Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Kulturpreis der Rügener Stiftung wird verliehen
Vorpommern Rügen Kulturpreis der Rügener Stiftung wird verliehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:22 30.11.2018
Der Künstler Egon Arnold beschäftigt sich in seinem Putbusser Atelier immer wieder mit Motiven auf der Insel Vilm. Quelle: Sabine Heimgärtner
Putbus

Es ist wieder soweit: Die Kulturstiftung Rügen übergibt an diesem Samstag in der Putbusser Orangerie ihre Preise an zwei herausragende Persönlichkeiten der kulturellen Szene. Die Gingster Buchhändlerin Petra Dittrich wird mit dem Förderpreis 2018 ausgezeichnet, der Putbusser Grafiker und Maler Egon Arnold erhält den Kulturpreis. Mit ihm sprach die Ostsee-Zeitung kurz vor der Verleihung der Auszeichnung.

OZ: Wie fühlt man sich, wenn man mit dem höchsten Preis der Insel für kulturelle Angelegenheiten ausgezeichnet wird?

Arnold: Ein sehr gutes Gefühl, ich bin dankbar und stolz. Obwohl man ja für die Vergangenheit geehrt wird, hilft ein solcher Preis einem Künstler enorm, positiv in die Zukunft zu schauen. Gerade dieser Preis passt gut zu mir, weil er sich nicht nur auf mein künstlerisches Schaffen bezieht, sondern auf alle meine kulturellen Aktivitäten, seit ich 1996 auf der Insel sesshaft wurde – also es geht auch um meine publizistischen Tätigkeiten und um meine Nachwuchsarbeit.

Was bedeutet in Ihrem Fall Nachwuchsarbeit?

Von Anfang an habe ich an Schulen, aber auch an der Volkshochschule in Bergen und Stralsund, Kurse gegeben und Projekte gestartet, ich habe mit Behinderten gearbeitet und neuerdings gebe ich auch Mal- und Zeichenkurse für Urlauber. Das macht vor allem deshalb Spaß, weil es sich bei den Adressaten um Laien handelt. Die Beschäftigung mit ihnen bringt mich an meine eigenen Anfänge zurück, ich erkenne sozusagen meine Entwicklung als Künstler. Ich bin ja Autodidakt, learning by doing sozusagen, mein eigentlicher Beruf war einst Elektriker. Damit habe ich 1987, noch in Berlin, aufgehört. Seitdem übrigens ist es meine mir selbst auferlegte Pflicht, jeden Morgen vier bis fünf Stunden künstlerisch zu arbeiten.

Man kennt Sie eher als Grafiker, weniger als Maler. Ist das so?

Arnold: Ja und nein. Ich beginne mit einem Thema immer erst zeichnerisch, viele Blätter entstehen zu einer Idee oder einem Motiv und den Abschluss bildet dann fast immer ein großformatiges Bild, wo die Kraft der Farbe, Öl oder Acryl, alles noch einmal zusammenfasst. Dann beginne ich wieder demütig zu zeichnen, zum nächsten Thema, wobei meine Inspirationsquellen nicht die Bildende Kunst, sondern die Literatur und Musik sind.

Haben Sie Lieblingsthemen?

Auf jeden Fall, die Natur und in diesem Bereich immer wieder die Insel Vilm, wo ich von Frühjahr bis Herbst mindestens ein Mal in der Woche bin und ganz in Ruhe, völlig alleine, meine Motive finde. Hinzu kommen gesellschaftskritische Themen, die ich seit 2014 vor allem mit meinen Künstlerkollegen in der Galerie Rotklee entwickle. Da hat man sich zu positionieren, da geht es um politische Haltungen – wir sind Gegenwartskünstler.

Welche Projekte sind Ihnen im Moment besonders wichtig?

Eine meiner schönsten Ausstellungen ist zur Zeit in Garz im Ernst-Moritz-Arndt-Museum zu sehen. „Vilm Supracolor Soft 149“ heißt sie. Der zunächst eigenartig anmutende Titel geht auf einen sehr weichen, blauen Zeichenstift zurück, mit dem ich viele Zeichnungen auf der Insel Vilm angefertigt habe. In Garz wird der Anbau, in dem die Schau gezeigt wird, jetzt bereits „Der blaue Salon“ genannt – so groß ist die Strahlkraft dieser Farbe! Außerdem erinnert mich der Ort an einen meiner Förderer, den leider verstorbenen früheren Vorsitzenden der Arndt-Gesellschaft, Karl-Ewald Tietz. Sehr wichtig sind mir auch die sogenannten Bindfaden-Bücher, die ich mit meiner Frau, der Historikerin Susana Schmidt, herausgebe. 19 Titel sind bereits erschienen, zur Zeit arbeiten wir an den Skizzenbüchern der bekannten Hiddensee-Malerin Elisabeth Büchsel.

Lena Roosen

Kultur Advent im Schloss - Weihnachten wie im Märchen

Schlösser in MV locken mit Theaterstücken, Konzerten und fürstlichen Geheimnissen.

29.11.2018

Die filigran wirkende selbsttragende Treppe führt im Mittelturm des Jagdschlosses Granitz zu einer phantastischen Aussicht über die Insel Rügen. Nun gibt es für den sichere Aufstieg wieder eine Garantie.

30.11.2018

Bernd Stelter tritt am Freitag in Putbus auf. Für den Sänger und Alleinunterhalter ist es der erste Besuch auf der Insel Rügen

29.11.2018