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Rügen Sassnitzer Kurplatz: Land soll helfen
Vorpommern Rügen Sassnitzer Kurplatz: Land soll helfen
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06:00 06.12.2018
Diskussionsveranstaltung auf dem Kurplatz im Jahr 2012. Bis heute ist man hier nicht einen Schritt vorangekommen. Die Kurmuschel wurde indes aber schon saniert. Quelle: Martin Feilke
Sassnitz

Die Diskussion über die Sassnitzer Kurplatzgestaltung nimmt kein Ende. Vor allem, weil das Projekt immer teuer wurde. In der Sitzung des Bauausschusses am Dienstagabend wurde zwei Stunden lang diskutiert. Nun soll Eckhard Ziebell vom städtischen Sanierungsträger GSOM Kontakt zum Infrastrukturministerium des Landes aufnehmen, um bis zu 500 000 Euro für die Folgefinanzierung rauszuholen. Der Förderantrag muss bis zum 15. Januar gestellt sein.

Die Stadtvertreter hatten die Marschrichtung vor zwei Jahren vorgegeben. Damals votierten sie für einen Entwurf, den die Planerin Erika Streubel im Auftrag des Sanierungsträgers für die Stadt erstellt hatte. Für knapp 300 000 Euro sollten zwei ellipsenförmige Flächen vor der Kurmuschel befestigt werden. Auch eine Erneuerung der Pergola war geplant. Für die konkreten Entwürfe, die sie Anfang des Jahres vorgelegt hatte, musste sie Kritik hinnehmen. Zum einen zur Ellipsenform. Im Gegensatz zum ursprünglichen Plan sollte diese nun nicht mehr gepflastert werden. Die Fläche vor dem Kurplatz sollte schlicht mit einer wasserdurchlässigen Deckschicht versehen werden. Und die Kosten sind jetzt doppelt so hoch wie vor zwei Jahren: 642 476 Euro plus Nebenkosten. Doch die Stadtvertretung hatte bereits beschlossen, die Kosten bei 300 000 Euro zu begrenzen und das Areal mit einem Pflaster zu befestigen, das auch Fahrzeuge schadlos aushält.

Rahmenplanerin Erika Streubel, Hartmut Pieper vom Binzer Architekturbüro Pieper und Eckhard Ziebell stellten die Pläne für den Kurplatz am Dienstag noch einmal vor. „Durch die Erkenntnisse, die wir gewonnen haben, dass etwa der Preis durch veränderte Bedingungen stark nach oben geht, ist eine Gestaltung für 300 000 Euro unrealistisch“, sagt Pieper. Sollte das Ministerium das Vorhaben unterstützen, „sind wir in der Lage, alle Wünsche umzusetzen“.

Für einige Ausschussmitglieder war diese Zuarbeit nicht zufriedenstellend. „Wir werden hier mit hohen Zahlen konfrontiert, viele davon erscheinen nicht plausibel. Das ganze Vorgehen ist indiskutabel“, reagierte Gerd Löffler (SPD). „Fakt ist, dass der Kostenansatz weit über dem ist, was erwartet wurde. Ich hatte deshalb gedacht, dass wir uns im Ausschuss Position für Position entlang hangeln und über die Wichtigkeit diskutieren, um somit die hohe Summe zu mindern“, monierte Stefan Grunau (CDU). „Wie sieht das Vorhaben konkret aus? Wo sind die Pläne? Ich will Details sehen“, äußerte sich Claas Buettler (FDP).

„In der letzten Bauausschusssitzung haben wir alle Wünsche eingearbeitet, etwa die Stellfläche für den Imbiss oder die Möglichkeit, den Asphalt zu erhalten. Alle Details wurden bestätigt“, sagt sie. Im Ausschuss wollte sie erklären, warum die Kosten explodiert sind. „Die teuersten Elemente sind der Bodenaustausch und der Plattenbelag.“ Laut Hartmut Pieper würde man am Kurplatz um einen Bodenaustausch nicht herumkommen. „Es gibt ein dazu ein Baugutachten, das bestätigt, dass diese Arbeiten notwendig sind. Aus dieser Nummer kommen wir nicht mehr heraus“, sagt er.

Eckhard Ziebell plädierte darauf, einen Konsens zu finden: „Was wir brauchen, ist eine Grundsatzentscheidung. Detailfragen können auch noch dann geklärt werden, wenn die Finanzierung steht.“ Svea Lehmann (Linke) pflichtete ihm bei. „Durch unsere Verzögerung sind schon mehr Kosten entstanden. Wir sollten also den Förderantrag fristgemäß stellen. Wenn durch die Förderung der Platz befahrbar ist, hätten wir somit einen der wesentlichsten Punkte abgedeckt“, sagt sie.

Für Steffen Schröers von der Alternativen Freien Wählergemeinschaft (AFW) hätte die Entscheidung beschleunigt werden können. Die Wüstenrot-Stiftung, die die Kurmuschel gerade sanieren ließ, hätte in Sachen Kurplatzsanierung ein eigenes Architekturbüro beauftragt, sagte er am Dienstag. Die Stiftung hätte die Differenz für die Sanierung übernehmen können. „Bei der Stiftung hätten wir finanzielle Sicherheit, bei der Fördermittelanfrage beim Ministerium nicht“, so Schröers. Er sagt auch, dass es bereits ein Treffen zwischen Bürgermeister und dem Architekturbüro gegeben haben soll. Bürgermeister Frank Kracht (parteilos) wies ein geheimes Treffen mit der Stiftung zurück. „Wenn mich ein Investor anspricht und Geld für ein Projekt anbietet, glauben Sie, dann würde ich dies ablehnen?“ Hier würden Dinge der Verwaltung zugeschoben, die nicht stimmen.

Mathias Otto

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