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Meeresmuseum verleiht Groß-Exponate

Stralsund Meeresmuseum verleiht Groß-Exponate

Unterwasserlabor und Hai-Beobachtungs-U-Boot werden in Münster zu sehen sein

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Das Unterwasserlabor wird verladen. Als Leihgabe ist es bis Ende 2017 im Westfälischen Landesmuseum in Münster zu sehen.

Quelle: Christian Rödel

Stralsund. Zentimeter für Zentimeter hebt der Stralsunder Kranfahrer Gilbert Schaefer einen mindestens 150 Kilogramm schweren eisernen Standfuß der Unterwasserstation BAH-I in die Lüfte, um diesen ein paar Minuten später auf der Ladefläche eines bereitstehenden LKW abzulegen.

Mit einer Fernbedienungsschaltbox vor dem Bauch bewegt der 52-jährige Hansestädter per Funksignal routiniert den Kran in die richtige Position. Der blau lackierte Standfuß wurde kurz vorher von der ersten deutschen Unterwasserstation, die 1968 zu ihrer Jungfern-Tauchfahrt in der Flensburger Förde (Ostsee) zum Einsatz kam, demontiert. Die restlichen drei Standfüße, auf denen die BAH-I seit 13 Jahren im Nautineum fest verankert war, landen wenig später ebenfalls auf der Ladefläche.

Die Reisevorbereitungen für die Fahrt nach Münster in das Westfälische Landesmuseum binden viele Arbeitskräfte, die dem orangefarbenen Koloss zu Leibe rücken. „Wir mussten die Füße abbauen, weil die Unterwasserstation auf dem Transportweg zu schwer für die kleine Brücke zwischen dem Großen und Kleinen Dänholm geworden wäre“, erklärt Meeresmuseumskurator Michael Mäuslein (54) und fügt hinzu, dass diese nur für eine Höchstlast von 20 Tonnen ausgelegt ist. Um das Gewicht der Unterwasserstation noch weiter zu reduzieren, wurden sogar die an den Seiten befestigten langen Stahlgasflaschen abmontiert.

Jetzt liegt die Unterwasserstation, in der früher zwei Aquanauten für mehrere Tage unter Wasser leben und arbeiten konnten, mit ihrem abgespeckten Stahlkörper auf dem Trailer von Olaf Nehmzow. Die gleichnamige Stralsunder Firma für Marine- und Motoren-Service des 61-jährigen Maschinenbauingenieurs wurde mit dem Transport des Exponates bis zur großen Buswendeschleife auf dem Großen Dänholm beauftragt. Dort wurde umgeladen. Gezogen wurde der Anhänger von einem Traktor, der das 1967 in Oberhausen von dem Unternehmen Babcock hergestellte Unterwasserlabor mehrere hundert Meter fortbewegen musste. Die BAH-I tat bis 1969 ihren Dienst für die Biologische Anstalt Helgoland und wurde nach ihrem Meereseinsatz nur noch im Bodensee bei Taucheinsätzen bis zu 47 Meter Tiefe genutzt. Das Großgerät wurde in den 70er-Jahren still gelegt und lag bis 1980 auf dem Firmengelände der Herstellerfirma Babcock, bevor die Technische Universität Clausthal-Zellerfeld das in die Jahre gekommene Exponat vor der drohenden Verschrottung rettete.

Im Jahre 2003 entschied die TU, die BAH-I als Dauerleihgabe an das Deutsche Meeresmuseum abzutreten, und so konnte das technische Denkmal als Meilenstein deutscher Meeresforschungstechnik auf dem Gelände des Nautineums ausgestellt werden. Dieses herausragende Exponat wird nun bis zum Ende des Jahres 2017 im Westfälischen Landesmuseum in Münster im Rahmen der Sonderausstellung „Wasser bewegt – Erde Mensch Natur“ zu sehen sein.

Mit auf die Reise ging auch das Tauchboot „Sovi“. Das mehr als vier Meter lange und 600 Kilogramm schwere Gerät wurde vor Südafrika zur Beobachtung weißer Haie von Wissenschaftlern genutzt. Die internationale Organisation Sharkprojekt stellte dem Nautineum das Exponat 2012 als Dauerleihgabe zur Verfügung.

Haie beoabachtet

Die Unterwasserstation BAH-I wurde in den Jahren 1967/68 erbaut. Sie ist sechs Meter lang, vier Meter breit und hat ein Gewicht von 20 Tonnen.

Mit einer Tauchtiefe von 20 Metern

war die Station nur einmal im offenen Meer im Einsatz und sammelte wertvolle Daten.

Wissenschaftler filmten mit dem Tauchboot „Sovi“ 2006/07 vor Südafrika das Verhalten von Weißen Haien.

Christian Rödel

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