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Rügen Sassnitzer Sturmball bleibt vorerst unten
Vorpommern Rügen Sassnitzer Sturmball bleibt vorerst unten
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00:01 27.10.2016

Die ersten Herbststürme haben Sassnitz erreicht, doch der schwarze Sturmball bleibt unten. Seit 2001 hatten ihn die Mitglieder des Fördervereins für das Fischerei- und Hafenmuseum mehr als 130-mal in verschiedenen Räumen hochgezogen und damit das Signal für einen weiteren Vortrag aus der Reihe der Sassnitzer Sturmgespräche gegeben. Die ist zu Ende.

„Wir können die Reihe in der gewohnten Form und Qualität nicht mehr fortsetzen“, sagt Joachim Wöllner. Das Vereinsvorstandsmitglied war über Jahre für die Organisation und Durchführung der traditionsreichen und bei Sassnitzern beliebten Vortragsreihe zuständig. Nachdem der 82-Jährige Ende vergangenen Jahres erklärt hatte, diese Aufgabe aus gesundheitlichen Gründen abgeben zu müssen, fand sich kein Nachfolger, der sie übernehmen konnte oder wollte.

„Da steckt viel Arbeit hinter“, weiß Wöllner. Was wie eine gemütliche Vortragsrunde aussah, war fast immer gründlich vorbereitet. Die Wöllners verzichteten auf längere Reisen in der „Sturmzeit“, die jeweils von März bis April sowie von September bis November dauerte, um als Ansprechpartner für die Vortragenden zur Verfügung zu stehen. „Sehr eng haben wir mit Birgit Garbuzinski und Frank Biederstaedt aus dem Stadtarchiv zusammengearbeitet“, sagt Wöllner. Birgit Garbuzinski etwa war die Referentin, die die meisten Vorträge hielt.

Den Anfang machte 1998 Herbert Betzien. Der wollte mit seinen damaligen Vereinsfreunden vom Fischerei- und Hafenmuseum eigentlich nur gepflegt ein Bierchen trinken, wie er sich später schmunzelnd erinnerte. In der Runde sprach er im Januar 1998 über Sassnitz, den Hafen und die Fischerei. Ein Jahr sollte es dauern, bis man sich zum nächsten Sturmgespräch traf. Später fanden die Vorträge im genannten Zeitraum in der Regel monatlich statt, wurden durch Anekdoten und Musikbeiträge von Hannes Alber oder plattdeutsche Verse von Erwin Hauff und Willi Ritter abgerundet. Zu Gast waren unter anderem der Sänger Hartmut Schulze-Gerlach, Landrätin Kerstin Kassner, Chorleiter Georg Ladendorf, das Sassnitzer Original Irma Czycholl sowie Rosemarie und Wulf Krentzien. Manchmal war es so voll, dass die Sturmgespräche wiederholt werden mussten, etwa das mit Dr. Gloris oder ein Vortrag von Frank Biederstaedt über Promoisel. „Da war beide Male der Große Saal im Kurhotel völlig überfüllt“, erinnert sich Joachim Wöllner an die Veranstaltung mit dem Stadtarchivar. Letzteren hätte sich der Verein als künftigen Organisator der „Sturmgespräche“ gewünscht. Wegen der beruflichen Aufgaben und zahlreicher anderer Projekte musste der allerdings ablehnen.

Eines davon sind die „Jasmunder Heimathefte“. In der nächsten Ausgabe, die in den kommenden Wochen erscheint, wird auch ein Beitrag zur Geschichte der Sturmgespräche zu finden sein. Der Inhalt vieler Vorträge ist auch in fünf Broschüren veröffentlicht worden, die der Verein herausgegeben hat. Dass mit dieser Reihe nun plötzlich Schluss sein soll, bedauern viele Stammgäste. Ob eine Wiederbelebung der Reihe möglich ist, soll nach Gesprächen mit dem Vereinsvorsitzenden Andreas Pfaffe geklärt werden. So lange bleibt der Sturmball unten.

Maik Trettin

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