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Schwarzer Raucher und weiße Welten in Stralsund

Stralsund Schwarzer Raucher und weiße Welten in Stralsund

Ausstellung im Meeresmuseum führt von der Tiefsee bis in die polaren Regionen

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Johann Steinmetz (14) , Florian Bischof (13) und Anna-Lena Dobke (14) (v. l.) vom Goethe-Gymnasium vor dem Modell eines Schwarzen Rauchers in der neuen Ausstellung „Nutzung der Meere – von der Tiefsee bis in die polaren Regionen“.

Quelle: Fotos: Marlies Walther

Stralsund. Eine neue Ausstellung „Nutzung der Meere – von der Tiefsee bis in die polaren Regionen“ wurde gestern im Meeresmuseum eröffnet. Mit ganz großem Bahnhof, denn Bildungs- und Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) war in die Hansestadt gekommen, um gemeinsam mit zahlreichen weiteren Gästen auf den ersten Rundgang zu gehen.

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Ausstellung im Meeresmuseum führt von der Tiefsee bis in die polaren Regionen

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„Die Nutzung der Meere ist ein brisantes Zukunftsthema, dessen vielfältige Aspekte wir in diesem Wissenschaftsjahr kommunizieren“, sagte die Politikerin. Und da sei das Deutsche Meeresmuseum ein guter Partner. Gerade hier erreiche man im Sommer „gigantische Besucherzahlen“ durch die vielen Touristen. „Der Schutz der Meere ist nicht nur eine Sache der Forschung, vieles hängt vom ganz persönlichen Verhalten der Menschen ab“, so die Ministerin. Deshalb wünsche sie sich, dass sehr viele Gäste die neue Ausstellung besuchen. Denn jeder einzelne sei daran beteiligt, dass die „Meere auch ein Sehnsuchtsort bleiben“ und nicht zerstört werden.

Die neuen Ausstellungsräume im Katharinenkloster bieten schon rein optisch ein ziemliches Kontrastprogramm, denn es geht von der dunklen Tiefsee in die weiße Welt des Eises. Und wie es da aussieht, weiß voller Spannung die Polarforscherin und künftige Leiterin des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven, Prof. Antje Boetius, zu berichten. Sie gab einen lebendigen Einblick in ihre Arbeit. Und wenn es um die Verdeutlichung von Klimawandel geht, dann gibt es wohl kaum eine glaubhaftere Augenzeugin: Ihre erste Polar-Expedition hat die Meeresbiologin im Jahr 1993, damals noch als Doktorandin, unternommen. Ihre jüngste Reise mit dem Forschungsschiff „Polarstern“ fand gerade erst im letzten Oktober statt.

In der Stralsunder Ausstellung gefallen ihr auch die Nachbildungen eines Narwals und eines Belugawals. „Ich liebe große Modelle von Meeressäugern, weil sie vom kleinen bis zum großen Leben zeigen, wie alles zusammenhängt. Und ich hoffe, dass sich die Menschen zusammenreißen und dieses Leben schützen.“

Dass man Meeresforschung emotional nicht besser transportieren könne, als in einem Meeresmuseum, davon ist Ulrich Bathmann, Vorsitzender des Konsortiums Deutsche Meeresforschung, überzeugt. Der Professor richtete einen dringlichen Appell an alle, „gemeinsam für nachhaltige Nutzung der Meeresforschung voranzuschreiten“.

„Unser Hauptanliegen ist es, den Menschen, mittels beeindruckender, selten gezeigter Exponate unsere Meere und Ozeane näher zu bringen“, betonte der Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Dr. Harald Benke.

Bei den Goethe-Gymnasiasten Johann Steinmetz (14), Anna-Lena Dobke (14) und Florian Bischof (13) ist die Neugier jedenfalls schon mal geweckt. Alle drei interessieren sich sehr für Naturwissenschaften, und sie wollen später vielleicht auch in dieser Richtung studieren.

Johann, dessen Opa im Meeresmuseum arbeitet, hat sich sogar schon für ein Praktikum im Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven im Sommer beworben. Und Anna-Lena kennt sich bereits mit dem „Schwarzen Raucher“ bestens aus – für sie sind das „kleine Unterwasservulkane, aus denen bis zu 4000 Grad heißes Wasser strömt. In der Wolke steckt viel Metall.“

Neben einem drei Meter hohen Modell eines solchen schwarzen Rauchers gibt es in der neuen Ausstellung sogar ein Original dieser Gebilde zu sehen. Auch aus Sicht des Rohstoffexperten Dr. Ulrich Schwarz-Schampera gehört diese Rarität zu den ganz besonderen Anziehungspunkten der neuen Meeresschau. Schwarz-Schampera war selbst bei der Bergung des Objektes aus einer Tiefe von 3300 Metern im Indischen Ozean dabei und erläuterte, dass diese „Black Smoker“ zu den hydrothermalen Quellen am Grund der Tiefsee gehören. Das heiße Wasser, in dem verschiedene Stoffe gelöst sind, tritt durch röhren- oder kegelförmiges Gebilde aus. Darin sind vor allem Sulfide und andere Salze von Eisen, Mangan, Kupfer und Zink enthalten.

Zu sehen ist die Sonderausstellung bis Ende 2019.

Marlies Walther

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