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Mölln Lamm-Leasing für Gartenmuffel

Armin Rohrbecks Schafe beweiden Deiche und heimische Gärten

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Armin Rohrbecks Schafe beweiden nicht nur Deiche, sondern durchaus auch heimische Gärten.

Mölln. Das Schaf an sich ist besser als sein Ruf: Das Ovis gmelini aries ist sozial, friedlich und keineswegs so dumm, wie allgemein angenommen wird. „Schafe haben ein fotografisches Gedächtnis und finden ihre Futterwege wieder“, sagt Armin Rohrbeck. Der diplomierte Agraringenieur muss es wissen, betreibt der doch seit sieben Jahren die „Deichschäferei Rügen“ von Mölln aus. Seine Schafe beweiden für den Wasser- und Bodenverband rund 35 Hektar Deiche. Denn: „Schafe sind das Beste, was es für Deiche gibt.“

Derzeit futtern sich 300 Mutterschafe, 120 Lämmer und fünf Böcke auf den Deichen der Insel satt. Sie treten den Boden fest, fördern das Wachstum des Grases, und ihr Kot düngt den Boden, zählt der 49-Jährige die Vorzüge seiner Tiere auf. Es sind durchweg verträgliche Tiere. Unangenehm können allerdings Schafböcke sein. „Wenn sie nicht genug zu decken haben, sind sie nicht ungefährlich“, warnt der Fachmann. Damit sie ihrem Trieb nicht allzu oft nachgeben können, werden sie von der Herde separiert. „Sonst gibt es zu viel Nachwuchs.“ Die Schafe bilden innerhalb der Herden 10- bis 20-köpfige Familien.

Rohrbeck, der in Sassnitz als Sohn einer Lehrerin und des damaligen Hafen-Chefs aufgewachsen ist, war früher zehn Jahre lang als leitender Betriebswirt in der Gewässerunterhaltung und Renaturierung tätig. Nach Abitur und Ausbildung zum Schweinezüchter in einem Internat bei Wismar trat er seinen 18-monatigen Dienst bei der NVA in Peenemünde an. Bereits während seines 1994 abgeschlossenen Landwirtschaftsstudiums in Rostock hat er sich mit Schafzucht beschäftigt. Es folgte ein einjähriges Intermezzo im Landeskontrollverband Schleswig-Holstein. Doch das Heimweh nach seiner damaligen Freundin trieb ihn zurück.

Seit 1996 arbeitete er als Betriebsleiter der Wasserwirtschaft in Grimmen, danach machte er sich selbstständig im Bereich Küstenschutz und mähte Deichwiesen. Doch dann kam erstmals ein Schäfer nach Lieschow „und ich wäre meine Arbeit losgeworden“. Also besorgte er sich 30 Schafe und probierte aus, welche Rassen am besten geeignet waren.

Seine Tiere sind zwar die längste Zeit des Jahres im Freien, bedürfen aber seiner Betreuung. Drei Mal im Jahr werden sie geimpft. Geschert werden müssen sie auch, am besten bis Anfang Juni, „dann kommen sie gut durch den Winter“. Die Aktion ist harte Arbeit, „bis zu hundert schaffen wir am Stück“, sagt der Vater dreier erwachsener Kinder. Fünf Mal jährlich kommt der Schlachter, dann geht es den fünf- bis sechsjährigen Schafen und den halbjährigen Bocklämmern an den Kragen. Rohrbeck hat seinen Schafen keine Namen gegeben. Nur ein jetzt sechs Monate altes Lamm, das er mit der Flasche aufzog, weil die Mutter es abgelehnt hatte, hat er Emma getauft. Es ist besonders zutraulich.

Doch außer dem Schlachter gibt es noch andere Bedrohungen für die friedlich auf der Weide grasenden Tiere: Richtig gefährlich sind freilaufende Hunde, die nicht selten Urlaubern gehören. „Die sind schlimmer als Wölfe“, weiß Rohrbeck aus Erfahrung. Letztere gebe es ohnehin nicht auf Rügen. Noch nicht. Wenn sie sich weiter ausbreiten, könnten sie in zwei Jahren die Insel erreicht haben.

Heimtückisch sind auch Kolkraben, die sich auf schwache Lämmer stürzen.

Schafe sind Grasfresser. Um eines der Tiere satt zu machen, bedarf es einen Hektar Wiese. Einen effektiveren und umweltverträglicheren Rasenmäher als ein Schaf gibt es nicht. Deshalb hat Rohrbeck einen besonderen Service für seine Kunden. Wer keine Lust mehr auf schweißtreibende Rasenpflege hat, kann sich im Mai bei ihm ein drei Monate altes gesundes, geimpftes und entwurmtes Bocklämmchen kaufen, das ihm gern die Arbeit abnimmt. Alternativ lässt sich auch eines über die Sommermonate „leasen“.

OZ

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