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Maurer, Autoschlosser und Kaufmann auf dem Bauernhof

Krimvitz Maurer, Autoschlosser und Kaufmann auf dem Bauernhof

Familie Kaltenbach baute nach der Wende eine Landwirtschaft auf

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Klaus Kaltenbach und sein Sohn Stefan (hinten) führen seit der Wende einen Mutterkuhbetrieb mit heute insgesamt 500 Tieren.

Quelle: Foto: Uwe Driest

Krimvitz. Die Mutter von Klaus Kaltenbach (67) kam nach dem Krieg aus der Nähe von Danzig über Dänemark nach Krimvitz. Sein Vater fand sie nach seiner Entlassung aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft über das DRK. Klaus Kaltenbach wurde in Krimvitz geboren, lernte Maurer beim VEB Bau in Bergen, diente im Wachregiment der NVA in Berlin und fing 1971 im Rügener Betonwerk an. Als die Familie Mitte der 60-er Jahre nach Garz zog, fing Kaltenbach als Kraftfahrer bei der dortigen Stadtambulanz an, wo er bis zur Wende blieb. „Dann mussten wir uns etwas einfallen lassen“, sagt Klaus Kaltenbach. Die Familie entschloss sich, als Wiedereinrichter in der Landwirtschaft bei Null anzufangen. „Es war schwer, an Land zu kommen, das die BVVG verteilte“, sagt er. Die Interessen kleiner Neubauern und Wiedereinrichter mussten in der Nach-Wendezeit mit den Begehrlichkeiten vor allem ehemaliger LPG-Chefs konkurrieren. Schließlich aber erhielt die Familie das Bodenreformland zurück und konnte mit einer Mutterkuhhaltung in Krimvitz starten. Heute bauen Kaltenbach und seine Söhne zudem Raps, Weizen und Futter-Mais an. Vor 15 Jahren stieg Sohn André (41), ein gelernter Autoschlosser, mit ein und mittlerweile arbeitet auch dessen jüngerer Bruder Stefan (35), ein Groß- und Einzelhandelskaufmann, mit im Familienbetrieb. „Zusammen mit den Dorperschafen haben wir heute insgesamt etwa 500 Tiere“, sagt Klaus Kaltenbach.

Seine Frau Karin, die als Lehrerin gearbeitete hat, muss nach einem Schlaganfall das Haus hüten und passt schon mal auf die zwei Töchter ihres Sohnes Stefan auf. Nur André lebt mit seiner Lebensgefährtin und den Kindern Nele (13) und Matthes-Klaus (6) noch in Krimvitz. Der kleine „Klausi“ will mal Bauer werden und den Hof übernehmen.

Den bewacht ein stattliches Paar Pyrenäen-Hunde, einer bereits im im 15. Jahrhundert erwähnten Rasse, die als Wächter in den Schlössern der Pyrenäen diente und später ihre Dienste auch als Hüte- und Herdenschutzhund versah. Vor kurzer Zeit noch purzelte ein Wurf weißer Welpen durch den Zwinger auf dem Hof der Kaltenbachs. „Von denen verkauften wir sechs an einen Schäfer in Westmecklenburg“, erzählt André Kaltenbach. Den Großschäfer hat er beim vergangenen Schaftag kennengelernt. „Der hat da schon richtig mit Wölfen zu tun.“

Uwe Driest

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