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Zwischen Pudding und rotem Ginseng

Sellin Zwischen Pudding und rotem Ginseng

Das Selliner Cliff Hotel ist derzeit das gemütliche Zuhause der Festspielfamilie um Nils Mönkemeyer

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Gegen die mittlerweile 12-jährige Beziehung Mönkemeyers mit seiner Viola, vermag auch die schicke Cliff Hotel Marketingfrau Viola Kaser trotz des gleichen, wohlklingenden Namens, nichts auszurichten.

Quelle: Foto: Steffi Besch

Sellin. „Nils liebt Pudding“, kommentiert Julia Sinnhöfer, während dieser mit der Schüssel voll Süßspeise wieder am Mittagstisch Platz nimmt. Es klingt vertraut, so als spräche eine Mutter über die Vorlieben ihres Sohnes oder die Frau nach 20 Jahren gemeinsamen Kompottessens von ihrem Mann. Eine sehr liebe- und humorvolle Atmosphäre erfüllt den kleinen separaten Speiseraum des Cliff Hotel. Sozialer Treffpunkt der Festspielfamilie, wie Nils Mönkemeyer sagt. Der 38-Jährige, seit sechs Jahren Professor an der Hochschule für Musik und Theater München, war als Preisträger (2013) regelmäßig bei den Festspielen zu Gast und übernahm dieses Jahr die künstlerische Leitung des 6. Festspielfrühlings auf Rügen. In Vorbereitung und Durchführung ein wirklich anstrengender Job.

„Nils sollte den ersten neuen Festspielfrühling nach fünf Jahren mit dem Fauré Quartett bekommen. Das war für uns ganz klar. Er ist ein junger, sehr interessanter Künstler. Der Festspielfrühling ist etwas Besonderes. Nils spielt zwei bis drei Konzerte täglich. Und das über neun Tage. Normalerweise haben die Künstler, wenn sie unterwegs sind, ihre paar Tage zum Durchatmen, manchmal auch eine Woche. Hier brauchen wir jemanden, der kreativ, motiviert und motivierend und natürlich belastbar ist. Nils vereint das alles. So einen musst du erstmal finden“, freut sich die Leiterin der Programmplanung der Festspiele, Julia Sinnhöfer, über ihren Glücksgriff.

Für den international erfolgreichen Bratschisten sind die noch kurzen Frühlingstage auf Rügen sehr lang. 18 Stunden ist er meist auf den Beinen. Um 8.30 Uhr beginnen die Proben der Musiker. „Ab 7 Uhr gibt es hier Kaffee, das ist okay“, schmunzelt Mönkemeyer und schwärmt von der lieben Frühstücksdame, die ihre begabten Gäste auf ihre besondere Art begrüßt und einen guten Morgen wünscht. Seinen Kaffee trinkt er auf der sonnigen Terrasse. Gemütlich auf einer Bank sitzend, die einen stattlichen Baum umrundet. „Ich bin eigentlich ein totaler Morgenmuffel. Aber hier ist das irgendwie alles anders.“

Bis 11.30 Uhr durchdringen das Selliner Hotel die schönsten Kompositionen der Kammermusik von Bach, Beethoven, Mozart, Schubert und Mendelssohn. Hotelgäste schleichen sich manchmal ehrfurchtsvoll in die Klang erfüllten Tagungsräume des Hotels und lauschen.

Es gibt Mittag. Fisch natürlich und viel Gemüse. Damit sie das Pensum durchhalten. Während der Pianist Nicholas Rimmer mit Frau Hwa Won und den Söhnen Nathan und Magnus das gemeinsame Essen genießt, plant Hornist Adrian Diaz Martinez mit dem Fahrplan des Öffentlichen Nahverkehrs auf dem Smartphone den Nachmittagstrip zu den Kreidefelsen und Mönkemeyer löffelt mit Freude seinen Pudding aus, erzählt und verzaubert die Runde mit Charme, Intelligenz und Witz. In Ermangelung von Vanillesauce greife er bei kleiner Schwäche auch gern zu einem Wundermittel seiner Schülerin Editha.

„Sie verabreicht mir roten Ginseng. Die kleinen Wurzelstückchen isst du auf und die boosten dann die Konzentration und das Immunsystem“, verrät der gebürtige Bremer. „Ich weiß gar nicht, ob ich von der vielen Arbeit oder der frischen Luft so müde bin.“ Die des Frühlings hat er vor dem Auftritt am Dienstag auf dem Gut Lebbin besonders genossen, berichtet er. Und die Schönheit der Landschaft am Bodden, das sich ständig ändernde Licht. Hoteldirektor Peter Schwarz fragt: „Kriegt man da Lust zu Komponieren?“ Mönkemeyer antwortet: „Nein, aber ich spiele schöner!“

Steffi Besch

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