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Landes-Hospiztreffen diesmal auf Rügen

Bergen Landes-Hospiztreffen diesmal auf Rügen

Einrichtung in Bergen lädt vorab Einwohner und Gäste zum Tag der offenen Tür ein

Bergen. Am Freitag kommender Woche werden sich Fachleute aus dem Bereich der Sterbebegleitung aus ganz Mecklenburg-Vorpommern in Bergen umschauen. Das jährliche landesweite Hospiztreffen findet diesmal auf Rügen statt. Vertreter von acht Hospizen aus dem Land haben ihr Kommen angekündigt. Sie wollen unter anderem über die neuen Festlegungen zur Zahlung des Eigenanteils für den Hospizaufenthalt reden als auch über den Bedarf an weiteren Hospizen in MV. An diesem Sonnabend können sich alle Interessenten in der Rügener Einrichtung umsehen: Dort wird zum Tag der offenen Tür geladen.

„Pfff“ – als Anke Rosenau und Manuela Vogt um die Ecke in den vollgestopften Lagerraum sehen, atmen die beiden Frauen vom Hospizverein erst einmal tief aus. „Da haben wir ja noch was vor uns“, sagt Rosenau, die den ambulanten Hospizdienst auf Rügen koordiniert, zu ihren ehrenamtlichen Mitstreiterinnen. Kistenweise stapeln sich Bücher in dem Zimmer, das das Sana-Krankenhaus zur Verfügung gestellt hat. Beim Tag der offenen Tür im Hospiz wird es auch in diesem Jahr einen Bücherbasar geben. Der Erlös wird zur Unterstützung der Sterbebegleitung verwendet.

Gespendet haben den Lesestoff die Rüganer – und das nicht zu knapp. „Es ist Wahnsinn, wie viele Bücher in diesem Jahr zusammengekommen sind!“, staunt Anke Rosenau. Sachbücher, Romane, Krimis – das alles haben die Helfer des Hospizdienstes in den zurückliegenden Wochen eingesammelt und sortiert. Auch jede Menge Schallplatten aus verschiedenen Sammlungen sind darunter. Viele Insulaner wollten, dass das, was sie nicht mehr oder kein zweites Mal lesen oder hören, noch einen guten Zweck erfüllt – oder zwei gute Zwecke. Zum einen bereiten das Buch oder die Platte dem neuen Besitzer Freude, zum anderen spült der Basar wieder etwas Geld in die Kasse des Fördervereins.

„Das können wir immer gut gebrauchen“, sagt Anke Rosenau. Zum einen werde davon die Weiterbildung für die ehrenamtlich tätigen Hospizhelfer bezahlt, die sich ambulant um todkranke Menschen kümmern.

Zum anderen soll das Geld helfen, den Hospizbewohnern weiterhin eine Musiktherapie zu ermöglichen.

„Das Angebot gibt es bei uns schon seit geraumer Zeit“, sagt die stellvertretende Hospizleiterin Anne Berg. Die Therapeutin Ilona Schmidt arbeitet mit Tönen und Worten, um das Wohlbefinden der Bewohner so weit es geht bis zum Ende des Lebens zu garantieren. Das funktioniert? Anne Berg nickt energisch: „Und wie! Die Musik nimmt vielen Menschen die Unruhe, anderen helfen die Klänge beim Einschlafen.“ Viele Hospizbewohner werden dabei selbst aktiv und stimmen mit ein. Gerade ältere Menschen, sagt Anne Berg, fühlen sich durch die Lieder von einst in ihre Jugend versetzt und erinnern sich oft an schöne Momente, an Episoden, die sie mit den Tönen verbinden.

Schöne Bilder gibt es nicht nur in der Erinnerung, sondern auch im realen Hospiz-Leben. Die Bergener Malerin Dagmar Holz hat in den zurückliegenden Monaten Gemeinschaftsräume und Zimmer der Einrichtung gestaltet. Im Wintergarten des Hospizes können sich Bewohner und Besucher in die sommerliche Kopfsteinpflaster-Allee hineinträumen, die dort auf eine komplette Wand vom Boden bis zur Decke aufgemalt wurde. Im Eingangsbereich prangt jetzt ein Ostsee-Motiv und auch die Decken in den Zimmern wurden abwechslungsreich bemalt. „Die meisten unserer Bewohner sind bettlägrig und sehen einen Großteil des Tages an die Decke“, sagt Anne Berg. Dort sollte es auch etwas zu sehen geben. Mit Unterstützung des Rotary-Clubs konnte der Förderverein die Wand- und Deckenmalereien im Hospiz bezahlen.

Wie es jetzt in der Einrichtung aussieht, davon können sich alle interessierten Rüganer und Gäste am Sonnabend beim Tag der offenen Tür überzeugen. Zwischen 14 und 17 Uhr sind alle Besucher herzlich willkommen. Die Mitarbeiter des Hauses werden selbstgebackenen Kuchen für einen Basar beisteuern. Wer möchte, bekommt eine Führung durch die Räume. Das, sagt Anke Rosenau, werde meist sehr gut angenommen. „Viele Leute sind überrascht, dass es in einem Haus für sterbende Menschen nicht düster und ständig todtraurig zugeht.“ Der Hospizverein wird dort außerdem einen Teil der gespendeten Bücher auf dem Basar anbieten. Weitere Schallplatten und mehr Lesestoff gibt es dann in den kommenden drei Wochen im Foyer des Krankenhauses. Im Erdgeschoss auf Höhe der Calandstraße können Leseratten tagelang im Fundus stöbern und ihre Spende in die „Kasse des Vertrauens“ stecken.

Maik Trettin

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