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Unbekannte entsorgten Bauschutt neben Hünengräbern

Lancken-Granitz Unbekannte entsorgten Bauschutt neben Hünengräbern

Unmittelbar an den Bodendenkmalen bei Lancken-Granitz türmen sich Teppichreste und Gipskartonplatten auf / Amt erstattete Anzeige bei Polizei und Landkreis

Lancken-Granitz. René Geyer wollte den Teilnehmern seiner geführten Wanderung bei den Hünengräbern nahe Lancken-Granitz ursprünglich die Relikte der Trichterbecherkultur auf Rügen zeigen. Zu sehen bekamen sie Überreste der aktuellen Bau-Kultur: Unmittelbar neben zwei Hünengräbern an der so genannten Fünf-Finger-Kreuzung hat jemand illegal Bauschutt verkippt. Neben Teppichresten und einer Anleitung zum Verlegen von Laminat liegen vor den mehrere tausend Jahre alten Großsteingräbern jede Menge Gipskartonplatten. Offenbar hat sich hier ein Privatmann oder ein Baubetrieb der Hinterlassenschaften einer Renovierung entledigt.

 

OZ-Bild

Arne Fründt vom Ordnungsamt Mönchgut-Granitz untersuchte vorgestern den Schutthaufen an den Hünengräbern bei Lancken-Granitz.

Quelle: Maik Trettin

Wir haben das beim Landkreis angezeigt.“Andrea Triebke, Amt Mönchgut Granitz

„Das ist nicht zu verstehen“, sagt René Geyer zornig. „Die Großsteingräber gehören zu den ältesten Bodendenkmalen auf Rügen.“ Nicht nur der ehrenamtliche Naturschutzwart und Bodendenkmalpfleger ist erbost ob dieser Rücksichtslosigkeit. Die Gäste der Tour durch das Biosphärenreservat, die er zu den Hünengräbern führte, reagierten mit Kopfschütteln auf diese Schweinerei. Dass jemand scheinbar ohne jeden Respekt vor der Natur und der Kultur der Insel so einfach sein privates Entsorgungsproblem löst, war für viele der Besucher bis dahin undenkbar. Dabei ist es kein Einzelfall. Ganz in der Nähe verlaufe die vermutlich älteste Kopfsteinpflasterstraße Rügens von Alt nach Neu Süllitz, so Geyer. Der Kulturwert dieser Verbindung schert einige Zeitgenossen wenig. Immer wieder lande Müll links und rechts der Straße. Erst vor kurzem habe jemand dort eine alte Waschmaschine entsorgt. Sie landete in den Brombeerbüschen am Straßenrand.

Der Wanderführer ist nicht der einzige, dem der illegale Schutthaufen an den Hünengräbern aufgefallen ist. Ein Jäger aus dem Ort hatte sich während einer Hundeprüfung in der Nähe aufgehalten und ebenfalls empört. Er schaltete die Gemeinde und diese wiederum das Ordnungsamt ein. René Geyer hatte bereits das Amt für das Biosphärenreservat Südost-Rügen informiert. Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes Mönchgut-Granitz war sofort zu der illegalen Müllkippe gefahren und hatte den Bauschutt untersucht. „Der dürfte schon ein paar Tage hier liegen“, so Arne Fründt. Wer den Müll hier entsorgt habe, sei nicht zufällig vorbeigekommen. „Das war nicht eine Fuhre. Bei dieser Menge und der Anordnung der Haufen muss jemand mehrmals hierher gefahren sein.“ Zurzeit suche man nach Hinweisen auf den beziehungsweise die Verursacher. „Wir haben das sowohl bei der Polizei als auch beim Landkreis angezeigt“, sagte die Leitende Verwaltungsbeamte im Amt Mönchgut-Granitz, Andrea Triebke, gestern auf OZ-Nachfrage. Sie konnte sich an einen so dreisten Fall der illegalen Müllentsorgung im Südosten der Insel nicht erinnern.

Unklar ist derzeit noch, wie lange der Bauschutt an den Hünengräbern liegen wird. In erster Linie müsse sich der Verursacher um die Beseitigung kümmern, hieß es gestern aus der Kreisverwaltung. Sei dieser nicht zu ermitteln und unbekannt, stehe prinzipiell der Eigentümer der Fläche in der Pflicht. Nach unbestätigten Informationen soll das Areal einer Landwirtschaftsgesellschaft gehören. Doch die muss nicht in jedem Fall die Entsorgungskosten für unbekannte Umweltsünder übernehmen. Wenn die Flächen aus bestimmten Gründen öffentlich zugänglich sein müssen, springt der Landkreis ein.

Maik Trettin

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