Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Schwebend über dem Meer: Zukunftsvisionen für das Kap

Putgarten Schwebend über dem Meer: Zukunftsvisionen für das Kap

Architekturstudenten aus vier Hochschulen stellen ihre Entwürfe zur Neuordnung des Flächendenkmals Arkona vor / Beste Ideen bei Wettbewerb prämiert

Voriger Artikel
Alt-Sassnitz: Mit neuem Flyer zum Mondfest
Nächster Artikel
Städtepartnerschaft soll Europagefühl beleben

Dominik Friedrich, Marcus Mayer und Eduard Dewald von der FH Erfurt beim Anbringen ihrer Entwürfe in der Kulturscheune.

Quelle: Fotos: Anne Ziebarth

Putgarten. Organische Formen, mutige Zeltkonstruktionen oder tunnelartige Bauten bis an die Küstenlinie – in der Kulturscheune Putgarten fühlen sich Besucher wie in einem Science-Fiction-Film. Zu sehen sind 20 Entwürfe und Modelle von Architekturstudenten aus vier Fachhochschulen, die sich mit dem Thema „Neuordnung Flächendenkmal Kap Arkona-Putgarten-Vitt“

OZ-Bild

Architekturstudenten aus vier Hochschulen stellen ihre Entwürfe zur Neuordnung des Flächendenkmals Arkona vor / Beste Ideen bei Wettbewerb prämiert

Zur Bildergalerie

auseinandergesetzt haben. Ihre Arbeiten haben die angehenden Architekten im Rahmen von Projekt- und Abschlussarbeiten erstellt, um einen speziellen Anreiz zu geben, wurden die besten Entwürfe ausgezeichnet. „Wir wollten einen komplett unabhängigen und freien Blick auf das Gebiet bekommen“, beschreibt Peter Dietrich, der das Projekt für die Tourismusgesellschaft Kap Arkona betreut. „Allein schon, um zu sehen, was für Ideen und Visionen für den Standort zusammenkommen.“

Die Gemeinde Putgarten plant für den bei Touristen sehr beliebten Bereich am Kap große – auch bauliche – Veränderungen. Bis 2018 soll an den Leuchttürmen ein Besucherzentrum mit Museumsbereich entstehen. Auch die Wegeführung und Verkehrslenkung des Ortes soll überarbeitet werden.

„Derzeit nehmen viele Besucher die verschiedenen Sehenswürdigkeiten und die Bedeutung vom Kap Arkona gar nicht so wahr. Es fehlt die Orientierung“, so Putgartens Bürgermeisterin Iris Möbius (CDU).

„Deshalb haben wir uns für die Erstellung eines Konzeptes zur Neuordnung des Gebiets ausgesprochen.“ Finanziert wird das Konzept von der kommunalen Tourismusgesellschaft Kap Arkona, die Entwürfe der Studenten werden in die künftigen Planungen und in die Gespräche mit lokalen Akteuren einbezogen.  

Im April waren die Studenten auf Einladung der Gemeinde Putgarten zu einem Arbeitsbesuch ans Kap gekommen. Hier konnten sie sich einen Eindruck von der Landschaft, den vorhandenen Bauwerken und der Atmosphäre des besonderen Ortes machen. „Das Verständnis für die tatsächlichen Gegebenheiten ist wichtig“, unterstreicht Burkhard Pahl, Professor an der Universität Leipzig. „So kommt ein Gefühl für den Ort auf.“

In den folgenden Wochen entstanden die Entwürfe. Dabei waren die Studenten bemerkenswert frei in ihrer Ausführung – auf zu Starre Vorschriften wurde in der Ausschreibung bewusst verzichtet, um die Kreativität nicht einzuschränken.

Die eingereichten Arbeiten der Studenten aus Erfurt, Wismar, Frankfurt am Main und Trier überzeugten die Jury durch Ideenreichtum, Engagement und hohe Qualität. „Unsere Erwartungen wurden übertroffen“, sagt etwa Iris Möbius. „Es sind unheimlich spannende Entwürfe dabei.“ So machte das Preisgericht schließlich nicht nur einen Sieger aus, sondern zeichnete insgesamt sieben Entwürfe aus.

„Ich finde es bemerkenswert, wie sensibel die Studenten an das durchaus ebenso sensible Thema herangegangen sind“, meint Burkhard Pahl. „Bei fast allen Entwürfen haben sie versucht, möglichst wenig in die Landschaft einzugreifen. Das zeugt von großem Respekt vor dem Ort.“

Trotz aller Sensibilität schrecken die jungen Architekten nicht davor zurück, auch radikale Veränderungen durchzusetzen. „Ich habe in meinem Entwurf erstmal ziemlich aufgeräumt und einiges an baufälligen Gebäuden entfernt“, gesteht Lorenz Reiter von der FH Trier. Der 26-Jährige hat sich für einen in die Erde abgesenkten 180 Meter langen Gebäuderiegel entschieden, in dem Besucherzentrum und Museum gleichermaßen untergebracht sind. „Eine zentrale Einrichtung halte ich für besser, weil damit kein so großer Flächenverbrauch einhergeht und nicht so viele Infrastrukturmaßnahmen erforderlich sind.“ Das Highlight seines Entwurfs ist sicherlich die verglaste Front des Gebäuderiegels, die über die Küstenlinie hinaus aufs Meer hinausragt. „Statisch ist das kein Problem“, sagt der Student. „Und der Besucher bekommt das Gefühl, über dem Meer zu schweben.“

Ergebnisse architektonischer Wettbewerb

Das Preisgericht hat sich nicht für die Prämierung einer einzelnen Arbeit entschieden, sondern die Arbeiten von Lorenz Reiter (Trier), Martin Westphal (Wismar), Sarah Schnur (Erfurt), Marike Brehm (Frankfurt am Main), Laura Wunder (Erfurt), Esther Bärwinkel (Erfurt) und Eduard Dewald (Erfurt) ausgezeichnet sowie den Arbeiten von Marie Radloff (Erfurt), Isabell Eggerth (Erfurt), Janis Rohler (Trier) und Thomas Götzendörfer (Wismar) eine Anerkennung ausgesprochen.

In der kommenden Woche gibt es noch die Gelegenheit, sich die Entwürfe in der Kulturscheune Putgarten anzusehen. Am 29. Juli (16 bis 19 Uhr) und am 30. Juli (14 bis 17 Uhr) ist die Kulturscheune geöffnet.

Anne Ziebarth

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Wismar

Bald soll das Werk wieder profitabel sein / Land unterstützt Investor mit Kreditbürgschaft

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Kultur
Verlagshaus Rügen

Markt 25
18528 Bergen auf Rügen

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag:
9.00 bis 12.30 Uhr und von 13.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Jens-Uwe Berndt
Telefon: 0 38 38 / 20 14 53
E-Mail: ruegen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.