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Rügen Lothar Pense: Der stille Lenker im Kreisfußballverband
Vorpommern Rügen Lothar Pense: Der stille Lenker im Kreisfußballverband
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01:26 02.05.2018
Lothar Pense (M.) wurde durch Eric Kerkow für seine besonderen Leistungen als Ehrenamtlicher im Kreisfußballverband ausgezeichnet. Quelle: Foto: Niklas Kunkel

„Eigentlich stehe ich nicht gerne im Mittelpunkt“, gesteht Lothar Pense, nachdem vor dem Spiel des FSV Gademow gegen SV Gingst alle Blicke auf ihn gerichtet waren.

Die Vereine nehmen auch unangenehme Entscheidungen hin – nur so kann ich arbeiten.Lothar Pense Ehrenamtler im Kreisfußballverband

Der Landesfußballverband und der Deutsche Fußball-Bund zeichneten ihn für seine ehrenamtliche Arbeit im Kreis Vorpommern-Rügen aus. Beim DFB wurde er für ein Jahr in den „Club 100“ aufgenommen, in dem er zusammen mit drei anderen Vertretern aus Mecklenburg-Vorpommern stellvertretend für die 1,7 Millionen freiwilligen Helfer im Fußball steht. Für seinen Verein, den FSV Gademow, gab es Fußballtore und Bälle vom DFB. Auch der Verein zeigte, dass er sein „stilles Mitglied“ nach 20 Jahren im Verein nicht vergessen hat und schenkte ihm ein Trikot mit der Ehrenmitgliedschaft.

In seinen fast 40 Jahren beim Kreisfußballverband hat Pense eigentlich jede Aufgabe schon einmal übernommen. Jugendobmann, Schiedsrichteransetzer, Staffelleiter und noch vieles mehr. „Ohne Lothar würde ganz vieles nicht so reibungslos laufen. Deshalb wollten wir auch noch einmal die Chance ergreifen ihn zu würdigen, denn das kommt im Alltag viel zu kurz“, lobt Eric Kerkow vom Landesfußballverband die Arbeit von Pense. Denn der hat durch die vielen Spielausfälle im Winter zurzeit als Spielansetzer eine undankbare Aufgabe. „Wenn alles gut läuft, denkt keiner an ihn, aber wenn mal etwas schief geht, ist er der Schuldige“, sagt Kerkow.

Pense gefällt es hingegen in aller Ruhe im Hintergrund arbeiten zu können und die Fäden zu ziehen: „Trotz der vielen Ausfälle haben wir gute Lösungen gefunden. Da muss ich auch meinen Dank an die Vereine aussprechen, die gut mitarbeiten und auch mal einen ungeliebten Kompromiss eingehen – nur so kann ich meine Arbeit machen.“ Die viele Arbeit hat ihn auch schon häufig ans Aufhören denken lassen. Als Kundenberater in Vollzeit blieben neben dem Fußball viele Sachen auf der Strecke. Aber am Ende hat er doch immer weiter gemacht. „Mein Arbeitgeber hat mir die Freiheiten gelassen, damit ich zu den wichtigen Terminen immer Zeit hatte. Ansonsten arbeiten wir im Kreisfußballverband und im Landesfußballverband ganz stark zusammen, dass es für jeden immer einen Ansprechpartner gibt“, lobt der 59-Jährige auch seine Verbands-Kollegen.

Motiviert wird Pense immer wieder durch Erfolge, die ihm zeigen, dass auch ein Kreisverband etwas bewegen kann. So ist er besonders stolz, dass er die Spielberechtigung für 17-Jährige durchsetzen konnte. „Das haben wir 1994 das erste mal im Landesverband vorgeschlagen und 2010 war es dann endlich so weit. Da brauchten wir schon einen extrem langen Atem, aber für die Vereine in unserem Kreis war das wichtig, um ihr Überleben zu sichern“, beschreibt Pense ein besonderes Anliegen seiner „Dorfvereine“, wie er sie scherzhaft nennt.

Der langjährige Einsatz wird vom DFB in diesem Jahr mit der Mitgliedschaft im „Club 100“ besonders belohnt. Am 34. Spieltag besucht er mit anderen Ehrenträgern das Bundesligaspiel zwischen Hertha BSC und RB Leipzig. Im September lädt ihn der Deutsche Fußballbund zum Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich in Frankfurt ein. Echte Highlights zum Abschluss, denn Pense bereitet seinen Abschied vor: „Mit Franko Troles, der momentan Schiedsrichteransetzer ist, habe ich jemanden gefunden, der meine Aufgaben übernehmen kann. In der kommenden Saison werden wir gemeinsam die Spiele ansetzen, damit ich im Jahr 2019 meinen Abschied nehmen kann.“

Dann will er nur noch als Sicherheitsbeauftragter beim Kreisfußballverband tätig sein und den jüngeren das Feld überlassen. Ob das auch wirklich so kommt bleibt abzuwarten, denn bisher gab es noch immer einen Rücktritt vom Rücktritt beim stillen Lenker des KfV.

Niklas Kunkel

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