mehrere Häuser der Stadt an ihrer Westseite aufweisen. Dabei soll es sich um eine Art Flechte handeln, die an der Wetterseite günstige Lebensbedingungen vorfindet.

„Ich hoffe zwar, dass die Besucher eher wegen der Theateraufführungen als der Fassade wegen kommen“, sagt Peter Gestwa. Gleichwohl sei es höchste Zeit gewesen, sich der Hülle des Kleinods zu widmen.

„Wir haben nach der Spielzeit im vergangenen Jahr und noch vor Wintereinbruch die Fassade hergerichtet, damit wir sie in diesem Jahr neu beschichten können.“ Auch die Fenster wurden restauriert und gestrichen.

Erstmals wurde die „Kithara“, die Nachbildung eines Saiteninstruments, das den Giebel des Theaters ziert, restauriert. „Dabei stellten wir fest, dass das Kunstwerk seinerzeit aus mehreren Teilen zusammengefügt wurde, größtenteils aus Bleiguss besteht und immerhin 230 Kilogramm wiegt“, sagt Bauleiter Reyk Höhne. Das Zierelement sei wohl beim ersten Umbau des Theaters unter Johann Gottfried Steinmeyer im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts aufgesetzt worden.

Der nächste Bauabschnitt beginnt im April 2018. Dann wird die zur Straße weisende Fassade erneuert. 2019 folgt der Innenhof. Derweil brüten Klaus Möbus und sein Theater-Förderverein über den Vorbereitungen für das Jubiläum. Schließlich liegt das Theater Putbus auch Insulanern am Herzen, die es eher selten besuchen. Viele erlebten dort ihre Jugendweihe.

Uwe Driest und Chris-Marco Herold

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