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Rügen Störtebekers Feuerteufel lässt es seit 20 Jahren krachen
Vorpommern Rügen Störtebekers Feuerteufel lässt es seit 20 Jahren krachen
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03:57 31.08.2013
Spektakulär: Jede Vorführung endet mit einem Feuerwerk. Quelle: S. Sauer

„Wenn‘s raucht und zischt und nichts mehr geht, dann war es wohl der Fred“ — dieses Motto folgt dem 54-jährigen Pyrotechniker Fred Bräutigam, seit er 1993 zu den Störtebeker Festspielen kam. „Nachdem ich bei den Karl-May-Festspielen gearbeitet hatte, musste ich mich entscheiden, ob ich lieber Cowboy und Indianer oder Ritter spielen möchte“, sagt der gebürtige Hamburger lachend. In Ralswiek hat das Multitalent nicht nur für die Bühneneffekte und das Feuerwerk gesorgt, sondern schnupperte auch als Schauspieler und Stuntman Freilichtbühnenluft. „Ich hab mit vier Jahren angefangen im Hamburger Schauspielhaus Kinderrollen zu übernehmen. Das hat sich weiterentwickelt, bis ich einen Stuntman kennenlernte, der gleichzeitig auch Pyrotechniker war. Dort wollte ich eigentlich Stunts und Reiten lernen, hatte dann doch mehr mit Pyrotechnik zu tun“, erklärt Bräutigam. Mittlerweile konzentriert sich der 54-Jährige nur auf Feuerwerke und Spezialeffekte und hat damit ein volles Programm zu bewerkstelligen.

Dabei spielt das Timing eine große Rolle. Der Höhepunkt und schwerste Augenblick der diesjährigen Störtebeker-Aufführung ist das dritte Bild. In dieser Szene gibt es 18 Explosionen, wenn die Häuser von Manteuffel und seinen Leuten niedergebrannt werden. „Sechs Mann kümmern sich darum, die Gashähne aufzumachen, ich zünde die Explosion. Das wird richtig mit Stoppuhr gemacht. Die Explosionen müssen in 20 Sekunden vorbei sein, die Häuser brennen danach 40 Sekunden, Herr Lippert singt sein Lied und nach weiteren 15 Sekunden werden die heilen Häuser wegfahren. In zehn Sekunden müssen die Flammen ausgehen, während die Ruinen dafür weiterbrennen“, sagt Bräutigam. Nichts dürfe dabei dem Zufall überlassen werden. „Das würde sich finanziell nicht lohnen und auch die Verletzungsgefahr wird so eingedämmt.“

Denn Vorsicht haben sich Fred Bräutigam und seine Männer groß auf die Fahne geschrieben: „Wir arbeiten hier mit sehr gefährlichem Material, das sowohl auf der Bühne als auch in der Verarbeitung ein Risiko darstellen kann. Ich sitze immer irgendwo in der Kulisse, wo ich jede Explosion sehe.“ Nicht selten müsse diese verspätet oder verhindert werden, damit Tiere oder Statisten nicht in Gefahr gerieten.

„Häufig gibt es das Problem mit dem Adler, der zum Galgen fliegt. Kurz danach gibt es Explosionen und Feuerbälle über dem Wasser. Bei Ostwind fliegt der Vogel jedoch in Richtung Wasser, da kann es vorkommen, dass die Feuerbälle ausfallen“, sagt Bräutigam. Diesen Vorkehrungen verdanke er es auch, dass in 20 Jahren noch kein Unfall passiert sei. Nach wie vor ist der 54-Jährige jeden Tag aufs Neue von seinem Beruf fasziniert: „Jede Vorstellung hat ihren Reiz.“ Wenn etwas nicht klappt, liegt der Meister der Explosionen nachts wach und überlegt, wie er es besser machen könnte. Doch davon bemerkt das Publikum nichts.

„Ich bin jetzt seit 20 Jahren hier und hoffe, ich mache es auch noch weitere 20 Jahre lang“, sagt der leidenschaftliche Pyrotechniker. „Es macht so viel Spaß und es gibt noch so viele Sachen, die man machen könnte. Jedes Jahr im Winter überlege ich, was man im nächsten Jahr in die Luft jagen kann.“

1,5 Tonnen fürs Feuerwerk
205 Kilo Schwarzpulver werden in diesem Jahr bei den Störtebeker-Festspielen verschossen.

1,5 Tonnen Feuerwerksmaterial werden für die insgesamt 67 Feuerwerke in dieser Festspielsaison genutzt. 1, 20 Minuten dauert das allabendliche Störtebeker Feuerwerk, Premieren- und Finalgäste können ein dreiminütiges Feuerwerk erleben.

Johanna Hegermann

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