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Von Schwänen und tanzenden Fußballern

Putbus Von Schwänen und tanzenden Fußballern

Die Freie Schule Rügen interpretiert das Ballett „Schwanensee“ mit einer modernen Version neu

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Schwanensee mit Kissenschlacht: Die Schüler haben die Bewegungsabläufe selbst erarbeitet.

Quelle: Fotos: Gaia Born

Putbus. Die Melodie der vier kleinen Schwäne aus dem Ballett „Schwanensee“ erklingt. Vier Mädchen der Freien Schule Rügen aus Dreschvitz tanzen über die Bühne im Theater von Putbus – in Tutus aus Kissen und ohne die traditionellen Tippelschritte. Frisch wirkt das und ursprünglich. Man sieht, dass sie trotz Konzentration Spaß daran haben, hier zu zeigen, was sie sich gemeinsam mit ihren Schulkameraden letztes Jahr erarbeitet haben: Am gestrigen Freitag präsentierte die Freie Schule nach einer intensiven Probenwoche ihre Version von „Schwanensee“, das Tanz-Theaterstück „Uns schwant was“.

OZ-Bild

Die Freie Schule Rügen interpretiert das Ballett „Schwanensee“ mit einer modernen Version neu

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„Die Schüler aus den Klassen 4 bis 6 haben seit letztem Sommer an dem Stück gearbeitet“, erzählt Lehrerin Dorothée Hahn. Die insgesamt 18 Schüler, 10 bis 13 Jahre alt, hatten jeden Dienstag drei Stunden Tanz, zwischendurch Probetage. Und auch im Unterricht haben sich die Kinder mit den Aspekten von „Schwanensee“ beschäftigt. „Weißer Schwan, schwarzer Schwan und gut und böse – über diese Gegensätze haben die Kinder Geschichten geschrieben, um sich dem Thema zu nähern“, erzählt Hahn. Sie schätzt die kreative Beschäftigung ihrer Schüler mit dem Tanz. „Es gibt auch welche, die ursprünglich nicht so viel mit dem Tanzen anfangen konnten. Aber mittlerweile haben alle viel Spaß. Und die motorische Entwicklung ist bemerkenswert“, sagt sie. Und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Man kann also sagen, dass hier aus Fußballern Tänzer geworden sind.“

Einer davon ist Paul Diembeck. Er spielt im Stück den Zaubergehilfen. Tanzen ist natürlich nicht sein Traum, aber er wirbelt genau so gekonnt über die Bühne, wie seine Mitschüler. „Anfangs hat mir das keinen Spaß gemacht. Und das ist alles ganz schön anstrengend“, meint der Elfjährige. „Aber es ist toll, wenn wir eine Szene durchgespielt haben und alles geklappt hat.“ Schon zum neunten Mal hat die Freie Schule in Kooperation mit dem Tanzstudio Perform(d)ance in Stralsund ein Tanzstück auf die Bühne gebracht. In den letzten drei Jahren hat Choreografin Miriam Ruoff das Projekt betreut. Die Arbeit mit Kindern ist für sie etwas ganz Besonderes. „Sie sind so kreativ, haben so viele Ideen und Fragen. Da könnte ich nicht einfach eine Schrittfolge vorgeben, das wäre für beide Seiten frustrierend.“

Und so hat Miriam mit den Kindern alle Szenen erarbeitet, Schritt für Schritt den Klassiker „Schwanensee“ neu interpretiert. „Eigentlich ist das ein Widerspruch in sich“, lächelt sie. „,Schwanensee’

ist ein komplett durchchoreografiertes Stück. Bei uns gibt es keinen Spitzentanz, keine Pirouetten oder Hebefiguren. Und trotzdem wollen wir den Zuschauer packen und berühren.“ Synchrontanz gibt es im Stück kaum. „Dafür sind die Schüler zu unterschiedlich im Alter und im Können. Mein Ziel ist es, dass jedes Kind in seiner Bewegung gut aussieht.“ Und so kommt es auf der Geburtstagsfeier des Prinzen, auf der er sich eine Braut suchen soll, zur Kissenschlacht. „Die Kinder haben eine Form gefunden, die ihnen liegt. So ist das ganze Stück authentisch“, freut sich die Choreografin.

Die Kinder haben auch entschieden, dass es am Ende ihres Stückes nicht klassisch um den Prinzen und den weißen Schwan gehen soll. Bei ihnen werden sich der weiße und der schwarze Schwan annähern und Freundschaft schließen. Pia Beneke, zehn Jahre alt, darf den schwarzen Schwan geben. „Ich bin stolz und habe mich sehr gefreut, schließlich ist das eine Hauptrolle. Und ich tanze so gern“, strahlt sie.

Dass die Kinder etwas dabei empfinden, sieht man auf jeden Fall sofort: Mit Herzblut und vollem Einsatz erwecken sie das alte Ballett zu neuem Leben, arbeiten hart an ihren tänzerischen Bewegungen, versuchen, zur rechten Zeit am rechten Platz auf der Bühne zu sein.

Weitere Vorstellungen sind am Mittwoch, 6. Juli, um 12 Uhr und Donnerstag, 7. Juli, um 19 Uhr.

Gaia Born

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