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Rügen Leuchtturm im Griff der Spekulanten
Vorpommern Rügen Leuchtturm im Griff der Spekulanten
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04:29 12.07.2013
Sophie Freudenberg (10) aus Basel mit der vergriffenen Karte.

Die Jubiläums Postkarte „Leuchtfeuer Dornbusch“ wurde binnen kürzester Zeit zum Spekulationsobjekt. Laut Angaben des Sonderpostamtes der Deutschen Post hatten sich etliche Kunden beim Sonderverkauf zu Fuße des Hiddenseer Leuchtturms mit 50, 70 oder gar 100 Karten der auf 1000 Stück limitierten Auflage eingedeckt. Etliche Touristen, die das beliebte Motiv erwerben wollten, pilgerten vergebens auf Rügens Schwesterinsel (die OZ berichtete).

Nur zwei Tage nach dem Ausverkauf tauchte die begehrte Postkarte auf der Internetauktionsplattform Ebay wieder auf. Hatte die Jubiläumskarte am Vormittag des 6. Juli noch 1,11 Euro gekostet, so bot sie zum Beispiel ein private Händler ab Montag bereits für 9,99 Euro an.

„Ich gehe davon aus, dass man hiermit leider wirklich den schnellen Profit machen kann”, kommentiert Holger Kienscherf, Vorsitzender des Landesringes MV der Deutsche Philatelisten-Jugend, die Situation. „Das Motiv ,Leuchtfeuer Dornbusch‘ passt in diverse Leuchttürme-Sammlungen und spricht somit diverse Interessenten an. Der Händler an sich hat seinen kurzfristigen Umsatz. Die Opfer sind die Briefmarkensammler generell”, sagt Kienscherf.

Damit bestätigt sich der Verdacht von Musiker Johannes Schütt. Der Potsdamer hatte am Verkaufstag vermutet, dass einige Käufer nur ein Zwischengeschäft machen wollten. „Ich weiß ja nicht, ob es wirklich Insulaner waren, die sich so eingedeckt haben. Aber zur Mentalität würde es passen, die Hiddenseer waren immer schon Seeräuber“, sagte Schütt.

Dass ein Hiddenseer „Pirat“ hinter dem Online-Verkauf steckt, glaubt Bürgermeister Thomas Gens jedoch nicht. Trotzdem äußerte auch er sich kritisch über das Spekulationsobjekt „Leuchtfeuer Dornbusch“. „Echte Hiddenseer würden das wohl nicht machen“, meint Gens. „Eine limitierte Auflage halte ich trotzdem für wichtig, sonst wäre der Reiz weg. Schwarzmarktgeschäfte sind aber nicht schön.“ Laut Gens werden solche Tendenzen erst durch das Internet verstärkt. Er vergleicht den Postkarten-Fall mit der Image-Entwicklung der Ostseeinsel im Internet. „Hiddensee hat auf Facebook eine große Fangemeinde. Dort, im Internet, entstehen viele Dinge, die wir selbst nicht mehr kontrollieren können”, sagt der Bürgermeister besorgt.

„Spekulation gehört dazu. Der Sammler erwartet ja, dass die Karten in ihrem Wert steigen”, verteidigte Christiane Wolff, Chefin der Insel-Information, die Spekulanten. „Ich bin ja ein DDR-Kind. Dort wurde man auch immer reglementiert. Wenn man einer Person jetzt nur fünf Karten verkaufen würde, wäre das auch nicht gut. Deshalb sollte man es nicht übertreiben. Mitspracherecht beim Verkauf hatten wir übrigens nicht. Wir haben lediglich den Stand organisiert, die Karten hat die Post verkauft. Wer welche haben wollte, hatte die Möglichkeit. Bis zum Mittag war Zeit.”

Matthias Kath vom Sonderpostamt findet das Online-Angebot des Ebay-Spekulanten nicht dramatisch. „Es gibt viele Händler, die die Postkarten vertreiben. Die leben davon“, weiß er. „Wenn das jetzt eine private Person macht, finde ich es nicht schlimm. Auf Hiddensee hatten wir genug andere schöne Karten dabei, da kam auch der Sonderstempel drauf, darüber waren die Kunden glücklich.“

Holger Kienscherf, der bereits auf vielen Veranstaltungen mit dem Sonderpostamt war, sagt hingegen: „Bisher habe ich eine solche Situation noch nicht erlebt. Ich kann daher nur hoffen, dass es sich um einen traurigen Einzelfall handelt und sich so etwas nicht als neues Geschäftsmodell etabliert.”

Briefmarken-Jugend MV
70 Mitglieder zählt der Landesring MV der Deutschen Philatelisten-Jugend. Er ist ein Zusammenschluss aus Ortsgruppen, die in sieben Städten aktiv sind. Außerhalb der Städte existiert eine überörtliche Gruppe. Die Philatelisten-Jugend unterstützt beim Sammlungsaufbau, veranstaltet Fahrten und produziert die Zeitschrift „Junge Sammler“. Der Vorsitzende ist Holger Kienscherf.

www.briefmarken-jugend.de

Kay Steinke

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