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Rügen Landaufschwung: Der Bio-Sektor vernetzt sich
Vorpommern Rügen Landaufschwung: Der Bio-Sektor vernetzt sich
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00:10 22.04.2016

Landaufschwung durch Vernetzung. Und Vernetzung durch Landaufschwung. Betrieben des Obst- und Gemüseanbaus sollen mit denen des regionalen verarbeitenden Gewerbes, des Handels sowie der Gastronomie besser zusammenarbeiten. Möglich machen soll das das neue Projekt „Entwicklung eines Gemüsebauclusters“ im Rahmen des Modellvorhabens Land(auf)Schwung.

Dieses wurde gestern in der Bioland-Gärtnerei „Querbeet“ in Griebenow vorgestellt und sorgte bei den anwesenden Erzeugern und Verarbeitern für Diskussionen.

Bio-Gärtnereien könnten mit Hilfe des Vorhabens ihre Einkommenssituation stabilisieren, hofft Projektleiter Daniel Korpat. Und gleichzeitig die Versorgung von verarbeitenden Betrieben sichern. Bei letzteren führte Korpat unter anderem Biosanica und Edeka Nord an. Doch gerade darin sahen die anwesenden Biobauern ein Problem. „Ich möchte mich ungern an einen großen Verbraucher binden. Wenn der nämlich einen Schnupfen hat, dann bekomme ich die Grippe“, sagt Tim Burchardt vom Gut Rosengarten auf Rügen. Auch Querbeet-Chef Stefan Schuldt weiß um die Schwierigkeiten gerade mit großen Ketten.

Zum einen sei es schwer, mit diesen vernünftige Preise für Obst und Gemüse auszuhandeln, zum anderen scheitere es manchmal auch an ganz banalen Dingen wie unterschiedlichen Kistensystemen.

Eine Lanze für einen Großen, nämlich Biosanica, brach dagegen Sabine Eichenmüller, Geschäftsführerin der Fruchtveredlung Nord in Lüssow bei Stralsund. „Wir stehen seit einiger Zeit mit Biosanica in Verhandlungen. Sie machen einen sehr seriösen Eindruck“, sagt sie. Ihr eigenes mittelständisches Unternehmen ist sozusagen eine Zwischenstation — auch für kleinere Betriebe — zwischen Erzeuger und Verbraucher und verarbeitet Obst und Gemüse nach Wunsch für den Endabnehmer. Noch bis 2015 sei der Betrieb auch bio-zertifiziert gewesen. „Aber die Nachfrage nach Bio ist gleich null, weshalb wir jetzt wieder konventionell arbeiten“, erklärt Eichenmüller. Die Rück-Umstellung aber sei durchaus möglich.

Diskussionspotenzial für das Projekt, welches auf ein Jahr festgelegt ist, ist also mehr als genug vorhanden. Doch gerade die noch vorhandene geringe Frist reduziere die Chancen, dass Projektziele angegangen oder gar erfüllt werden können. Jetzt, Ende April, seien die Projektleiter noch immer auf der Suche nach sich beteiligenden Betrieben. Die gestrige Veranstaltung diente hauptsächlich der Informationsvermittlung, Nägel mit Köpfen wurden noch nicht gemacht. So dürfte es schwer werden, das Projekt binnen der noch verbleibenden wenigen Monate auf feste Füße zu stellen, zumal die Ernte der ersten Sorten demnächst beginnt.

Von Claudia Noatnick

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