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Rügen Kunsthandwerker starten neu durch
Vorpommern Rügen Kunsthandwerker starten neu durch
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08:00 12.09.2018
Organisatorin Antje Zimprich zeigt unter anderem auch ihre Ostseeperlen, in die sie das Flair von Strand und Meer eingefangen hat. Quelle: Herold Gerit
Sellin

Eine Lücke im Rügener Veranstaltungskalender wird wieder gefüllt: Am Wochenende feiert der Ostsee-Töpfermarkt sein „Comeback“. Nach zweijähriger Zwangspause laden am Sonnabend und Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr mehr als 30 Töpfer und vier Kunsthandwerker aus ganz Deutschland und der Insel Rügen in den Selliner Seepark ein. Damit die lange Tradition des bliebten Marktes fortgesetzt wird, haben Antje Zimprich und ihr Lebensgefährte Oliver Guse aus Siggelkow bei Parchim die Organisation übernommen. Die Grabungstechnikerin und Glasperlendreherin und der Holzbildhauer und Messerschmied wollen mit ihrer „Time and Things GbR“ den Markt in Zukunft frei nach dem Motto „Das Schönste aus aller Welt“ betreiben.

„Rügen ist mein Sehnsuchtsort, wir sind im Sommer immer auf der Insel. Der Töpfermarkt gehörte immer dazu“, sagt Antje Zimprich, die auf Rügen aufwuchs. Der Ostsee-Töpfermarkt ist der nunmehr 17., der im Ursprung eine Idee von Christin Bohn und Imke Mehrath war. Als Keramikliebhaberinnen iniziierten sie damals einen kleinen Markt mit Töpfern und Kunsthandwerkern in Zirkow, zogen aber bald nach Seedorf an den Hafen. Als der Markt weiter wuchs und aus allen Nähten platze, wurde der Seepark in Sellin als neuer Veranstaltungsort gefunden. Nach 15 Jahren gab Baltic-Eventmanagement die Organisation auf. Unter Eigenregie der Teilnehmer konnte sich der Markt noch zwei Jahre halten, dann kam das Aus.

„Den Markt zu organisieren, ist wirklich ein große Aufwand“, weiß Antje Zimprich. Sie und Oliver Guse können auf reichlich Erfahrung zurückgreifen. Sie sind seit 20 Jahren als Archäotechniker im vorführenden Handwerk und im Replikenbau für Museen und auf Kunsthandwerkermärkten unterwegs und haben auch zahlreiche Events organisiert. Vor zehn Jahren waren sie mit ihrer Historischen Glasperlenwerkstatt erstmals beim Ostsee-Töpfermarkt dabei. Nun soll ein Stück von dem Flair, das sie in der Vergangenheit begleitet hat, mit auf die Insel gebracht werden. „Uns liegt der Erhalt von altem Handwerk, Kunsthandwerk und alten Traditionen am Herzen“, so Zimprich. Sie hat in Muglitz Handweberin gelernt, in Leipzig Museumskunde studiert und sich zur Grabungstechnikerin der Römisch-Germanischen-Kommission in Bonn und Frankfurt am Main ausbilden lassen.

Für den Neustart in Sellin haben sie ein ansprechendes Programm auf die Beine gestellt. „Als außergewöhnliche Attraktion darf Fried Wandels Frettchenzirkus angesehen werden“, so Zimprich. In der Tradition der alten Spielmänner, die in den vergangenen Jahrhunderten durch Tiere die Aufmerksamkeit auf sich zogen, gehe es am Sonnabend um 14 Uhr und am Sonntag 15 Uhr nicht nur um die Frettchen, sondern auch um einen Hochgenuss an Musik. Fried Hohberg schreibt Lieder für bekannte deutsche Bands der Mittelalterszene, wird als Begründer der modernen Folkmusik in der Mittelalterszene angesehen und beherrscht mindestens sieben traditionelle Musikinstrumente. Das Figurentheater Schnuppe gehört mit dem passenden Titel „Ein Seeteufel Namens Fidibus“ (Sonntag 11 Uhr) wieder zum festen Bestandteil des Marktes. Sängerin Lorelei, die auf Rügen aufwuchs und vom Kreativmarkt in Lietzow bekannt ist, will am Sonntag mit ihrer Stimme die Zuhörer betören und berühren. Regina Böhm aus Litauen wird mit Kindern töpfern und die Historische Perlenwerkstatt zeigt ein uraltes Handwerk. Dabei formt Antje Zimprich am offenen Glutbecken Glasperlen. Zu sehen ist weiterhin Filzdesin von Natascha Chronacher. Und auch für Männer ist etwas Interessantes dabei: Oliver Gusse präsentiert handgeschmiedete Messer seiner Manufaktur.

Herold Gerit

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