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„Hier bin ich Maus, hier darf ich’s sein“

Putbus „Hier bin ich Maus, hier darf ich’s sein“

Bei den 3. Schultheatertagen stellten zehn Rügener Schulen die Resultate ihrer Probenarbeit in Putbus vor

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120 Wieker Mäuse fliehen in die Schule, wo der Hausmeister nett ist und es immer was Gutes gibt.

Quelle: Fotos: Driest

Putbus. Bereits zum dritten Mal luden in diesem Jahr die Rügener Schultheatertage alle Theatergruppen von Schulen der Insel ein, „die Ergebnisse ihrer Arbeit auf der großen Bühne des Theaters Putbus zu zeigen, andere Gruppen und deren Arbeit kennenzulernen, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und professionelles Feedback zu erhalten", erklärte Sabine Kuhnert den Sinn der zentralen Veranstaltung. Zur Unterstützung hatte sich die Theaterpädagogin des Theaters Vorpommern mit Jakob Fasold (Sticer-Theater, Stralsund), Sven Laude (Studententheater „Stuthe“, Greifswald), Dörte Bähr (Tanzpädagogin von Performdance, Stralsund) sowie Tanja Pfefferlein, der neuen Leiterin der Jugendkunstschule des Landkreises, vier Fachleute geholt.

 

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Mit unserem Stück wollten wir auf aktuelle Missstände beim Umgang mit Natur und Tier hinweisen. Beim Text halfen uns zwei Väter.“Heide Saathoff, Leiterin Theater AG, Gingst

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Die Kinder haben viel geprobt und fieberten ihrem Auftritt entgegen. Sie haben mich richtig angesteckt. Und die Oma war am aufgeregtesten von allen.“ Maria Spreer, Mutter aus Starrvitz

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Mit unserem Stück wollten wir auf aktuelle Missstände beim Umgang mit Natur und Tier hinweisen. Beim Text halfen uns zwei Väter.“Heide Saathoff, Leiterin Theater AG, Gingst

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Eröffnung und Finale bestritt die Freie Schule in Dreschvitz zunächst mit dem Stück „Die Stadt der Zwerge“, für das die Jury sie „für die Abenteuerreise zu den witzigsten Zwergen des Universums“

lobte. Mit seiner Truppe hat Betreuer Leiv Riegenring noch vier weitere Auftritte zu absolvieren, bevor es in drei Wochen eine große Abschlussfeier mit Schülern und Eltern gibt.

Die Kinder des Horts „Am Rugard“ nahmen sich „Die Zauberer von Aberstein“ vor, hatten aber etwas Angst, von denen gehört zu werden. Tipp von Juror Jakob Fasold: „Wenn es sich so anfühlt, als ob man schreit, dann ist es gerade richtig.“ Die Einschätzung des Profis deckt sich weitgehend mit den Notizen auf der Feedback-Wand im Foyer des Theaters, auf der sich die Kinder gegenseitig bewerten konnten. „Es war schön, bitte lauter reden“, war auch dort zu lesen. Das zweite Stück der Hort-Kinder „Rotkäppchen und das Krokodil“ lobte die Jury als „entzückendes Phantasiespiel in Reinform“.

Ein komplexes Stück im Stück erdachten sich die Jugendlichen von der Regionalen Schule „Am Grünen Berg“ in Bergen. Darin wird die Sendung eines Homeshopping-Kanals vom „ganz alltäglichen Wahnsinn“

überrollt. Die Bühnenarbeiter Noffke (Robert Schreiner) und dessen Kollege Hoffke (Leon Wolff) brachten das jugendliche Publikum zum Lachen, als Hoffke beim Tragen eines Tisches ein langer Pups entfuhr. Noffke kommentierte diesen zum größten Vergnügen der Zuschauer mit einem derben „Respekt, Herr Hoffke!“.

Für das Geschlechter-Klischee „Du bist der Mann“, als es um die Lösung eines technischen Problems ging, verdienten sich die Bergener ein politisch korrektes „ganz schön frauenfeindlich“ auf der Tafel im Foyer. Vom Publikum gab es am Ende tosenden Applaus und von der Jury Lob für „starke Auftritte vielschichtiger Charaktere“. „Das Stück haben wir in unserem Ganztagsangebot selbst geschrieben“, erklärte das 14-jährige Nachwuchstalent Robert anschließend der Jury Drei Jahre lang probte Andrea Sarkowski jeden Freitagnachmittag mit Kindern des Sonderpädagogischen Förderzentrums an dem Stück „Die drei Aufgaben“. „Aber erst in diesem Jahr trauten wir uns, an den Schultheatertagen teilzunehmen“, sagte die Sonderpädagogin. Weil alles recht gut klappte, war sie „stolz und zufrieden“. Hauptdarstellerin Michelle geht zwar eigentlich in die Schule „Am Grünen Berg“, hatte sich aber mit den SPZlern angefreundet und ihr künstlerisches Wirken dorthin verlegt. Für ihr Stück, dessen Texte die Kinder in der Schreibwerkstatt erarbeiteten und in dem eine Gruppe Jugendlicher eine merkwürdige Begegnung im Wald hat, gab es von der Jury ein Lob für „das gruseligste Horrorstück“.

„Die Schulmäuse“ der Grundschule Wiek werden von den Katzen eines Bauernhofs vertrieben und finden ein neues Quartier in einer Schule. Dort ist Heike Grawwert stellvertretende Schulleiterin und gewann jedes einzelne der etwa 120 Kinder ihrer ersten bis vierten Klassen für die Teilnahme an dem Musiktheater. „Die Kinder haben viel geprobt und fieberten dem Auftritt entgegen“, erzählte Maria Spreer aus Starrvitz. Ihre Tochter Antonia (7) wäre durch das Spiel auf der Bühne aufmerksamer und selbstbewusster geworden, sagte sie. Die Kinder begannen mit der hübschen Idee, Mäuse-Silhouetten als Schattenspiel zu zeigen, bevor die 120 lebensgroßen Mäuse die Bühne ausfüllten. Im Schulhaus angekommen geht es den Mäusen bestens. Der Hausmeister ist – zumindest in Wiek – offenbar netter als die Katzen und „es gibt immer was Gutes, weil die Schulkinder so viel wegwerfen“. „Hier bin ich Maus, hier darf ich’s sein“, freute sich ein Mäuserich in Anlehnung an Goethes Faust.

Erstmals ging das Schultheater über zwei Tage, und den Mittwoch eröffnete die DRK Schule Patzig mit dem Märchen „Die Goldene Gans“. „Unsere Kinder haben Blut geleckt, wollten gern hierher und haben auch keine Angst“, erzählte Betreuerin Jacqueline Gurr, die bei ihren Schützlingen „gute Effekte für Selbstbewusstsein, Selbstbild und Sprache“ feststellte.

Zum ersten Mal mit von der Partie war die Regionale Schule Gingst. Mit Hilfe zweier Väter schuf Heide Saathoff, Leiterin der Theater AG, eine Adaption der „Konferenz der Tiere“. Tiere aus den verschiedensten Erdteilen beklagen sich über den Umgang des Menschen mit der Umwelt. Sie verabreden sich zu weltweiten Streiks. In Berlin finden die Verhandlungen mit den Menschen statt. „Der Eiersalat kostet nur noch 66 Cent“, klagt das Huhn und die Kuh liest in der Zeitung vom Protest der Milchbauern und Demonstrationen der Menschen gegen Schweinemastanlagen.

Ähnlich ambitioniert stellte sich die Regionale Schule „Am Rugard“ Bergen vor. In dem Stück „Jana muss bleiben“, soll eine Mitschülerin abgeschoben werden, obwohl ihr Vater sich sogar in die Freiwillige Feuerwehr integrierte. Die Jury lobte „das komplexe Spiel in den drei Sparten Tanz, Musik und Schauspiel als beste musikalische Inszenierung eines brandaktuellen Themas“.

Den Schlusspunkt setzten Schüler der Freien Schule Rügen mit ihrem wundervollen Tanztheaterprojekt „Uns schwant was“, das sie bereits in der Vorwoche aufführten (die OZ berichtete).

Uwe Driest

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Nur dem Kuhhirten Krischan (Helge Koch) zeigen die Heiden von Kummerow, was sie auf ihre Völkerwanderung mitnehmen: von links Martin (Bennit Schulz), Johannes (Vincent Fiedler), Ulrike (Julienne Holz), Anna (Johanna Zilius) und Hermann (Henning Michaelis).

Die „„Heiden von Kummerow““ gastieren wieder in Born. Am Wochenende ist die vierten Folge „„Himmel, Arsch und Zwirn““ zum ersten Mal auf der Freilichtbühne des Boddendorfes aufgeführt worden.

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