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Schutz für gefiederte Kirchgänger

Lancken-Granitz Schutz für gefiederte Kirchgänger

Am Tag des Denkmals öffnen auf Rügen und Hiddensee zahlreiche Einrichtungen und Privathäuser ihre Türen

Lancken-Granitz. Heike Grunewald leuchtet mit ihrer Taschenlampe langsam die Turmwand im Inneren der Kirche von Lancken- Granitz hoch. In den kleinen Eckspalten finden Fledermäuse ihre Einflugschneise, weiß die Landschaftsökologin, die ehrenamtlich für den Rügener Kreisverband des Naturschutzbundes (Nabu) aktiv ist. Die Fledermäuse sind hier nicht allein im Gotteshaus. „Eine Kirche ohne Fledermäuse und Vögel gibt es nicht“, sagt Heike Grunewald. Zumindest keine alte. Denn die alten Gemäuer geben seit eh und je vielen Tieren ein zeitweiliges Zuhause während der Brutzeit. So auch in Lancken-Granitz. Hierher flattern neben Fledermäusen auch ein Turmfalkenpaar, Dohlen und sogenannte Nischenbrüter. Damit das so bleibt, wurden während der aufwendigen Sanierungsarbeiten am Kirchturm zahlreiche Nisthilfen geschaffen.

 

OZ-Bild

Heike Grunewald vom Nabu Rügen (li.) und Denkmalschutz-Kuratorin Beate Eckert an der Kirche von Lancken-Granitz.

Quelle: Gerit Herold

Im Göhrener Rookhus wird mit vereinten Kräften ein architektonisches Kleinod der Insel erhalten, gepflegt und belebt.“Beate Eckert, Ortskuratorin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

„Das Problem bei Sanierungen ist, dass hinterher alles dicht ist“, weiß Heike Grunewald. Und somit auch den Tieren der Eingang versperrt wird. „Turmfalken, Fledermäuse, Dohlen und Nischenbrüter haben aber über Jahrzehnte hinweg immer dieselben Brutplätze“, so die Nabu-Frau. Im Gotteshaus von Lancken-Granitz wurden die vorhandenen fünf Dohlennester umgestaltet und somit gerettet. „Die Dohlenkästen werden sehr gut angenommen, ich habe 18 junge Dohlen in den Nestern gezählt“, so Grunewald.

Für Beate Eckert, die seit Jahren ehrenamtlich als Ortskuratorin für den Denkmalschutz auf der Insel Rügen arbeitet, ein gutes Beispiel dafür, wie Denkmalschutz und Naturschutz sich ergänzen können.

Und passend zum Motto des diesjährigen „Tag des offenen Denkmals“, der am 11. September stattfindet. Das lautet in diesem Jahr „Gemeinsam Denkmale erhalten“. Unter dem Titel „Gefiederte Kirchgänger“

erläutert Heike Grunewald die Naturschutz-Maßnahmen wegen der Straßensperrungen zum Triathlon auf Rügen schon einen Tag eher am Sonnabend, dem 10. September, um 15 Uhr in der St. Andreas-Kirche Lancken-Granitz. An einem Informationsstand können sich interessierte Besucher über Ziele und Fördermaßnahmen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz informieren. Nicht zugänglich für Besucher ist der Chorbereich der Kirche, in dem derzeit Bauarbeiten stattfinden. Ebenfalls nur am Sonnabend finden im Jagdschloss Granitz von 11.15 Uhr bis 15.15 Uhr Führungen mit Informationen zur Baugeschichte, Rekonstruktionen und zum Kunst- und Eisenguss statt.

Ein weiteres positives Signal für gemeinschaftliches Handeln auf Rügen, bei dem Ehrenamtliche sich in Privatinitiativen oder Fördervereinen aktiv für die Erhaltung des kulturellen Erbes engagieren, sieht Beate Eckert in Göhren. „Dort wird im Rookhus mit vereinten Kräften ein architektonisches Kleinod der Insel nicht nur erhalten, sondern auch gepflegt und belebt.“ Das Rookhus in Göhren ist am Denkmaltag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Am Sonntag, dem 11. September, stehen Denkmale in Privatbesitz im Mittelpunkt. So führen die Eigentümer Besucher durch die restaurierte Guts- und Parkanlage Streu bei Schaprode. Auch das in der Nähe gelegene ehemalige Gutshaus Udars, das sonst nicht zugänglich ist, bietet an diesem Tag zwei Führungen an, bei denen die Besucher von den Besitzern über die denkmalgerechten Restaurierungsarbeiten informiert werden, die derzeit auch noch andauern.

Eine ganz andere Architektur ist im Hallenhaus Hagen, Smillenzweg 13, zu besichtigen. Es handelt sich um ein restaurierungsbedürftiges bäuerliches Wohnhaus, das die Eigentümer vorstellen.

Über handwerkliche Leistungen zum Denkmalschutz können sich Interessierte in der Restaurierungswerkstatt von Veit Hedel in Venz-Hof informieren.

Weiterhin laden die St.-Marien-Kirche in Bergen, das Dokumentationszentrum Prora und das Prora-Zentrum, das Pfarrwitwenhaus in Groß Zicker, die Kirche in Middelhagen und das Verräterhaus Groß Stresow zu Besuchen und Führungen ein. Und auch auf der Nachbarinsel Hiddensee sind zahlreiche Einrichtungen geöffnet, so das Heimatmuseum, das Gerhart- Hauptmann-Haus, das Doktorandenhaus und die Inselkirche in Kloster, ebenso das Asta-Nielsen- Haus und das Hexenhaus in Vitte.

„Ziel des Denkmaltages ist es, den Besuchern die Kostbarkeit unseres baukulturellen Erbes vor Augen zu führen, sie für den Erhalt von möglichst viel Originalsubstanz zu sensibilisieren und so den Gedanken des Denkmalschutzes in eine breite Öffentlichkeit zu tragen“, so Beate Eckert, die sich auf recht viele interessierte Gäste freut.

Offene Denkmäler auf Rügen und Hiddensee am Wochenende

Sonnabend, 10. September

Lancken-Granitz, Kirche, 15 Uhr Vortrag „Gefiederte Kirchgänger“, Artenschutz am sanierten Kirchengebäude

Jagdschloss Granitz, Führungen (11.15, 12.30, 14 und 15.15 Uhr)

Sonntag, 11. September

Udars, Gutshaus (Führungen 14 und 15.20 Uhr)

Guts- und Parkanlage Streu (11 – 16 Uhr)

Venz-Hof, Werkstatt Veit Hedel (14 – 17 Uhr)

Hagen, Hallenhaus (15 – 18 Uhr)

Bergen, Marienkirche (13 – 17 Uhr)

Groß Zicker, Pfarrwitwenhaus (13 – 17 Uhr)

Middelhagen, Katharinenkirche (10 – 18 Uhr)

Göhren, Rookhus (10 – 17 Uhr)

Groß Stresow, Verräterhaus (10.30 – 18 Uhr)

Putgarten, Schinkelturm (10 – 18 Uhr)

Hiddensee: Kloster, Heimatmuseum (10 – 16 Uhr)

Kloster, Doktorandenhaus am Biologenweg 5 (10 – 12 Uhr)

Kloster, Gerhart-Hauptmann-Haus

(13 – 17 Uhr)

Kloster, Inselkirche, (10 – 20 Uhr, 10 Uhr Gottesdienst)

Vitte, Asta-Nielsen-Haus (10 – 13 Uhr)

Vitte, Hexenhaus, (10 – 13 und 15 – 18 Uhr, Führungen um 10, 12 und 16 Uhr durch Sabine Reichwein

Gerit Herold

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