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Rügen Kunst im Industriebau
Vorpommern Rügen Kunst im Industriebau
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00:00 05.07.2018
Zur neuen Ausstellung „LandLust“ begrüßt Ina Handelmann die Besucher im Kunstraum Wasserwerk. Quelle: Fotos: Wenke Büssow-Krämer
Glowe

Die Kunstwerke hängen an alten Wasserleitungen – das hat Charme. „Dem Raum und Gebäude wollen wir Tribut zollen und scheuen keine Kosten, das auch sichtbar zu machen“, erklärt Günter Christiansen die Ausstellungsräume des „Kunstraum Wasserwerk“. Nachdem sie mit ihren Werken und Ausstellungsstücken im Winter nach Sassnitz ausgewichen sind, haben Günter Christiansen und Ina Handelmann vor einem Monat wieder ihre Räume in Glowe bezogen.

Ina Handelmann und Günter Christiansen sind wieder in ihrem Kunstraum Wasserwerk aktiv

Seit 2011 hat das Paar das ehemalige Wasserwerk in ihr privates und künstlerisches Domizil verwandelt. Hier wird gelebt und gearbeitet, hier werden die eigenen Arbeiten und auch die Werke anderer Künstler präsentiert. Während die Ausstellung kurzzeitig in Sassnitz beheimatet war, wurden diese Monate für Umbauten in Glowe genutzt. Dabei legt das Paar weiterhin besonderen Wert darauf, den Industriebau-Charme nicht nur zu erhalten, sondern einen besonderen Stellenwert einzuräumen.

Gleich im Eingangsbereich verbarg sich unter einer Platte der alte Brunnen des Wasserwerks. Der Austausch durch eine Glasplatte erlaubt nun den Blick in die Tiefe. „Hier werden wir demnächst noch für Beleuchtung sorgen, um tiefer einblicken zu können“, berichtet Günter Christiansen von den geplanten bevorstehenden Arbeiten. Auch die alten Stahlgerüste bleiben als tragende, sichtbare Elemente erhalten. „Es soll auch als Industriebauobjekt gesehen werden“, sagt Christiansen.

Bis 1998 war das Gebäude als Wasserwerk in Betrieb. „Als wir 2011 angefangen haben, war es faktisch eine Ruine“, erinnert sich Ina Handelmann. „Wir haben viel improvisiert.“ In den letzten Monaten ist unter anderem auch der Fußboden des Ausstellungsraumes angehoben worden, um die Treppen zu ersparen und die Räume barrierefrei zu gestalten. Im hinteren Gebäudeteil wird auch der Boden zum Hingucker. Das Parkett aus dem Speisesaal des ehemaligen Rügen-Radio-Hauses wurde aufwändig aufgearbeitet und wird hier wieder verwendet. Zur Eröffnung der nächsten Ausstellung soll auch dieser Raum wieder einbezogen werden können.

Der Geschichte des Hauses ihren Raum zu lassen, wird aber auch an der Fassade fortgeführt. Die Risse, die vor Jahrzehnten bei Bauarbeiten entstanden sind, lässt das Künstlerpaar nicht einfach zuspachteln. Mit viel Liebe zum Detail werden Glas- und Porzellanscherben in die Spalten im Putz eingefügt, so dass die Erinnerung an Geschehenes bleibt und auch der jetzigen Nutzung ein dauerhafter Platz eingeräumt wird. Doch nicht nur die Hauseigentümer verewigen sich hier. Sie sorgen auch dafür, dass man sich an alle Künstler, die hier ausstellen, erinnert. Die Fassade soll von immer mehr Namen geschmückt werden. „Es sind die Namen über 60 verschiedener Künstler, die wir hier vertreten haben“, erklärt Günter Christiansen, während er mit dem Pinsel den nächsten Namen am Haus hinterlässt.

Seit fünf Jahren zieht vor allem der Name Armin Mueller Stahl – zahlreiche Bilder des Schauspielers sind hier ausgestellt – die Besucher an. „Wenn aber eine neue Ausstellung geplant ist, werden auch immer die Räume neu konzipiert“, sagt Ina Handelmann. Dazu zählt auch der Schacht, in dem einst die Wasserrohre lagen. Auch er wurde nun mit einer Glasplatte abgedeckt und wird zu den wechselnden Ausstellungen thematisch gefüllt.

Wenke Büssow-Krämer

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