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Schinkelturm putzt sich heraus

Putgarten Schinkelturm putzt sich heraus

Zu Ostern wird eine neue Doppelausstellung eröffnet / Auch das Trauzimmer erstrahlt in neuem Glanz

Putgarten. Die Wendeltreppe des Schinkelturms am Kap Arkona hinaufzusteigen lohnt sich zukünftig gleich doppelt. Nicht nur der Blick über die Ostsee ist fantastisch, im ersten Obergeschoss sind ab Ostern auch zwei Ausstellungen zu sehen, die sich mit den Künstlern Caspar David Friedrich (1774- 1840) und Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) beschäftigen — beides Künstler, die eine enge Bindung zum Kap Arkona haben. Während Schinkel (oder Schinkels Schüler) den Entwurf für den 1827 fertiggestellten Schinkel-Leuchtturm fertigten, nimmt Caspar David Friedrichs Bild „Die Kreidefelsen von Rügen“ ein Motiv des Kap Arkona auf.

„Die beiden Ausstellungen sind unter dem Titel: Zwei Genies auf Rügen und Arkona zusammengefasst“, erklärt Sven Uerckwitz, Geschäftsführer der Tourismusgesellschaft Kap Arkona, das Konzept. „Die Tafeln über Schinkel waren bisher im Trauzimmer untergebracht und damit einer größeren Öffentlichkeit gar nicht zugänglich. Das konnten wir jetzt ändern.“ Im oberen Stockwerk des Schinkelturms erfahren die Besucher Bekanntes und Unbekanntes über das Werk des berühmten Architekten auf Rügen und in Preußen.

Die Ausstellung über Caspar David Friedrich wurde von Reinhard Piechocki konzipiert und war bereits im Jagdschloss Granitz zu sehen. Der Autor und Kap Arkona-Experte entwickelte Tafeln, die sich mit der Deutung des wohl berühmtesten Werkes von Caspar David Friedrich, den „Kreidefelsen auf Rügen“, beschäftigen.

„Wie kann man Zugang zu diesem Bild finden? Was für eine Symbolik steckt in dem Gemälde?“, sind Fragen, auf die der Gast bei einem Besuch der Ausstellung eine Antwort erfährt. Das Originalbild aus dem Jahr 1818 befindet sich im Winterthur-Museum in der Schweiz und gilt als unbezahlbar. „Herausgegeben wird das Bild auch nicht“ lacht Sven Uerckwitz. „Aber unsere Ausstellung vermittelt ein gutes Gefühl für den Künstler, auch ohne das Original.“

Auf 17 Tafeln werden in der Caspar David Friedrich Schau verschiedene Aspekte des Bildes erläutert und die Formensprache durch erklärende Grafiken veranschaulicht. Der herzförmige Ausschnitt, der durch die Kreidefelsen und die Bäume entsteht, kann zum Beispiel als Symbol für die Liebe zu seiner Frau Caroline Bommer interpretiert werden. Auch in der Farbgebung in „Die Kreidefelsen von Rügen“ steckt eine kleine Hommage an die Gattin: Die weibliche Figur links im Vordergrund hat ein Kleid in der Farbe der Liebe an, das Rot verleiht dem Bild zusätzlichen Glanz. Dass Friedrich die Kreidefelsen-Bilder mit dem Thema Liebe verbindet, verwundert nicht. Schließlich sind die Gemälde auch nach Friedrichs Hochzeitsreise entstanden, die ihn 1818 auf die Insel führte. Die Kreidefelsen waren um 1820 vom frühen Rügentourismus längst erschlossen, auch das Bild „Die Kreidefelsen von Rügen“zeigt eine Ausflugsgesellschaft.

Auch die Informationstafel zum Thema „Symbole und Allegorien“ eröffnet einen neuen Blickwinkel auf das Meisterwerk und gibt Raum für Entdeckungen im Bild. Der abgelegte Hut des Betrachters am Abgrund steht für Demut des Menschen vor der Natur, die Segelboote können die menschliche Seele symbolisieren, die auf ihrem Weg zum ewigen Leben ist.

Neben den neuen Ausstellungen hat auch der Trauungsraum im Schinkelturm ein neues Aussehen bekommen. „Wir haben eine indirekte Beleuchtung installiert, das gibt angenehmeres Licht“, beschreibt Uerckwitz. „Dazu sind zwei Flächenbilder mit einer Tapete des Designers Glööckler angehängt worden. So bekommt der Raum eine dekorative Wirkung, ohne dass das ursprüngliche Mauerwerk verloren geht.“

Die Eröffnung der Ausstellungen im Schinkelturm ist am 26. März um 11.15 Uhr. Sonst täglich von 10 bis derzeit 16 Uhr geöffnet, in der Hauptsaison auch länger.

Von Anne Ziebarth

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