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Die Kanzlerin ist das prominenteste Mitglied

Putbus Die Kanzlerin ist das prominenteste Mitglied

Der Förderverein des Theaters Putbus feiert sein 25-jähriges Bestehen / Musical-Gala zum Jubiläum im Theater

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Klaus Möbus ist seit zwei Jahren der Vorsitzende des Fördervereins.

Putbus. Ein wichtiger Geburtstag steht bevor: Der Förderverein des Theaters Putbus wird am heutigen Donnerstag 25 Jahre alt. Ohne die unermüdliche Arbeit des Vereins wäre das Theater nicht das, was es heute ist: Ein wichtiger kultureller Ort auf der Insel Rügen, eine bei Künstlern wegen der intimen Atmosphäre und der guten Akustik sehr beliebte Spielstätte und ein beim Publikum wegen des abwechslungsreichen und vielseitigen Programms immer wieder begeistert aufgenommener Veranstaltungsort. Einer, der sich auf das Jubiläum besonders freut, ist Klaus Möbus. Er war von 1998 bis 2012 Direktor des Theaters und ist seit zwei Jahren Vorsitzender des Fördervereins.

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Der Förderverein des Theaters Putbus feiert sein 25-jähriges Bestehen / Musical-Gala zum Jubiläum im Theater

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Herr Möbus, 25 Jahre Vereinsgeschichte sind ja eine sehr lange Zeit, welche wichtigen Stationen gab es seit 1992?

Klaus Möbus: In den Anfängen war die Erhaltung und Sanierung des historischen Theaters, das ja 2020 seinen 200. Geburtstag feiert, das Allerwichtigste. Das Haus war sehr marode, eines Abends ist ein Teil der Saaldecke heruntergekommen, glücklicherweise in der Pause. Deshalb wurde das Theater 1992 geschlossen, sozusagen in unserem Gründungsjahr. Es gab für den Verein damals sehr viel zu tun. Gelder für die Sanierung mussten gefunden werden, denn der Landkreis hatte in dieser Zeit der Wende nicht genügend eigene Mittel.Viel Lobbyarbeit war nötig, es herrschte Aufbruchstimmung und man sagte sich: „Wir müssen den Umbau jetzt angehen.“ Die Zeit bis zur Wiedereröffnung 1998 war sehr turbulent, weil der Theaterbetrieb ja weitergehen sollte. Spielstätten, quasi Ersatzquartiere, waren damals das Haus der Armee in Prora und der Marstall in Putbus.

Konnte damals auf einen Schlag ausreichend Geld aufgetrieben werden für die Sanierung?

Nein, natürlich nicht. Es wurde praktisch Stück für Stück gebaut, immer in Etappen, soweit das Geld reichte. Im entkernten Gebäude fanden während der Bauphase auch Veranstaltungen statt, das Sommertheater zum Beispiel, mit Unterstützung des Vereins. Wir haben damals viel ausprobiert, Theater in der Putbusser Kirche gab es, aber auch Veranstaltungen im Hotel Wreecher Hof, Theater mit Menü

sozusagen, und ähnliches. Mit der Eröffnung 1998 hat sich die Aufgabenstellung des Vereins geändert. Es ging dann hauptsächlich um die Unterstützung des Theaterbetriebs. Im zweiten Jahr hatte das Theater beispielsweise nicht ausreichend Geld für die traditionellen Märchenaufführungen vor Weihnachten. Da ist der Verein großzügig mit Spenden eingesprungen, weil uns, damals wie heute, sehr viel an Kinder- und Jugendtheater liegt. Überhaupt wurde immer da finanziell ausgeholfen, wo es knapp wurde, auch bei der technischen Ausrüstung und Einrichtung. 24 000 D-Mark haben wir zum Beispiel für zwölf neue, höhere Stühle im zweiten Rang ausgegeben, für bessere Sichtverhältnisse. Das war ein echter Kraftakt. Um Geld einzusammeln, hat der Verein damals auch häufig mit wenig Aufwand Theater im Marstall veranstaltet, wo Tickets für 600 Plätze verkauft werden konnten, also höhere Einnahmen möglich waren als im Theater mit 260 Plätzen.

Warum wird das heute nicht mehr gemacht?

Leider ist eine Bespielung des Marstalls seit seinem Umbau ohne langwierige und teure Umbauten nicht mehr so einfach, weil die Bühne fehlt und der Saal flach ist. Das ist sehr schade, zumal wir als Verein und als Theater immer eine besondere Affinität zum Marstall hatten. Das historische Gebäude war ganz zu Anfang Aufführungsort für das Rossini-Opern-Festival, eine Veranstaltung, die sehr viele Besucher aus ganz Deutschland angezogen hat. Bis 2002 gab es dieses Festival, übrigens mit einem eigenen Förderverein, der dann mit unserem Verein fusionierte, engagierte Musikfreunde waren Mitglieder in beiden Organisationen.

War das die Geburtsstunde der Putbus-Festspiele?

Ja, so könnte man es ausdrücken. Wir entwickelten damals ein neues Konzept: Regionale Künstler spielen für Einheimische und Urlauber. Die Sparkasse kam als größter Sponsor mit ins Boot. Damals wie heute ist der Förderverein der Produzent der Festspiele, das Theater fungiert als Veranstalter. Nach demselben Schema funktioniert seit 21 Jahren die renommierte Kabarett-Regatta. Finanziell trägt das Risiko der Verein, nach dem Motto: Ein Minus käme auf den Verein zu, das Plus wird mit dem Theater geteilt. Seit drei Jahren heißt das Motto für die Putbus-Festspiele: „Klassische Musik und junge Künstler“.

Die Putbus-Festspiele haben ein ganz bestimmtes Muster, sie finden immer in der Zeit von Himmelfahrt bis Pfingsten statt und immer mit der Veranstaltung „Musik im Park“. Warum?

In dieser Zeit sind viele Besucher auf der Insel und auch die Einheimischen unternehmen gerne etwas an der frischen Luft. Es ist uns wichtig, viele Menschen anzusprechen, auch solche, die sich Theater- und Musikveranstaltungen nicht immer leisten können. Deshalb gibt es auch immer eine Familienaufführung und die Eröffnung übernimmt seit Jahren die sehr angesehene Staatliche Ballettschule Berlin. Das kann sich der Verein nur leisten, weil große Hotels die Übernachtung für die rund 50 Tänzerinnen und Tänzer spendieren und die Vereinsmitglieder kräftig bei der Verpflegung der Eleven mithelfen. Brote werden geschmiert, Eier gekocht, Kuchen gebacken – die Nachwuchstänzer genießen an diesem Tag ihres Auftritts Vollpension.

Wie viele Mitglieder hat der Verein? Wir wollen bis zum 200. Geburtstag des Theaters in drei Jahren auf mindestens 200 Mitglieder kommen und haben dieses Ziel, mit jetzt 150 Mitgliedern, durch eine einmalige Aktion schon fast erreicht. Rund 5000 Briefe gingen in diesem Jahr an unsere Theaterbesucher, begleitet von dem Flyer „Kultur braucht Freunde“. Der Erfolg war umwerfend: Jetzt hat der Förderverein drei Mal so viele Mitglieder wie noch vor einem Jahr und das gibt uns endlich ein minimales finanzielles Polster. Denn man weiß nie, ob Sponsoren nicht doch einmal ihr Engagement einschränken müssen. Prominentestes Mitglied im Förderverein ist übrigens die Bundeskanzlerin.

Ein Jubiläum wie dieses muss ja gefeiert werden. Was haben Sie vor?

Am 19. Dezember findet eine große Jubiläums-Veranstaltung im Theater statt, eine Musical-Gala, gestaltet von Henriette Grawwert und Daniel Pabst. Vor allem Grawwert ist dem Rügener Publikum seit langem bekannt, sie hat das Theater seit seiner Wiedereröffnung mit hervorragenden Veranstaltungen begleitet und ist, auch wenn sie jetzt in Hamburg wohnt, dem Theater sehr verbunden. Die Veranstaltung ist fast ausverkauft. Das bestätigt die Richtigkeit unserer Auswahl.

So wird der Verein unterstützt

Die Möglichkeiten, den Förderverein und damit das Theater zu unterstützen, sind neben der Mitgliedschaft im Verein vielfältig.

Beim Kauf eines Theaterstuhls für 1000 Euro wird der Name des Stifters auf der Rückseite verewigt. Patenschaften für Stühle sind auch für weniger Geld möglich.

Im Theater können außerdem Kunstwerke von Rügener Künstlern für jeweils 92 Euro erworben werden, womit der Verein ebenfalls finanziell unterstützt wird.

Unternehmen können am Pfingstsonntag für 200 bis 1500 Euro im Rahmen der Veranstaltung „Musik im Park“ eine Darbietung bezahlen und dann an Ort und Stelle werben.

Interview von Lena Roosen

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