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Windland-Filmteam schafft es auf die große Leinwand

Altenkirchen Windland-Filmteam schafft es auf die große Leinwand

„Gesichter der Flucht“ beim Rügen International Film Festival zu sehen

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Erik, Malte und Paul gehören zum Filmteam der Schule Altenkirchen.

Quelle: Maximilian Baer

Altenkirchen. Brisantes, hochaktuelles Thema, schwieriger Stoff, gelungene Umsetzung: Flüchtlingsgeschichten aus gleich drei Zeitaltern hat der Film „Gesichter der Flucht“ zum Gegenstand, der 2016 von Schülern der Regionalen Schule „Windland“ aus Altenkirchen gedreht hatten, unterstützt von der Stralsunder Medienwerkstatt „Identity Films“. Den Sprung auf die „große Leinwand“ hat dieser auf der Insel entstandene Film jetzt auch geschafft: Er wird in der Reihe Local Heroes auf dem Rügen International Film Festival zusehen sein.

Schüler thematisieren Fluchtschicksale

Im Mittelpunkt des knapp 14 Minuten langen Streifens stehen Interviews mit syrischen Flüchtlingskindern, die auf Rügen leben und mit der „doppelt“ geflüchteten Erika Berger, die als 6-Jährige aus dem deutschen Osten vor der Roten Armee floh und deren Familie sich zu DDR-Zeiten mit dem Kutter von Rügen nach Schweden absetzte. Gefilmt, interviewt und geschnitten haben Schüler der 8 bis 10. Klasse der Altenkirchener Schule. Malte Wiek ist einer von ihnen. Die Beschäftigung mit der Flüchtlingsthematik habe ihm die Augen geöffnet, dass die meisten Flüchtlinge nicht einfach nach Deutschland gekommen sind, weil sie hier vermeintlich besser leben können, erzählt er. „Sondern sie sind vor Krieg und Todesgefahr geflohen.“ Im Film wird das deutlich, wenn beispielsweise die beiden syrischen Mädchen Malak und Shakira davon berichten, wir ihre Kinderzimmer zerschossen wurden, wie alles kaputt war, wie sie alles zurücklassen mussten und ihre Stimmen dabei zu stocken beginnen.

Filmprojekte seit Jahren ein fester Bestandteil auf dem Stundenplan

Die Kinder haben den Film unter der fachkundigen Anleitung der Medienwerkstatt so geschnitten, dass die Interviewpassagen sich gegenüberstehen. Erinnerungen von Erika Berger an ihre Flucht als sechsjähriges Kind werden so in Bezug gesetzt zu ganz frischen Fluchterinnerungen der syrischen Kinder. Deren Schwierigkeiten, die deutsche Sprache zu erlernen, stehen Erika Bergers Erinnerungen an ihre Schwierigkeiten, nach der Flucht aus der DDR schwedisch zu lernen, gegenüber. „Dabei wird auf frappierende Weise deutlich, wie ähnlich doch die Fluchterfahrungen sind, über die Generationen hinweg und wie sehr Fluchtsituationen die Menschen belasten und für viele eine schlimme Zäsur in ihrem Leben darstellen“, sagt Kirsten Knebusch, Leiterin der Altenkirchener Regionalschule. Sie hatte die Filmprojekte mit den Schülern vor vier Jahren ins Leben gerufen. Entstanden ist unter anderem auch ein Film über die Fischer der Insel, gegenwärtig arbeiten sie an einem Imagefilm über ihr „SEK Küstenputz“, der für das Sauberhalten der Inselstrände wirbt.

Vorführung am Freitag in Sassnitz

„Gesichter der Flucht“ ist der wohl politischste und emotionalste Film, den die Schüler bislang gedreht haben. Ganz stark die Szenen, in denen Erika Wirbel sich mit den syrischen Flüchtlingskindern trifft und ihre Geschichten mit einem Verständnis aufnimmt, wie es wohl nur jemand kann, der selbst ein Flüchtling war. Am Ende sagt sie, sie will die Kinder in einem Jahr wiedertreffen und sehen, was aus ihnen geworden ist. Wenn sie selbst dann noch am Leben sei, sagt sie:. „Ja, schaffen wir das? Vielleicht bin ich ja dann noch hier.“ Erika Wirbel wird an der Aufführung des Films auf dem Festival teilnehmen. Die Flüchtlingskinder, teilt Kirsten Knebusch mit, leben mittlerweile nicht mehr auf der Insel.

Vorführung :6. Oktober, 20 Uhr im Rahmen einer Kurzfilmreihe im Grundtvighaus Sassnitz gezeigt. 

Anne Friederike Ziebarth

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