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Rügen Lebenslang auf der Spur der Natur
Vorpommern Rügen Lebenslang auf der Spur der Natur
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00:00 19.11.2016

Auch wenn die Mehrzahl seiner Mitmenschen oft genug wegschaute, Joachim Kleinke aus Bergen hat als gewissenhafter Mahner unserer zunehmend deformierten Lebensräume, unserer mehr und mehr bedrohten „Mitwelt“ Alarm in jede Richtung geschlagen. Wenn es darauf ankam, konnte und kann er sich einer sehr lustvollen und einer sehr fein justierten Sprache bedienen. Seine Worte sind immer untersetzt mit beeindruckenden Analysen und resultieren aus einem genauem Hinschauen auf die vom Menschen verursachten Verluste, auf ihr oft genug überhebliches Vorortsein in der Natur.

Kimo, wie ihn seine Freunde und Mitstreiter nennen, will sich partout nicht abfinden mit den Attacken unserer so eitel gepriesenen Zivilisation, ihrer Marktpräsens durch ein ausuferndes Wachstum, durch die Maßlosigkeit ihrer „Möglichkeiten“.

Für mich gehört der Biologe Joachim Kleinke zu einem Typ Widerständler, der unsere ungeteilte Hochachtung verdient. Oft und gerade wegen seines unspektakulären Tuns gehört er zu den wenig Aufrechten, die den gewalttätigen, ungezügelten Charakter von Spekulanten erkennen und die Vertreter einer intransparenten Demokratie beim Namen nennen. Jene, die Tiere und Pflanzen, Wiesen und Wälder, Moore, Flüsse, Seen und Meere skrupellos und aus reiner Profitgier ruinieren, die das Trinkwasser und die Atmosphäre: die große Vielfalt des naturgemäßen Lebens so penetrant aufs Spiel setzen. Ihnen ist er Antipode. Ich habe ihn – leider viel zu selten – als begnadeten Spurenleser und vielseitigen Erkenntnisträger erlebt. Wer Joachim Kleinke auch nur einmal bei seinen Exkursionen am Bergener Nonnensee begleitet hat, seinen botanischen Führungen in die Zickerschen Berge folgte, ihm zuhörte auf seinen kundigen, mit Empathie vorgetragenen Reden, der wurde im Nachklang des Erlebten... stiller, demutsvoller und so gesehen auf andere Art „reich“. Plötzlich angesteckt widmete man der „kleinen“ Welt nebenan eine sehr viel größere Aufmerksamkeit, wurde sich ihrer latenten Gefährdungen bewusst.

Nach Johann Wolfgang von Goethe liegt ,das Gute, Wahre und Schöne’ in der geheimen Natur unserer Welt. Ihr auf der Spur zu bleiben, zeichnet die Persönlichkeit des Jubilars aus. 1992 erhielt der von 2003 bis 2014 Vorsitzende des NABU Kreisverbandes Rügen den 1. Umweltpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern und im Jahr 2011 in Berlin, aus den Händen des damals

amtierenden Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz: „Für sein außergewöhnliches Engagement für die Pflege und die Bewahrung der Natur“. Übrigens beschämend unbemerkt von den damals Stadtoberen von Bergen. Eine arg provinzielle Blamage für seine

bewundernswerte Courage.

Möge letztere uns noch lange

erhalten bleiben. ARTus

OZ

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