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Rügen Landwirt will auf Bio umsatteln
Vorpommern Rügen Landwirt will auf Bio umsatteln
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08:00 13.03.2019
Tietje Schlatermund (38) steht auf seinem Hof in Blandow. Er möchte seine Felder demnächst ökologisch bewirtschaften. Quelle: Mathias Otto
Lohme

Tietje Schlatermund (38), ein Landwirt aus dem Lohmer Ortsteil Blandow, möchte eine Wende einleiten. Er plant, seinen Landwirtschaftsbetrieb künftig ökologisch zu bewirtschaften. „Es gibt für meine Entscheidung zwei Gründe. Zum einen sind die Bedingungen in Sachen Marktpreis immer schwieriger geworden“, sagt er. Zum anderen sei es das unbeständige Wetter, das immer wieder zu Ertragseinbußen führt.

Vier Quadratmeter pro Huhn

Deshalb wagt er dieses Experiment. Seit vier Jahren bereitet er sich intensiv vor, seine Felder ökologisch zu bewirtschaften. Im nächsten Jahr soll es losgehen. „Ich habe im Jahr 2015 die Möglichkeit bekommen, von der Kirche eine Fläche pachten zu können. Der Wunsch der Kirchgemeinde Bobbin war es aber, dass sie auch biologisch bewirtschaftet wird. So bin ich auf diese Idee gekommen“, sagt Tietje Schlatermund. Ein wichtiger Punkt dabei: Er darf keinen Mineraldünger verwenden. „Der Boden benötigt trotzdem Nährstoffe. Also habe ich lange überlegt, welche Möglichkeiten es gibt und entschieden, Tiere anzuschaffen“, sagt er. Legehennen sollen es sein. Dazu hat er in den vergangenen beiden Jahren Bio-Ställe in ganz Deutschland besichtigt. Laut seinen Kalkulationen benötigt er für sein Projekt 12 000 dieser Tiere, die künftig in zwei Ställen in vier verschiedenen Gruppen zu je 3000 Hühnern aufgeteilt werden. „Dies ist vergleichbar mit der Haltung von insgesamt 37 Rindern“, so der Landwirt. Wichtig ist dem 38-Jährigen, dass der geplante Stall den höchsten Tierwohl-Standards sowie Anforderungen erfüllt. Mit einer 4,5 Hektar großen Außenfläche plus dem Platz im Stall sind dies umgerechnet vier Quadratmeter pro Huhn.

„Eine geeignete Fläche für die beiden Ställe zu finden, war das größte Problem. Am liebsten hätte ich sie auf meinem eigenen Hof oder in der direkten Umgebung gebaut. Doch hier sind wir zu dicht an Schutzgebieten dran oder die Flächen würden Bodendenkmäler berühren oder sich im Eigentum befinden“, sagt er. Deshalb hat er sich für einen Standort im Glower Ortsteil Baldereck entschieden. Die Genehmigungen seien aus behördlicher Sicht erteilt worden, jetzt fehle nur noch die Zustimmung der Gemeinde Glowe. „Ich würde mich über ein positives Votum freuen“, so der 38-Jährige.

Gemeindevertreter befassen sich mit diesem Vorhaben

Doch hier stößt er auf Widerstand. Die Gemeinde lehnte sein Vorhaben ab und berät erneut am Mittwoch im Hauptausschuss. Die Ställe würden sich im Einzugsbereich des Dinosaurierland Parks befinden, die jährlich 50 000 Besucher anziehen. Glowes Bürgermeister Thomas Mielke befürchtet, dass von den Ställen zu starker Geruch ausgehen wird. „Wir sind staatlich anerkannter Erholungsort und wollen Seebad werden“, sagt er. Frank Sorge von der Rügener Spezialitätenmanufaktur wäre direkter Nachbar und bezeichnet dieses Vorhaben als Unverschämtheit. „Wir würden die Ställe vor unsere Haustür gestellt bekommen. Die Leute, die hier wohnen, sind alle schockiert“, so Frank Sorge.

Um die Gemeindevertreter dennoch von seinem Vorhaben zu überzeugen, schrieb Tietje Schlatermund im Vorfeld der heutigen Sitzung des Glower Hauptausschusses an die Gemeindevertreter. Die erste Vorlage seines Vorhabens wurde bereits abgelehnt, in vielen Punkten habe es Unsicherheit seitens der Gemeindevertreter gegeben. „Gemeinsam mit den zuständigen Fachbehörden konnten diese Punkte vollständig geklärt werden“, sagt er. Unter anderem aus touristischer Sicht. Der Einfluss auf die nächsten Anlieger, insbesondere durch Luftemissionen, könne aufgrund der Entfernung, der geringen Anzahl der gehaltenen Tiere sowie die biologische Haltungsform ausgeschlossen werden. Aus gleichen Gründen wäre ein Einfluss in den Bisdamitzer Bach, insbesondere durch Stickstoffemissionen ausgeschlossen. „Eher andersherum. Durch die Umwandlung der jetzt konventionell genutzten Ackerfläche in eine ökologische Grünlandfläche unter Verzicht auf künstliche Düngemittel führen zu einer Entlastung des Bisdamitzer Baches“, so Tietje Schaltermund. Weiterhin würde sämtlicher anfallender Mist ganzjährig in einem vollständig geschlossenen Lager verwahrt werden.

Mathias Otto und Uwe Driest

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