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Stehende Ovationen zum „Frühlingserwachen“ auf Rügen

Putbus Stehende Ovationen zum „Frühlingserwachen“ auf Rügen

Nils Mönkemeyer und Künstlerkollegen beim Festspielstart in Putbus gefeiert

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Das Publikum hält es nach dem Schlussakkord beim Eröffnungskonzert des Festspielfrühlings im Putbuser Marstall nicht mehr auf den Stühlen: Mit stehenden Ovationen feiert es die Musiker um Bratscher Nils Mönkemeyer.

Quelle: Foto: Christian Rödel

Putbus. Mit dem vielversprechenden Veranstaltungstitel „Frühlingserwachen“ starteten die Festspiele MV am Wochenende ihren Festspielfrühling auf Rügen. Wie sehnlich die Rügener und ihre Gäste diesem inoffiziellen Startschuss für die Saison entgegenfiebern, war schon im Vorfeld zu spüren. Ruckzuck waren die Karten für das Eröffnungskonzert mit Werken unter anderem von Antonin Dvorak, Robert Schumann und Bela Bartok ausverkauft, bereits eine Stunde vor Beginn des Konzertes drängten sich die Gäste in der festlich geschmückten Eingangshalle des Marstalls in Putbus. Zu den ersten Gästen gehörte die ehemalige Landrätin Kerstin Kassner (Die Linke). „Der Festspielfrühling ist für mich wie der Start ins neue Jahr“, sagte sie. „Es ist jedes Mal wunderschön, wie sich Erwachen der Natur und Erwachen der Kultur hier verbinden.“

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Nils Mönkemeyer und Künstlerkollegen beim Festspielstart in Putbus gefeiert

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Vor dem Konzert lag neben großer Vorfreude auch knisternde Spannung in der Luft. Würde der neue musikalische Leiter und Star-Bratschist Nils Mönkemeyer an die großen Erfolge des von den Festspielfrühling-Fans so geliebten Fauré-Quartetts anknüpfen können? Nach dem Eröffnungskonzert ist klar: Ja, er kann. Und das mit einem Paukenschlag. Zeigte sich das Publikum im bis auf den letzten Platz ausverkauften Marstall nach dem ersten Stück zunächst noch freundlich-zurückhaltend, steigerte sich der Applaus von Stück zu Stück. Nach dem Finale, einem Fandango des spanischen Komponisten Antonio Soler, gab es kein Halten mehr. Mit standing ovations, munteren Pfiffen und Bravo-Rufen feierten die Zuschauer die Musiker auf der Bühne wie Popstars. „Das war Bratsche! Das war irre!“, jubelte Festspiel-Intendant Markus Fein nach dem Konzert seinem musikalischen Leiter zu und schloss Nils Mönkemeyer in die Arme. Der strahlte über das ganze Gesicht. „Ich bin sehr zufrieden und glücklich. Ich darf mit den besten Kollegen auf der Bühne stehen und vor einem wunderbaren Publikum Musik spielen. Was gibt es Schöneres?“

Glückliche Gesichter auch beim anschließenden Zusammensein im Foyer des Marstalls, wo die Gäste bei einem Glas Wein den Abend Revue passieren lassen konnten und mit den Musikern ins Gespräch kamen.

„Großartig“, stellte Kai Gardeja , Chef der Rügener Tourismuszentrale, fest. „Ich bin auch großer Fan des Fauré-Quartetts. Aber der Abend hat mich überzeugt.“ Auch von Musikliebhabern aus anderen Bundesländern gab es viel Lob. „Die Musiker sind jung, spielen mit Begeisterung und Leidenschaft! Das macht den Festspielfrühling so anziehend“, schwärmte Christine Liedtke aus Kiel. „Dass mal die Bratsche in den Mittelpunkt gerückt wird, finde ich interessant, der Klang ist warm und angenehm“, ergänzte ihr Mann Lutz Liedtke

. Für Mathias Schilling von der Insel Öhe, der in Schaprode einen Gasthof betreibt und sich für den Vertrieb von Regionalen Produkten stark macht, war der Festspielfrühling willkommener Anlass für einen gemeinsamen Abend mit seinem Vater Carsten. „Wir haben uns überlegt, den Festspielfrühling zu einer Vater-Sohn-Tradition zu machen“, erzählte er. „Das Beethoven-Konzert in Vaschvitz werden wir uns nicht entgehen lassen.“ Auch Thomas Ritzer ist bekennender Festspielfrühling-Fan. „In diesem Jahr haben wir auch unseren Kindern Karten geschenkt“, erzählte der Stralsunder, der gerade eine Servicegesellschaft für Ärzte und Handwerker gegründet hat. „Und die waren genauso begeistert wie wir.“ Ohne Kinder waren Bergens Bürgermeisterin Anja Ratzke und ihr Mann Martin gekommen. „Wir gönnen uns mal einen musikalischen Abend zu zweit“, sagte Anja Ratzke. „Der Festspielfrühling ist ein großes Ereignis, nicht nur für Touristen, sondern auch für Einheimische.“ Dem konnte Landrat Ralf Drescher (CDU) nur zustimmen. „Der Festspielfrühling ist eine Bereicherung für die Region. Nicht nur der Kulturstandort Rügen wird gestärkt, auch der saisonverlängernde Aspekt ist ein echter Gewinn.“ Leider komme der bekennende Klassik- und Jazzfan wegen seines vollen Terminplans nicht allzu oft in den Genuss zu Konzerten gehen zu können. „Zuhause höre ich aber gerne sehr gerne klassische Musik“, erzählte er. „Am liebsten draußen. Ich wohne sehr abgelegen, da geht das auch mal etwas lauter.“

Auch bei Peter Schwarz , dem Direktor des Selliner Cliff Hotels, sind die Tage derzeit von Musik geprägt. Er sprach vom „positiven Ausnahmezustand“ in seinem Haus – hier sind die über vierzig Musiker der Festspiele untergekommen, hier wird jeden Tag geprobt und musiziert. „Die anderen Hotelgäste setzen sich tatsächlich vor ihre Zimmer, trinken Kaffee und lauschen gespannt der Musik, die aus den Zimmern dringt“, sagte er lächelnd. „Als ich dann bei den Gästen mal nachgefragt habe, ob alles in Ordnung ist, wurde ich sofort mit einem ,pscht' aufgefordert, doch bitte leise zu sein.“ Den großen Erfolg der Festspiele mache auch die besondere Atmosphäre aus, ist Festspiel-Intendant Markus Fein überzeugt. „Nils Mönkemeyer bringt hier Weltklassemusiker zusammen, die sich oft zwar vom Namen her kennen, aber noch nie miteinander gespielt haben“, sagte er. „Da wird gemeinsam getüftelt, improvisiert, es knistert richtig bei den Proben – aber auch auf der Bühne. Wir glauben, dass die Besucher dieses Gefühl spüren und lieben.“

23 Konzerte

Der Festspielfrühling Rügen ist eine Veranstaltung der Festspiele MV und findet bis zum 26. März an verschiedenen Spielstätten auf Rügen statt. Insgesamt stehen 23 Konzerte auf dem Programm, Musikalischer Leiter ist der Bratschist Nils Mönkemeyer.

Karten gibt es unter anderem für das große Abschlusskonzert am 25. März in der Göhrener Nordperdhalle. Hier wird Meret Becker gemeinsam mit den Musikern des Festspielfrühlings auf der Bühne stehen und ihr neues Programm „Le Grand Ordinaire“ vorstellen.

Anne Ziebarth

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